Chaos am Korker Baggersee
Motorboote, brennendes Feld und acht Autos abgeschleppt

Kein Weg für Rettungskräfte: Am Korker Baggersee gehen die Verstöße weiter.
  • Kein Weg für Rettungskräfte: Am Korker Baggersee gehen die Verstöße weiter.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl-Kork (st). Parkchaos, ein brennendes Stoppelfeld und drei Motorboote auf dem Korker Baggersee haben am späten Nachmittag des Donnerstags dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt (KOD) einen Sondereinsatz beschert. Dass sich das Feuer nicht ausbreiten und erheblichen Schaden anrichten konnte, war nur zwei glücklichen Zufällen geschuldet: Zum einen dem, dass Hauptbrandmeister Karlheinz Fimeyer selber als Badegast am See war und zum andernn dem, dass er einen Handfeuerlöscher im Auto hatte. Der KOD und die Polizei werden die Kontrollen auch über das Wochenende weiter fortsetzen; ein Abschleppfahrzeug wird in Bereitschaft gehalten.

Donnerstag, gegen 17 Uhr: Karlheinz Fimeyer entdeckt beim Schwimmen im Korker Baggersee drei motorbetriebene Boote, die den Badegästen bisweilen sehr nahekommen und alarmiert den KOD. Der holt die Freizeitkapitäne mit ihren beiden Schlauchbooten und einem festeren Boot vom See. „Das Fahren mit Motorbooten auf dem Korker Baggersee ist ein Verstoß gegen die Polizeiverordnung“, stellt Nico Tim Glöckner klar. Der Leiter des Bereichs Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung ist selber vor Ort im Einsatz. Bootsmotoren können Schwimmenden schwere Schnittverletzungen zufügen. Die Personalien der Bootsbesitzer werden aufgenommen, ihnen droht nun ein Bußgeld.

Plötzlich sehen Baggerseebesucher, dass es auf dem angrenzenden Stoppelfeld brennt – dort hatte ein Cabrio-Fahrer gerade sein Auto abgestellt. Karlheinz Fimeyer vermutet, dass das Feuer durch den heißen Katalysator angefacht wurde. Der Cabrio-Besitzer kann sein Auto gerade noch wegfahren; Karlheinz Fimeyer löscht mit dem Handfeuerlöscher aus seinem Auto die Flammen ab und alarmiert seine Feuerwehrkameraden, welche das Feld wässern, um zu verhindern, dass von eventuellen Glutnestern ein weiterer Brand ausgeht.

Hätte er nicht zufällig den Feuerlöscher im Auto liegen gehabt und den etwa 20 Quadratmeter großen Brandherd mit Schaum bedecken können, hätte das eine „größere Sache“ werden können, sagt Karlheinz Fimeyer. Zumindest die neben dem Cabrio abgestellten Autos wären in Brand geraten, ist sich der Hauptbrandmeister sicher, und das ganze Stoppelfeld wohl noch dazu.

Aber nicht nur die Autofahrer, die ihren fahrbaren Untersatz auf dem Stoppelfeld abgestellt haben, brachten damit andere Badegäste in Gefahr: Die Zufahrten für die Rettungsfahrzeuge waren erneut durch geparkte Pkw verengt. Die Feuerwehr kam nur mit Mühe zum Brandherd durch. Acht Fahrzeuge, die im absoluten Halteverbot abgestellt waren, ließ der KOD abschleppen.

Ziemlich fassungslos machte Nico Tim Glöckner das Verhalten eines Autofahrers: Nachdem ein Pkw gerade auf die Pritsche des Abschleppwagens geladen war, nutzte der Neuankömmling die freigewordene Lücke sofort wieder als Parkplatz. Nachdem er, obwohl angesprochen, nicht reagierte und einfach zum See ging, wurde auch sein Fahrzeug an den Haken genommen. Damit sind in den vergangenen Tagen 27 Fahrzeuge am Korker Baggersee abgeschleppt worden – und damit so viele wie sonst einen ganzen Sommer lang nicht.

Kontrolliert haben die Mitarbeitenden des Kommunalen Ordnungsdienstes am Baggersee auch die Einhaltung der Corona-Verordnung: „Die Leute lagen viel zu eng zusammen“, hat Nico Tim Glöckner festgestellt; Verwarnungen wurden ausgesprochen; von der Einleitung von Bußgeldverfahren hat der KOD noch abgesehen.

Die Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes gehen auch am Wochenende weiter. Ein Abschleppfahrzeug steht bereit

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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