Architekt Jürgen Grossmann hat viele Spuren hinterlassen
Eine Zimmerdecke war sein allererstes Projekt

Jürgen Grossmann mit seinen Liebsten: Aaron, Neo und seine frisch gebackene Ehefrau Mila
  • Jürgen Grossmann mit seinen Liebsten: Aaron, Neo und seine frisch gebackene Ehefrau Mila
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Daniela Santo

Kehl-Marlen. Es gibt nicht viele Menschen in der Ortenau, die von sich behaupten können, auf einer Insel zu leben. Jürgen Grossmann kann es. Für ihn gibt es kein schöneres Zuhause als das Marlener Fort. Gestern haben Jürgen und Mila Grossmann mit rund 300 Gästen hier ihre "Wedding Beach Party" gefeiert. Stets mitten drin im Geschehen, das größte Glück der beiden: die zwei Söhne Aaron und Neo.

Der Architekt Jürgen Grossmann hat in seiner Wahlheimat in den vergangenen knapp 20 Jahren deutliche und imposante Spuren hinterlassen. Plötzlich in aller Munde war sein Name, als er 2003 den Kehler Bahnhof kaufte, dort mit seinen Mitarbeitern einzog und ihn innerhalb weniger Monate zur Landesgartenschau in einen ansehnlichen und modernen Service-Komplex verwandelte. Mittlerweile tragen zahlreiche Projekte in der Ortenau seine Handschrift – insgesamt sind es im In- und Ausland weit über 1.000 –, angefangen von der Revitalisierung der Kaserne in Lahr über die Illenau in Achern, den "Löwen" in Lahr, das Kloster Erlenbad in Obersasbach, das "Ufo" in Meißenheim bis aktuell das Europäische Forum am Rhein in Altenheim, um nur einige große und bekannte Projekte zu nennen. "Das Forum am Rhein ist gerade mein Lieblingsprojekt", sagt Jürgen Grossmann. Zehn Jahre lang hat er auf die Baugenehmigung gewartet. Dass sie endlich kam, sei für Deutschland und Frankreich gleichermaßen symbolisch. "Europa funktioniert nur, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und die Chance nutzen, dass wir es besser als in der Vergangenheit machen und unsere Kinder gemeinsam großziehen", betont Grossmann. Er ist überzeugt, dass das Forum nicht nur dem Eurodistrikt-Theater "BAAL novo" ein Zuhause gibt, sondern es mit dem großen Restaurant, einer Backstube und eine Lounge-Bar mit Blick auf den Yachthafen zum touristischen Naherholungsziel wird.

Das Zeichnen hat ihn begeistert

Aufgewachsen ist der 1962 geborene Jürgen Grossmann in Bühl – direkt auf dem Gelände des "UHU"-Werks. "Mein Vater hat dort die Kantine geleitet", berichtet er. Der Sohn hat es geliebt, nach der Schule oder in den Ferien in der Schlosserei, beim Elektriker oder beim Maler vorbeizuschauen und mitzuwerkeln. "Außerdem habe ich schon immer gern gemalt und gezeichnet", erinnert er sich. So wurde bereits in seiner Kindheit der Grundstein für seine Kreativität gelegt. Die Schule dagegen war nicht sein Ding: "Mit 15 hatte ich schlicht keinen Bock mehr und habe eine Lehre als Bauzeichner begonnen", erzählt Grossmann. Zwar habe ihn das Zeichnen sofort begeistert, doch als er hochgerechnet habe, noch 50 Jahre lang das Gleiche zu machen, entschloss er sich doch, die Mittlere Reife an der Abendschule nachzuholen. "So hatte ich den Vorteil, mit 18 mit der Lehre fertig zu sein und die Mittlere Reife zu haben", berichtet er. Nach dem Abi auf dem Technischen Gymnasium in Bühl wollte er erst einmal so weit weg wie möglich. "Ich bin dann drei Monate nach Australien", so Grossmann, der erst 34 Jahre später erneut durch Australien reiste und immer noch begeistert ist: "Die Leute sind einfach cool und entspannt." In Karlsruhe schließlich hat er Architektur studiert, ein Jahr lang auch in Paris, weil seine damalige Freundin dort ein Stipendium hatte. Schon während des Studiums hat er gearbeitet. An sein erstes Projekt erinnert er sich noch gut: "Das war 1986 eine Wohnzimmerdecke." 1990 schloss er sein Studium ab und machte sich gleich mit zwei Unternehmen selbstständig, einem Architekturbüro und einem Einrichtungshaus. Heute gehören insgesamt 36 Firmen zur Grossmann-Gruppe. Seit 2005 liegt Grossmanns Hauptaugenmerk auf Projektentwicklung.

Sein beruflicher Erfolg macht es ihm möglich, Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Mit dem Ziel, vom eigenen Glück etwas abzugeben, Kindern eine Chance zu geben und Gutes für die Menschen in der Region zu tun, wurde 2010 die Grossmann Stiftung gegründet. "Auslöser damals war für mich, dass ich noch keine eigenen Kinder und auch das Gefühl hatte, nie welche zu haben", erinnert sich der heute stolze Papa. So verzichteten seine Frau und er auch auf Hochzeitsgeschenke und baten stattdessen, für die Stiftung zu spenden. Wir wünschen dem Brautpaar alles Gute!Daniela Santo

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