Bis zu 3.000 Euro Förderung möglich
Häuser begrünen lohnt sich

Im Neubaugebiet Schneeflären sind bereits einige Dächer begrünt.  | Foto: Stadt Kehl
  • Im Neubaugebiet Schneeflären sind bereits einige Dächer begrünt.
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  • hochgeladen von Matthias Kerber

Kehl (st). In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Sommertage mit Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr. Laut Prognosen wird dieser Trend stetig weiter zunehmen. Durch die dichte Bebauung in Innenstädten heizen sich diese überproportional auf. Mit dem Förderprogramm "Klimaangepasst Wohnen" richtet sich die Stadt Kehl an alle, die ihr Haus begrünen oder ihr Grundstück entsiegeln wollen und so einen Beitrag für ein besseres Stadtklima leisten. Interessenten erhalten bis zu 3.000 Euro Förderung, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Wenn Kora Herrmann, Leiterin des Bereichs Stadtplanung/Umwelt von „heißen Tagen“ spricht, dann meint sie damit Tage mit Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr. „Dies wird als besonders belastend empfunden, zumal häufig auch am Abend die Temperaturen nicht unter die 20-Grad-Marke fallen.“ In diesen sogenannten Tropennächten sei guter Schlaf dann häufig Mangelware. Mit Blick auf die im Januar 2020 veröffentlichte Stadtklimaanalyse zeichnet sich für Kehl eine dramatische Zukunft ab: „Zwischen 1971 und 2000 gab es durchschnittlich elf ‚heiße Tage‘ pro Jahr“, erklärt Kora Herrmann. Für den Zeitraum von 2021 bis 2050 werden jährlich bereits etwa 18 solcher Tage erwartet. Diese Entwicklung steigert sich künftig und liegt für die ferne Zukunft (2071 bis 2100) bei 24 erwarteten „heißen Tagen“ im Raum Kehl.

Dicht bebaute Bereiche heizen sich dabei nochmals stärker auf. Häufig tritt laut Kora Herrmann auch der sogenannte Inseleffekt auf: „Dabei bestehen zwischen dem kühlen Umland und dem warmen Stadt- oder Ortskern Temperaturunterschiede von mehr als sechs Grad Celsius.“

Begrünung und Entsiegelung als Mittel der Wahl

Gerade in dicht bebauten Bereichen sind die Begrünung und die Entsiegelung von Flächen laut Kora Herrmann geeignete Mittel, um auf diese Herausforderungen zu reagieren: „Pflanzen wirken sich nachweisbar auf die Gesundheit der Bevölkerung aus.“ Sie filtern Schadstoffe aus der Luft und produzieren stetig den für Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff. „In begrünten Flächen kann Oberflächen- und Regenwasser besser versickern als in versiegelten“, erklärt Kora Herrmann und fügt hinzu: „Dadurch werden zum einen die Kanalisation und im zweiten Schritt auch die Kläranlagen entlastet, da sie weniger Abwasser aufbereiten müssen.“ Gleichzeitig sinke das Risiko von Überflutungen bei Starkregen. Darüber hinaus diene die Begrünung von Dächern und Fassaden dem Klimaschutz, da sie zusätzlich dämmende Wirkung habe, wodurch der Heizenergiebedarf im Winter reduziert werde.

So erhält man eine Förderung

Für das Jahr 2021 stehen im Programm Klimaangepasst Wohnen insgesamt 10 000 Euro zur Verfügung; im Jahr 2022 sind 20.000 Euro vorgesehen. Laut Förderrichtlinien liegt die maximale Zuwendungssumme eines Gebäudes beziehungsweise Grundstücks bei 3.000 Euro.

Wer sich für eine Entsiegelung oder Begrünung interessiert, sollte zunächst einen Blick auf die Planungshinweiskarte werfen: Gefördert werden können grundsätzlich nur Flächen, die in der Karte lila und dunkelrot gefärbt sind. In diesen Arealen wirken sich Wetter, Witterung und Klima ungünstig oder sehr ungünstig auf das Wohlbefinden der dort lebenden Menschen aus. Eine Förderung für Gebäude besteht nur, wenn diese zu mindestens 50 Prozent wohnbaulich genutzt werden. Zudem darf mit den Maßnahmen, für die eine finanzielle Unterstützung beantragt wird, noch nicht begonnen worden sein. Die vollständigen Förderrichtlinien sowie die Antragsunterlagen stehen zum Herunterladen bereit.

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