Nach dem tragischem Falschfahrerunfall
200 Unterflurleuchten sorgen für mehr Sicherheit

4Bilder

Lahr (st). 40 rote und 160 weiße Unterflurleuchten sorgen für mehr Sicherheit an der umgestalteten Anschlussstelle Lahr der A5. Sie dienen der Sicherung gegen mögliche Falschfahrer, denn sie leuchten je nach Fahrtrichtung rot als Symbol für eine Sperrung und weiß für eine unterstützende Leiteinrichtung beim Abbiegevorgang, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg.

Wie kam es dazu? Ein tragischer Falschfahrerunfall bei akutem Nebel mit null Sicht am 18. November 2012 kostete sechs Menschen das Leben und machte landesweit Schlagzeilen. Der Falschfahrer fuhr in Lahr entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Bei der Aufarbeitung der Unfallursache stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, was getan werden kann, um einen vergleichbaren Crash künftig zu verhindern.

Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat gemeinsam mit Polizei, den Verkehrsbehörden, dem ADAC, dem Landratsamt Ortenaukreis, der Stadt Lahr, den Autobahn- und Straßenmeistereien und dem planenden Ingenieurbüro für Verkehrstechnik Dipl.-Ing. Franz Mayer, Baden-Baden einen Lösungsvorschlag erarbeitet, mit dem sich zukünftig etwaige Falschfahrten vermeiden lassen können. Dabei kristallisierte sich der Vorschlag von Unterflurleuchten als beste Lösung heraus, mit der die abbiegenden Verkehre durch das Lichtsignal unterstützt und sicher geführt werden sollen. Die Beleuchtung sollte gemeinsam mit der Ampelsteuerung geschaltet werden, so dass die Verkehrsteilnehmer immer nur die für sie aktuell relevante Beleuchtung sehen.

Das Land Baden-Württemberg hatte mit Blick auf die Falschfahrerprävention 2013 und 2014 alle Anschlussstellen an Autobahnen und zweispurigen Bundesstraßen sowie alle Rastanlagen hinsichtlich Beschilderung, Markierung und Wegweisung überprüft. Zudem wurde überall nach den Vorgaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zusätzliche Beschilderung und Markierung ergänzt. Außerdem überprüften die Experten der Verkehrsbehörden anlassbezogen die mutmaßlichen Startpunkte einer Falschfahrt mit Hilfe einer gesonderten Sicherheitsüberprüfung.

Aufgrund der ab April 2018 anstehenden Landesgartenschau in Lahr wurde der Ausbau des Anschlusses Lahr frühzeitig ausgeschrieben. Auch die dazugehörigen Ampelanlagen und die teilweise damit verbundene Unterflurbefeuerung wurden nach der vorherigen Zustimmung der Ministerien und der positiven Einschätzung der BASt frühzeitig öffentlich ausgeschrieben, da ein erheblicher zeitlicher Vorlauf notwendig war. Die Stadt Lahr hatte als Untere Verkehrsbehörde die Markierungs- und Beschilderungspläne inklusive der Unterflurbefeuerung zuvor bereits verkehrsrechtlich angeordnet. So konnten die Arbeiten im Rahmen der Ertüchtigung an den beiden Kreuzungen der Anschlussstelle Lahr sowie an der nebenanliegenden Kreuzung B 415/ Dr. Georg-Schaeffler-Straße vorgenommen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden.

Die roten Leuchten dienen dabei als Falschfahrer-Prävention und werden im Einfahrtsbereich der Autobahnrampe, also im Bereich der Haltelinie, sowie an der Dreiecksinsel direkt an der Autobahn eingesetzt. Sie sind dabei rund um die Uhr in Betrieb. Bei starkem Nebel im Winter verbessert sich so gerade im Rheintal die Sichtbarkeit deutlich. Die weißen LED-Unterflurleuchten dienen als aktive Leiteinrichtungen zur Unterstützung der Markierung beim Abbiegevorgang. Die Unterflurleuchten gehen nur zu Beginn der Grünphase der einzelnen Linksein- und -abbieger an. Gerade im Bereich der zweistreifigen Linksabbiegespuren an der Autobahnanschlussstelle ist dies eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit, da durch unachtsames Abbiegen von Lkw und Pkw das Unfallrisiko sich enorm erhöht und die eingebauten weißen Unterflurlampen somit einen gesicherten Abbiegevorgang gewährleisten.

Die Kosten belaufen sich für das gesamte Projekt für alle drei Kreuzungen auf rund 294.000 Euro, wobei die Kosten der roten Unterflurlampen für die eigentliche Falschfahrer-Prävention an den beiden Autobahnrampen rund 50.000 Euro betragen.

Der flächendeckende Einsatz solcher Hilfsmittel, wie zum Beispiel auch Rüttelstreifen oder Falschfahrerwarntafel ist nicht vorgesehen. Sie sollen vielmehr dort zum Einsatz kommen, wo die umfangreichen Maßnahmen nach der Straßenverkehrsordnung nach Einschätzung der Experten der Straßenbauverwaltung, Polizei und Verkehrsbehörden nicht ausreichen. Der Einsatz solcher Hilfsmittel wird in Einzelfällen von der jeweiligen Verkehrsschau- und Unfallkommission entschieden.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen