Eine kleine Vogesentour
Besichtigung des „Musée mémorial du Linge“ 1915

Der Eingangsbereich des Mémorial „Musée mémorial du Linge“ 1915, vor dem ausreichend Parkplätze vorhanden sind.
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  • Der Eingangsbereich des Mémorial „Musée mémorial du Linge“ 1915, vor dem ausreichend Parkplätze vorhanden sind.
  • Foto: Peter Steil
  • hochgeladen von Alfred Schramm

Wochenend und Sonnenschein, was tun? Wie wäre es mit einer Ausflugsfahrt in die schöne Vogesenlandschaft, verbunden mit der interessanten Besichtigung des „Musée mémorial du Linge" und einem Abstecher zu den Seen, Lac Blanc und Lac Noir?
Die Anfahrt oder Rückfahrt  zum Museum kann über Colmar, Ingersheim, Trois Épis oder Kaysersberg und Orbey erfolgen. Wer möchte kann bevor es auf den Col du Linge geht, einen Zwischenstopp im Geburtsort von Albert Schweitzer, dem schönen Kayserberg einlegen, oder auch einen Besuch der Altstadt von Colmar machen.

Bekanntermaßen ist das Elsass voll mit Museen aus einer weniger erfreulichen Zeit. Aber diese Museen sollen uns an das Leid, die Schrecken und die Opfer, der Kriege zwischen den Franzosen und Deutschen erinnern, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.
Denn nur, wer aus der Geschichte lernt kann dazu beitragen, dass sich Schlimmes nicht wiederholt. Wobei auch festzustellen ist, dass der Mensch doch sehr schnell vergesslich ist.

Mein kleiner Artikel soll nun auf die oben genannte Gedenkstätte (franz. Mémorial) aufmerksam machen, die am 9. August 1981 eingeweiht wurde.

Dieses sehenswerte Museum mit seinen Außenanlagen, wird von einem örtlichen Verein ehrenamtlich geführt und unterhalten.  Es hält die Erinnerung an die Geschehnisse wach. Der Lingekopf ist ein gut erhaltener Schauplatz der Kämpfe in den Vogesen im Ersten Weltkrieg.

Hier erfährt der Besucher die Geschichte, der Kriegsteilnehmer auf beiden Seiten. In Vitrinen werden zahlreiche Gegenstände, wie Uniformen, Waffen, Munition und Reliquien ausgestellt. Zu sehen sind auch große Modelledarstellungen
im Maßstab 1:1 von Teilen der Feldbefestigungen, die das Lebens in den Gräben zeigen. Videomontagen und Fotos geben dem Besucher weitere Einblicke in den entbehrlichen Alltag der Soldaten. Im Außenbereich der Gedenkstätte sind dann die Feldbefestigungen, Schützengräben und Bunker zu besichtigen und zu begehen.

Auf der Fahrt zum Museum kommt man auch an Soldatenfriedhöfen vorbei.

Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise entnehmen sie bitte aus dem Internet.

Hier ein kleiner Abriss zum Geschehen:

Am 3. August 1914, erklärte das Deutsche Kaiserreich der Französischen Republik den Krieg. Somit standen sich erneut die Soldaten der damaligen „Erbfeinde“ nach dem deutsch- französischem Krieg, der vor 150 Jahren 1870-1871 stattfand, erneut gegenüber. Das Elsass, das nach diesem Krieg vom Kaiserreich annektiert wurde, ist erneut zu einem Kriegsschauplatz geworden.
Einer dieser Plätze waren die Berghöhen der Vogesen, die durch ihre strategisch günstige Lage zwischen Deutschen und Franzosen erbittert umkämpft wurden.

Neben dem bekannten „Hartmannswillerkopf“ wurde auch um den „Lingekopf“ (franz. Collet du Linge)  ein in 987 Meter Höhe liegender Pass hart gerungen.
Dies ereignete sich vom 20. Juli bis zum 15. Oktober 1915, also vor 105 Jahren, als die französischen Truppen versucht haben, diese Höhe zu erobern.
Auf dem „Lingekopf,“ verlief die damalige Frontlinie, die sich durch die Vogesen zog. Die deutschen Truppen hatten den Auftrag diese Linie zu verteidigen und den evtl. Vormarsch der französischen Soldaten in Richtung Colmar und in die Rheinebene aufzuhalten.

Das Gelände auf den Höhen wurde fest verschanzt mit gemauerten Schützengräben und den sogenannten „Blockhäuser“ (Bunker) nebst Gefechtsständen. Die Verteidigungsanlagen wurden verstärkt mit Maschinengewehrstellungen und Stacheldrahtverhau.
Die Kämpfe waren (von den Franzosen als „Bataille du Linge“ bezeichnet) blutig und auf beiden Seiten verlustreich. Französische Gebirgsjägereinheiten, kämpften massiv gegen die stark befestigten deutschen Stellungen an. Dabei kamen auch Gasgranaten und Flammenwerfer zum Einsatz.
Von November 1915 bis zum Waffenstillstand beschränkten sich Deutsche, wie Franzosen darauf, die eroberten Bereiche zu halten. Bis dahin kam es gelegentlich nur noch zu Artillerieduellen und Stoßtruppgefechten.

Gefallen sind 17.000 Soldaten der französischen und der deutschen Armee, ohne dass eine Seite einen Vorteil gehabt hätte.

Viel Spaß auf der Tour, die Maske nicht vergessen und die Coronaregeln beachten!

Autor:

Alfred Schramm aus Gengenbach

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