Gegenüber des Mutterhauses
Franziskanerinnen beziehen neues Zuhause

Die neue Straßenansicht zur Leutkirchstraße
  • Die neue Straßenansicht zur Leutkirchstraße
  • Foto: Gabriele Rubner
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Genegenbach (st). Es wurde schon viel spekuliert in Gengenbach, was es denn mit den bunten Fensterfolien im Erdgeschoss des Stadthauses in der Leutkirchstrasse 34 auf sich habe. Jetzt ist es offiziell: Eine Schwesterngruppe der Franziskanerinnen hat dort ein neues Zuhause gefunden.

Idealer Standort

„Es war fast wie ein kleines Wunder!“ freut sich Generaloberin Schwester M. Michaela Bertsch über das Zustandekommen des Mietvertrages. Schon seit geraumer Zeit war sie auf der Suche nach geeigneten neuen Wohnmöglichkeiten für ihre betagten Schwestern. Die Räumlichkeiten im Mutterhaus, in denen die betreuungsbedürftigen Schwestern untergebracht waren, entsprachen nur noch bedingt den gestiegenen Anforderungen des Brandschutzes und der Pflege. Eine entsprechende Umrüstung hätte enorme Umbaukosten erfordert. So war es eine glückliche Fügung, dass das ursprünglich als Hotel geplante Stadthaus – direkt gegenüber dem Mutterhausareal gelegen – zur Vermietung stand. „Einen idealeren Standort hätte es für uns nicht geben können“, betont die Generaloberin.

26 Schwestern sind umgezogen

So begann Anfang September 2020 für 26 Franziskanerinnen der Umzug in ein modernes und barrierefreies Zuhause. Für alle war es eine Zeitenwende, ein Abschied und ein Neuanfang. Damit die Schwestern auch im neuen Haus jederzeit zur Anbetung gehen können, wurde im Erdgeschoss eine Anbetungskapelle eingerichtet. Die Ausgestaltung übernahm wieder der renommierte Sakralkünstler Eberhard Münch, der auch den Raum der Stille und die Begegnungsstätte in Haus St. Anna mit einem Sonnengesang-Zyklus gestaltet hat. Den Schwestern vertraute sakrale Gegenstände aus dem Mutterhaus, wie der Altar, das Franziskuskreuz, das Lesepult und der Tabernakel konnten in die neue Kapelle integriert werden. Die barocke Madonna mit Goldmantel stammt aus dem benachbarten ehemaligen Ortenau Klinikum.

Außergewöhnliche Gestaltung

Für die Fensterfronten im gesamten Erdgeschoss wurde eine außergewöhnliche Gestaltung gewählt. Generaloberin Schwester Michaela wünschte sich eine transparente Atmosphäre, die Intimität im Inneren gewährleistet und trotzdem Durchblicke nach draußen möglich macht. So entstand gemeinsam mit Eberhard Münch die Idee, die Glasflächen über Sichthöhe mit bedruckten Folien zu bekleben, die vom Künstler mit farbenfrohen Motiven gestaltet wurden. Im oberen, von außen nicht einsehbaren Bereich bleibt der Ausblick von innen nach draußen frei.

Haus San Damiano

Das neue Haus der Franziskanerinnen hat auch einen Namen. Im diesjährigen Pfingstkapitel entschieden sich die Schwestern für „Haus San Damiano“. Die Kirche San Damiano in der Nähe von Assisi in Italien ist die Wiege der franziskanischen Berufung und hat für den Orden eine ganz besondere Bedeutung. Der Ort ist eng mit dem Heiligen Franziskus und der Heiligen Klara verbunden. Zu Lebzeiten des Franziskus war San Damiano eine aufgelassene Kapelle. Im Jahre 1205 vernahm Franziskus der Überlieferung nach vor dem Kreuz in der verfallenden Kirche die Worte: „Franziskus, geh hin und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ Auf diese Vision hin sammelte er Baumaterial und begann mit der eigenhändigen Wiederherstellung der kleinen Kirche. Der Heilige Franziskus nutzte San Damiano auch als Rückzugsort und dichtete dort seinen berühmten „Sonnengesang“. Im Jahre 1212 gründete die Heilige Klara dort mit Gefährtinnen den ersten Konvent der Klarissen, in dem die schwer Erkrankte über viele Jahre bis zu ihrem Tod 1253 gepflegt wurde.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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