Erfolgreich an der Börse handeln

Das Depot ist eingerichtet, das nötige Kapital steht bereit und die ersten Wertpapiere können gekauft werden. Unüberlegtes Handeln ist jedoch nicht der beste Weg. Bestimmte Strategien sollten im Voraus überlegt werden, um nicht zu Beginn ein böses Erwachen zu erleben. Zudem stellt sich die Frage, lang- oder kurzfristige Investitionen? Wer langfristig erfolgreich an den Finanzmärkten agieren möchte, sollte ausgereifte Handelsstrategien entwickeln.

Gezielte Investitionen tätigen

Es ist besser, mit einem groben Plan zu starten, als einen perfekten Plan niemals umzusetzen. Der Anleger sollte sich einige Fragen stellen und damit ein Konzept konstruieren, was für Ziele und Absichten er bei der Auswahl der Wertpapiere verfolgt.

- Möchte ich langfristig oder kurzfristig investieren?

- Blue Chips oder eher Small Chips?

- Welche Region/welches Land?

- Soll das Unternehmen sich bereits bewährt haben oder darf es sich noch in der Entwicklung befinden? (Growth Investing vs. Value Investing) usw.

Dadurch werden allzu häufige Umschichtungen in dem Depot vermieden und Gebühren auf einem niedrigen Niveau gehalten, nach dem Anleger-Volksmund "Hin und Her macht Taschen leer".

Fundamentale versus Chartstrategie

Die fundamentale Strategie beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Hintergründen, die in einem Kurs stecken, und vertritt die These, dass sich ein Börsenkurs langfristig dem wahren Wert des Unternehmens anpasst. Der Betrieb und dessen Daten stehen im Fokus. Daraus soll ermittelt werden, ob der Kurspreis gerechtfertigt ist. Es gibt zwei Wege, die bottom-up sowie die top-down-Analyse. Erstere ergründet zunächst das Unternehmen selbst und berechnet dessen Wert, mit Hilfe von Kurs-Gewinn-Verhältnis(KGV), Kurs-Umsatz-Verhältnis(KUV), Eigenkapitalquote, Dividendenrendite etc. Anschließend steht die jeweilige Branche im Blickpunkt, bevor die Konjunktur des jeweiligen Landes und abschließend eine Globalanalyse in Angriff genommen werden. Top-Down funktioniert analog umgekehrt, mehr dazu auf nextmarkets.com

Die Chartstrategie oder technische Analyse setzt ausschließlich auf historische Kurs- bzw. Umsatzentwicklungen und sucht nach günstigen Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkten in der Zukunft. Dazu gehören Trendanalyse, markante Hoch- und Tiefpunkte, gleitende Durchschnitte, V-Formationen usw.

Psychologische Aspekte

Börse ist zu 90% Psychologie. Dieser berühmte Satz enthält einen sehr großen Kern an Wahrheit. Letztendlich sind es wir Menschen mit unseren Emotionen, die die Kursverläufe bestimmen. Immer wieder unterlaufen vielen Anlegern psychologische Fehler. Deshalb gilt:

- Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.

- Nicht nur in ein einziges Wertpapier investieren.

- Begegnen Sie Massendynamiken, etwa panischen Verkäufen, stets kritisch.

- Niemals den Emotionen Vorrang geben, kühles Denken ist wichtig.

- Lernen Sie aus Fehlern und blicken Sie nicht reumütig in die Vergangenheit wie "Hätte ich doch damals..."

Aktiengewinne richtig versteuern

Das Versteuern von Aktiengewinnen ist in Deutschland eine Pflicht. Wer ihr nicht nachkommt, hat mit hohen Nachzahlungen an das Finanzamt und im schlimmsten Fall sogar mit einer strafrechtlichen Verfolgung zu rechnen. Auf diese Art des Einkommens muss die Abgeltungssteuer angewendet werden. Sie schlägt sich mit 25 Prozent nieder. Hinzugerechnet werden muss außerdem der Soli in Höhe von 5,5 Prozent. Ausnahmen bestehen dabei nur, wenn der Anleger unterhalb des gesetzlich festgelegten Freibetrages bleibt oder der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt.

Die automatische Abführung durch die Bank

Von den Gewinnen, die durch den Handel mit Aktien eingefahren werden konnten, müssen noch die Kosten für den Kauf oder Verkauf abgezogen werden. Die so genannten Transaktionskosten werden dabei direkt von der Bank oder dem Broker einbehalten. Der dann noch übrig bleibende Gewinn wird anschließend um die Abgeltungssteuer gemindert. Dies geschieht durch die Bank, welche den Betrag auch gleich an das Finanzamt überweist.

Der Aktieneigentümer muss sich somit nicht selbst darum kümmern. Eine erneute Auflistung in der Steuererklärung am Ende des Jahres ist dann nicht mehr nötig. Allerdings muss in der Steuererklärung eine Erwähnung stattfinden, wenn die Kirchensteuer nicht auch direkt von der Bank abgeführt wurde. Häufig ist dies der Fall, wenn die Bank keinerlei Information darüber hat, welcher Glaubensgemeinde ihr Kunde angehört. Da dies keine typische Information ist, die einer Bank übergeben wird, ist die Abführung dieser Steuer durch die Bank eher unüblich. Liegt der persönliche Steuersatz außerdem unterhalb von 25 Prozent, wird die Höhe des fälligen Steuerbetrags auf die Aktiengewinne anhand dieses niedrigeren Prozentsatzes berechnet. Hier lassen sich also Steuern sparen.

Den Freibetrag beachten

Jedem Steuerpflichtigen steht auch in diesem Bereich ein Freibetrag zu. Dieser beträgt pro Jahr 801 Euro. Eingesetzt werden kann er für alle Kapitalerträge, die aus Ersparnissen, Aktien oder Anlagemöglichkeiten stammen. Um den Freibetrag geltend zu machen, muss bei der Bank ein so genannter Freistellungsauftrag eingereicht werden. Wird dies nicht durchgeführt, kann die Steuer später im Rahmen der Steuererklärung zurück geholt werden.

Sonderregelung bei Ehepartnern

Wer verheiratet ist, der profitiert beim Freibetrag. Seit dem Jahr 2010 kann sich jeder Ehepartner für sich entscheiden, ob er einen Freistellungsauftrag nutzen möchte oder nicht. Dafür müssen die Eheleute allerdings über getrennte Konten verfügen. Die vorherige Regelung sah vor, dass sich die Ehepartner gemeinsam für oder gegen die Nutzung entscheiden mussten. Dies ist auch heute noch der Fall, wenn die Eheleute ein gemeinsames Konto nutzen. Durch die neue Regelung ist es möglich geworden, den Freistellungsauftrag bei zwei unterschiedlichen Banken zu stellen. Sprechen sich die Ehepartner hier gut ab, lassen sich wiederum Steuern sparen.

Fazit

Durch den Einsatz passender Börsenstrategien lässt sich das Risiko zwar niemals ausschalten, aber entscheidend reduzieren. Wer langfristig erfolgreich an den Finanzmärkten agieren möchte, sollte ausgereifte Handelsstrategien entwickeln.

Autor:

Martina Köhler aus Hausach

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