Kontrollen an der Grenze zwischen Kehl und Straßburg
Grenzüberschreitende Tram eingestellt

Auch das Passieren der Passerelle ist nicht mehr möglich.
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Kehl (st). Ein Polizeifahrzeug steht auf der Plattform der Passerelle des deux Rives, an der Kehler Abfahrt der Europabrücke wird von der Bundespolizei streng kontrolliert, der Betrieb der grenzüberschreitenden Tram ist eingestellt, die Passage für Radfahrer und Fußgänger auf der Trambrücke gesperrt. Seit Montag darf nur noch von Straßburg nach Kehl kommen, wer einen triftigen Grund hat, also zum Beispiel auf der deutschen Rheinseite arbeitet.

Einreisewillige ohne triftigen Grund werden abgewiesen. Auch Fußgänger und Radfahrer können nur über die Europabrücke nach Kehl gelangen. Die Stadt schließt vom Dienstag alle Rathäuser; dringende Anfragen sind telefonisch und per E-Mail möglich. Auch die Tourist-Information ist geschlossen. In Straßburg sind alle Bars und Restaurants geschlossen und nur noch die Läden und Einrichtungen geöffnet, die der direkten Versorgung der Bevölkerung dienen. In Kehl sind derzeit sechs Personen mit Corona infiziert; 40 stehen unter häuslicher Quarantäne.

Bis 12 Uhr hatte die Bundespolizei an der Europabrücke bereits 108 Personen abgewiesen. Kein Durchkommen gibt es für Fußgänger und Radfahrer auf der Passerelle: Beide Stege sind abgesperrt; auf der Plattform steht ein Polizeifahrzeug, die Brückenabgänge in Richtung französische Rheinseite sind mit weiteren Barrieren abgeriegelt. Die Beamten der Landespolizei verweisen Radfahrer und Fußgänger, die nach Kehl wollen, auf die Europabrücke. Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad über die Trambrücke kommen, werden ebenfalls abgefangen. Sogar an der Eisenbahnbrücke hat die Bundespolizei Beamte postiert: Besonders unvernünftige Zeitgenossen hatten am Montag versucht, den Rhein über die Bahnbrücke zu überqueren.

Der TGV, der um 13.55 Uhr am Straßburger Bahnhof abgefahren ist, wird in Kehl bereits wieder angehalten. Beamte der Bundespolizei haben sich entlang des Bahnsteigs verteilt und steigen in den Zug. Mit Atemschutzmasken ausgestattet, holen sie Passagiere aus dem Zug, die keinen triftigen Grund für die Einreise nach Deutschland haben. Diese müssen wieder nach Frankreich zurückkehren. Ausländische Passagiere, die beispielsweise nach Frankfurt zum Flughafen wollen, weil sie einen Heimflug gebucht haben, dürfen weiterfahren. Der TGV ist nur spärlich mit Passagieren besetzt – auf den rund 800 Plätzen, berichtet eine Zugbegleiterin, verteilten sich 80 bis 100 Fahrgäste.

Eigens nach Kehl gekommen ist Dr. Marcus Ritter, Leiter der Bundespolizeidirektion Stuttgart, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. An der Europabrücke trifft er mit Oberbürgermeister Toni Vetrano sowie mit Polizeipräsident Reinhard Renter und Tobias Lehmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Offenburg, zu einem Austausch zusammen.

Die beiden Verkehrsunternehmen SWEG und RVS werden ihren Busbetrieb ab Dienstag, 17. März, auf den Ferienfahrplan umstellen. Dadurch können sich bei den Regionallinien Fahrtzeiten verschieben, auf die Stadtbuslinien K1 bis K5 sowie K10 hat dies keine Auswirkungen.In den Bussen verkaufen die Busfahrer seit Montag, 16. März, keine Fahrscheine mehr. Die Fahrgäste sind aufgefordert, sich über Ticketing-Apps oder an den Fahrscheinautomaten vor Fahrtantritt mit Fahrkarten zu versorgen.

Städtische Einrichtungen geschlossen

Geschlossen sind inzwischen die städtischen Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in der Kernstadt, also das Haus der Jugend und das Jugendzentrum. Das betrifft auch die Jugendeinrichtungen in den Ortschaften.

Von den Schließungsmaßnahmen betroffen, ist auch die städtische Mediathek: Sie wird erst nach Ostern wieder öffnen. Damit fallen auch sämtliche geplanten Mediathekseinführung aus. Bis Ostern fallen für ausgeliehene Medien keine Säumnisgebühren an. Wer für das abgesagte Kindertheater am Montag, 6. April, eine Eintrittskarte gekauft hat, bekommt den Preis rückerstattet.

Das Seniorenbüro bleibt ebenfalls bis nach den Osterferien geschlossen.

Das Kulturhaus bleibt vorerst bis zum 20. April geschlossen. Nach der Volkshochschule hat auch die Musikschule ihren Unterricht eingestellt. Kultureinrichtungen wie das Hanauer Museum, Theater sowie das Kino werden ab Dienstag geschlossen. Wann die Kurse wieder stattfinden, ist derzeit nicht absehbar.

Auch das Passieren der Passerelle ist nicht mehr möglich.
Abgewiesen werden Franzosen, die ohne triftigen Grund nach Deutschland wollen.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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