Tram-Ansichtskarte von 1902
116 Jahre alte Kehler Rarität in Israel entdeckt

Diesen inzwischen 116 Jahre alten "Gruss aus Kehl" hat Günther Klebes bei einer Internetauktion erworben.
  • Diesen inzwischen 116 Jahre alten "Gruss aus Kehl" hat Günther Klebes bei einer Internetauktion erworben.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl/Erlangen (rek). Ab Freitag um 4.43 Uhr fährt die Straßburger Tram wieder ab und bis zum Kehler Rathaus. Dies wird mit einem Bürgerfest und gleichzeitiger Einweihung des neues Stadtbussystems am 8. und 9. Dezember gefeiert. Die erste Tramverbindung von Straßburg nach Kehl wurde 1898 eröffnet und war bis kurz nach Ende des ersten Weltkriegs in Betrieb. Die Wiederinbetriebnahme der grenzüberschreitenden Verbindung erfolgte 2017 mit der nun vollendeten Erweiterung. Nun hat ein 69-jähriger Sammler aus dem fränkischen Erlangen eine 116 Jahre alte Rarität bei einer Internetauktion erworben: eine Ansichtskarte mit einem "Gruss aus Kehl", einem handschriftlichen Zusatz auf französisch "Bons Souvenirs" und Initialen.

Im Zeitalter der sozialen Medien und von E-Mails scheint die gute alte Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein – oder für Sammler wie Günther Klebes. Der Franke liebt alte Postkarten mit Bahn-Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Seine jüngste Errungenschaft ist eine Ansichtskarte mit einer historischen Straßenbahn im Stadtbild von Kehl.

„Ich bin bei einer luxemburgischen Internetauktion auf die Karte gestoßen. Dort war sie als 'Tramway of France' angeboten worden. Erst beim näheren Hinsehen sah ich den Aufdruck 'Gruss aus Kehl'“, sagt Klebes. Postkarten, die die unterschiedlichsten Züge und Brücken in Baden-Württemberg zeigen, gehören schon länger zu seiner rund 600 Exponate umfassenden Sammlung. Eine Straßenbahn aus Kehl fehlte bisher. Versandt wurde das Stückchen Fotopapier 1902 von Straßburg nach Paris.

„Erstaunlich fand ich auch, dass der Auktionsanbieter eine Adresse in Israel hatte“, erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 2,50 Euro erwerben. Wie das gute Stück von Paris nach Israel gekommen ist, darüber kann der fränkische Sammler nur spekulieren. „Ob dahinter eine Auswanderung steht oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet, weiß ich nicht“, sagt Klebes.

Nachdem er erfuhr, dass die Tram inzwischen wieder zwischen Straßburg und Kehl verkehrt, meldete sich Klebes in der Redaktion und erzählte seine Geschichte der Postkarte aus dem Jahr 1902.

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