Martin Dörr praktiziert ab März – bereits mehr Patienten als erwartet
Kehler Substitutionspraxis bekommt Unterstützung

Das Modell der Kehler Substitutionspraxis kennt Patrick Gassmann auch von seiner Tätigkeit in Straßburg.
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Kehl. Bereits um 9 Uhr wird der erste Patient von Doktor Gassmann behandelt. Und während die Arzthelferinnen Rezepte ausstellen, sitzt bereits der nächste im Wartezimmer der Kehler
Substitutionspraxis, in der Drogenabhängige mit Ersatzstoffen versorgt werden.

In der Praxis, die vor etwas mehr als vier Monaten eröffnet hat, ist mittlerweile Routine eingekehrt.  „Anfang Dezember, zu Beginn des zweiten Quartals, hatten wir bereits 31 Patienten“, erzählt die Leiterin der Jugend- und Drogenberatungsstelle, Michèle
Falch-Knappe.  Ein guter Schnitt, denn die Praxis ist für 120 Patienten
ausgelegt. Wenn diese Zahl erreicht ist, kann sie sich selber tragen.
Idealerweise wäre das im September 2016 der Fall, denn bis dorthin wird
das Modellprojekt vom Eurodistrikt noch mit 150000 Euro gefördert.
„Durch die gute Patientenentwicklung haben wir genügend Luft, um uns
qualitativ zu verbessern“, berichtet Falch-Knappe, die zu Beginn damit
gerechnet hat, die 30er-Marke erst im zweiten Quartal zu erreichen.
Bisher wird die Praxis gut genutzt, einige der Kehler Patienten, die
bisher extra nach Offenburg in die Substitutionspraxis fahren mussten,
werden jetzt in Kehl behandelt.

„Es konnten in Offenburg insofern weitere Patienten aufgenommen werden, die auf der Warteliste
standen“, berichtet Frieder Baldner, der in der Kehler Praxis tätig ist
und als sogenannter Brückenarzt auch in der Offenbuger Praxis von Dirk
Menzel praktiziert. Derzeit sind mit Baldner, Claus-Dieter Seufert und
dem Straßburger Patrick Gassmann drei Ärzte in Kehl beschäftigt. „Ab
März werden wir weitere Unterstützung bekommen“, verrät Falch-Knappe.

Dr. Martin Dörr wird als vierter Mediziner in der Praxis tätig sein. „Der
Erstkontakt entstand bei der Einweihungsfeier im September  2013“,
erklärt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der bis zum
vergangenen Dezember in einer Klinik bei Freiburg beschäftigt  war und
nun in Straßburg wohnt. „Speziell in der Kehler Praxis liegt für mich
der Anreiz darin, den Aufbau hier mitgestalten zu können.“ Hinzu komme
die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollegen. Durch den Eintritt von
Martin Dörr bestehen in der Praxis dann auch genügend Kapazitäten, um
eine zusätzliche Samstagsöffnung  zu erlauben.

Nach Baldners Meinung bestätigt sich zudem auch die Zusammenarbeit mit der Straßburger
Organisation Ithaque „als sehr gut und überaus vorteilhaft für einen
grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch in Bezug auf französische und
deutsche Vorgehensweisen bei der Behandlung“.  „Auch hier sind die
Erfahrungen, die wir seit 1990 machen gut“, berichtet Gassmann, der
ebenfalls in der Straßburger Praxis arbeitet. Das französische Modell
einer Mikrostruktur, bei dem zusätzlich zu dem behandelnden Arzt eine
Beraterin und eine Psychologin vor Ort sind, ist nach Gassmanns Meinung
gut angelaufen. Seine Vision für die Zukunft liegt in einer
grenzüberschreitenden Praxis mit einem deutsch-französischen Team – etwa
im Bereich des „Port du Rhin“ auf der französischen Seite.

Autor: bos

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