Dominik Büchele geht mit seiner Band neue Wege
Keine Bewerbung mehr für den „Superstar“

Im Proberaum mit einer Schorle: Dominik Büchele.
  • Im Proberaum mit einer Schorle: Dominik Büchele.
  • Foto: Michael Bode
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Kappel-Grafenhausen. Termin in der Industriestraße 5 in der Nähe des Kappeler Sportplatzes: Dominik Büchele tritt vor die Tür, geleitet den Gast höflich zu seiner
Arbeitsstätte, einem Raum, in dem er Musik macht. Davor ein Raum unter
anderem mit Tischfußball, auch Kickertisch genannt, und einer
Zielscheibe. Herumliegende Pfeile zeugen davon, dass damit des öfteren
Treffsicherheit getestet wird. Wer selbst Musik macht, weiß, dass derlei
Betätigungen entspannende Wirkung entfalten können, insbesondere dann,
wenn es beim Proben oder Aufnehmen von Stücken zwischen Musikern zu
„knistern“ beginnt. Denn der 24-Jährige musiziert natürlich nicht nur
alleine, sondern meist zusammen mit anderen, insbesondere mit seinem
22-jährigen Bruder Mirko. Der kommt während unseres Gesprächs, ruhig,
konzentriert und lässig ein Blatt mit Noten in der Hand, in den
Proberaum. Wir verziehen uns, während Mirko wohl wieder an einer neue Idee tüftelt.

Musiker wissen es zu schätzen, wenn sich – wie bei Dominik und Mirko – Wohn- und Musikstätte unter einem Dach befinden. So lassen sich ebenso spontan wie entspannt Ideen entwickeln. In einer solchen Atmosphäre entstand auch der jüngste Fasent-Hit „Schorli“, den
beide, inspiriert durch einen Fasent-Wagen im vergangenen Jahr, zusammen
mit Kevin Hausser, Dominik Binning, Patrick Lehmann und Enrico Wieber
als Band „Rhinwaldsounds“ ins Werk setzten. Der Song wurde in ihrer
Facebook-Timeline als Video gepostet – es wurde binnen einer Woche über
100000 mal angeschaut.

Ansonsten gilt das ganze musikalische Engagement von Dominik und Mirko ihrer Stammband „Umleitung“, in der neben Dominik als Sänger und Gitarrist sowie Mirko an den Keyboards,
Mathieu Schmitt am Bass und Silas Benz an den Drums Takt und Ton
angeben. Diese Formation erhielt einen Riesenschub auf der Erfolgsleiter
durch Aktivitäten, die Dominik selbst bundesweite Popularität
bescherten: Er bewarb sich 2009 mit dem Song „Same Mistake“ von James
Blunt für die RTL-Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“
(DSDS). Rund 45000 Bewerbungen hatte es gegeben, erinnert sich Dominik,
nach mehreren Vorrunden blieben 100 übrig, von denen „jeden Tag ein paar
rausgeflogen sind“. Nicht so der Junge mit der Gitarre und James
Blunt-Stimme aus Kappel, der bis in die letzte Runde mit zehn Bewerbern
kam, den vierten Platz belegte und rasch zum Mädchen-Schwarm mutierte.

Dabei hatte es ihm ursprünglich ein ganz anderer Musiker und Sänger angetan.
Immer, wenn er heimkam, hat er sich Video-Kassetten mit Auftritten von
Cat Stevens angeschaut. Zuvor hatte sich Dominik im Alter von acht
Jahren selbst das Gitarrespielen beigebracht. Dieses Instrument,
erinnert er sich, „war immer da“. Seine Mutter hat es gespielt, und auch
sonst lag in der Familie quasi immer Musik in der Luft. Sein ältester
Bruder spielte ebenfalls Gitarre, sein Vater war im Musikverein aktiv.

Derweil führte ihn sein schulischer Weg in die Ettenheimer Realschule. Es
folgte ein Jahr Berufskolleg an der Heimschule, was ihn aber überhaupt
nicht mit Freude erfüllte, dann arbeitete er als Tellerwäscher im
Europa-Park. Gesangsunterricht hatte er genommen, als Dominik der Coup
bei DSDS gelang. Eine Agentur, die jeden, der es im Finale nicht auf das
oberste Treppchen schafft, drei Monate  lang unter ihre Fittiche nimmt,
verschaffte ihm und seiner Band „gute Auftritte“ – unter anderem in der
Stuttgarter Schleyerhalle und beim Dresdner Stadtfest. Bei zwei Touren
stand er zehn Wochen lang abwechselnd in Deutschland und Österreich auf
der Bühne. Dies natürlich abwechselnd mit anderen Musikern, wobei –
woran er sich nicht so gerne erinnert – auch mal mit „Halbplayback“ agiert wurde.

Bei DSDS würde er sich heute nicht mehr bewerben. 95 Prozent würden durchfallen, meint Dominik, das Niveau habe nachgelassen. Dafür beschreiten er und seine Bandkollegen mit eigenen
Stücken neue Wege. Auch persönlich studierten und studieren sie zum Teil
immer noch gemeinsam am International Music College in Freiburg.
Dominik studiert Gesang. „Man merkt, wie sich die Stimme verändert“,
sagt Dominik Büchele – sicher auch zu hören auf der neuen CD, die im April erscheint.

Autor: Norbert Rößler

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