Experten im Kreis warnen vor illegalem Welpenhandel
Zahl der Kampfhunde hat zugenommen

Judith Delong und Andreas Schäfer wissen, wie man mit Kampfhunden umgehen muss.
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Ortenau. Im Ortenaukreis ist man besorgt über die Zunahme von Kampfhunden, die allerdings unter Auflagen nach einem Wesentest gehalten werden dürfen. Eine deutliche
Zunahme neuer Rassen wird beim Veterinäramt des Ortenaukreises
registriert. Dabei handelt es sich auch um Züchtungen, die aus den vom
Innenministerium als Kampfhunde definierten American Staffordshire
Terrier, Bullterrier und Pitbull Terrier stammen.

Eine nicht unbedeutende Rolle spielt dabei der illegale Welpenhandel, der Großteils
junge Hunde aus Osteuropa zu Schleuderpreisen anbietet und Hunden, die
aus den Vereinigten Staaten über Holland und dann auf dem Landweg nach
Deutschland kommen. „Wenn ein solcher Hund auf dem Frankfurter Flughafen
ankäme, würde er sofort aus dem Verkehr gezogen“, weiß Andreas Schäfer,
Leiter der Polizeihundestaffel Offenburg und seit 16 Jahren mit der
Thematik vertraut. Denn das Gesetz verbietet die Einfuhr solcher Tiere.

Wer einen Kampfhund erwirbt, hat die Möglichkeit, ihn einer
Verhaltensprüfung zu unterziehen, die sich in zwei Abschnitte gliedert.
Die erste muss nach sechs Monaten stattfinden, die zweite spätestens
zwischen 15 und 18 Monaten. An Kosten entstehen pro Prüfung circa 190
Euro. Hinzu kommt die nach Kommunen unterschiedlich festgesetzte Hundesteuer.

Bei der Verhaltensprüfung wird in verschiedenen Situationen festgestellt, ob der Hund ein Aggressionsverhalten entwickelt und sich dieses auf Dauer bemerkbar macht. Wobei die Zahl der
Hunde, die diesen Test nicht bestehen, bei 143 Hunden in den Jahren
zwischen 2009 und 2016 bei vier liegt, wie Andreas Schäfer weiß, der
diese Prüfung abnimmt. Doch trotz Bestehens des Wesentests darf ein
Kampfhund nicht ohne Leine geführt werden. „Dieser Zwang bleibt
lebenslang“, so Judith Delong, Amtsärztin beim Veterinäramt des Ortenaukreises.

Sie weiß auch, dass Hundebesitzer, die in gutem Glauben einen Hund mit Papieren und Abstammungsnachweis erstanden haben,
oft aus allen Wolken fallen, wenn sie erfahren müssen, dass diese
Zertifikate nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen. „Wer über
‚eBay‘, und das ist keine Seltenheit, einen Kampfhund als Welpen für 50
Euro ersteht, müsste eigentlich wissen, dass hier etwas nicht stimmen
kann, denn Rassehunde gibt es zu diesem Preis nicht und nirgends“, so
die Warnung der beiden Experten.

Dabei sollte man sich, so der Ratschlag, vor der Anschaffung eines Tieres auch darüber im Klaren sein, was genau im Gesetz zum Halten von Kampfunden steht. Denn dort sind die
in Frage kommenden Hunde nach Rassen aufgeführt und die
Haltungsbedingungen klar definiert. Dabei ist festgehalten, dass die
Haltung von Kampfhunden ab dem sechsten Lebensmonat der Erlaubnis der
Ortspolizeibehörde bedarf. Aber auch Halter von Kampfhunden müssen ein
berechtigtes Interesse an der Haltung des Hundes haben und Bedenken
gegen seine Zuverlässigkeit und Sachkunde dürfen nicht bestehen.

Sowohl die Tierärztin als auch der Polizeibeamte stellen immer wieder fest,
dass neue Rassen auftauchen, die aus dubiosen Züchtungen stammen und vom
Halter oft als „Nicht-Kampfhund“ angemeldet werden. Sollte ein Hund den
Wesenstest nicht bestehen und keine Anzeichen von Aggressivitätsverlust
zeigen, wird er beschlagnahmt und in ein Tierheim gebracht. Stellt er
dort eine Gefahr für Leib und Leben der dortigen Mitarbeiter dar, bleibt
meist nur der Weg, ihn einzuschläfern.

Autor: hga

Autor:

dtp02 dtp02 aus Offenburg

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