5. August 2017, 17:17 Uhr | 0 | 197 Leser

Fort de Mutzig
Die ehemalige Feste Kaiser Wilhelm II

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Jetzt, für die Urlaubszeit oder an den Wochenenden hätte ich folgenden Vorschlag für einen Ausflug der etwas anderen Art. Wie wäre es mit einem Besuch der größten Festung Europas das „Fort de Mutzig“, einst die  „Feste Kaiser Wilhelm II“ in Mutzig/Elsass, nicht weit von Straßburg entfernt.  Die Zufahrt zur Festungsanlage ist gut ausgeschildert.

Tauchen sie ein in die unterirdische Welt einer „Verteidigungsanlage“ die einst Vorläufer des West- und Atlantikwalls oder der Maginot-Linie war. Nach dem deutsch-französischen Krieg der zwischen 1870 und 1871 stattfand und mit der Niederlage Frankreichs endete, zwingen die
Bedingungen des Friedensvertrags vom 18.Mai 1871 Frankreich zum Abtritt des
Elsass und Teile Lothringens an das neue Deutsche Reich, das am 18. Januar in
Versailles ausgerufen wurde.
Da sich die Franzosen mit dem Gedanken befassten, die verlorenen Provinzen wieder zurück zu gewinnen, machte dies, einen erneuten Krieg zwischen beiden Nationen wahrscheinlich. Dies war mit ein Grund dafür, dass Deutschland seine Westgrenzen verstärkte und um die wichtigsten Städte, wie Straßburg und Metz neue Festungen (Festungsgürtel) bauen ließ.

Anlagen des Festungsgürtels um Straßburg sieht man heute noch.

Um seinerzeit, französische Truppen vor der Rheinebene/Straßburg aufzuhalten wurde 1893 mit dem Bau der „Feste Kaiser Wilhelm II“ begonnen. Deren Aufgabe es war, jegliche französische Offensiven am Fuß der Vogesen aufzuhalten.

Die Festung befindet sich auf einem Hügel und überwachte damals mehrere wichtige Verbindungswege. Das Fort ist für die damalige Zeit, keine Festung im üblichen Sinne mehr, sondern eine Befestigungsgruppe, eine Einheit, die aus unabhängigen Bauten für die Artillerie und die Infanterie besteht.

Diese sogenannte „aufgelöste“, dem Gelände angepasste Befestigung stellte sich weniger verwundbar heraus. Forts und Bauten aus Beton, gepanzerte Artillerie, Strom und Lüftung in den unterirdischen Räumen, machte die Feste damals zur modernsten und größten Befestigungsgruppe in Europa.
Der Umkreis der Festung war umringt von Drahthindernissen, Infanteriestützpunkten mit Schützengräben und Schutzräumen, unterirdische und bombensichere Kasernen mit Bäckerei, Küche, Lazarett, Maschinenraum, Stromzentrale, Schlafräumen, Werkstatt und Wasserversorgung.

Also, auf zur Besichtigung eines Relikts längst vergangener und teils wenig schöner Zeit, mit seinen interessanten Innen- und Außenanlagen sowie einer informativen Führung. Nähere Information zu den Öffnungszeiten und Führungen (auch in deutscher Sprache) siehe: www.fort-mutzig.eu/ und ein kleiner Infofilm unter :https://www.youtube.com/watch?v=JkLn7fY4U58