ORTENAU, 20. April 2014

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13.02.2013
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Überraschung aus London: „Integeral“ hofft weiter auf Geld aus Nigeria

Flugplatz: „Schwebezustand“ mit einer Interims-Lösung


Werbung mit „Startklar“: Wohin auf dem Flugplatz die fliegerische Reise geht, ist allerdings völlig offen. Foto: rö

Lahr. Eigentumsübertragung am kommenden Freitag: Dann ist die Stadt Lahr offiziell Eigentümerin von 201 Hektar Flugbetriebsflächen, nachdem man sich mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) auf einen Gesamtpreis von 3,4 Millionen Euro geeinigt hatte. Wie es aber weiter geht mit dem Fliegen, scheint derzeit noch völlig offen.

Nach der Insolvenzanmeldung der „Black Forest Airport Lahr GmbH“ vor rund zwei Wochen sprang Dr. Martin Herrenknecht, Chef des gleichnamigen Schwanauer Tunnelvortriebs-Unternehmens, in die Bresche. Jeweils zwei Feuerwehrleute und Mitarbeiter im Tower sorgen dafür, dass das Areal als  „Verkehrslandeplatz“ genutzt werden kann. Bis Ende März wurde das Engagement mit Herrenknecht vereinbart, allerdings wurde kein Limit gesetzt.

Die Betriebspflicht wurde derweil einer Mitteilung der Stadt zufolge bis einschließlich 24. Februar ausgesetzt, eine Verlängerung dieser Aussetzung sei „möglich und zu erwarten“. Ein Gespräch der Stadtverwaltung mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Insolvenzverwalter Dr. Ulrich Nehrig endete offenbar mit einem positiven Resultat. Demnach sieht die Freiburger Behörde „keinen Anlass, die Genehmigungen für den Lahrer Flughafen zurückzunehmen“. Fazit, so die Stadt: „Der Insolvenzverwalter und die Stadt Lahr haben Zeit, eine Nachfolgelösung für die insolvente Betreibergesellschaft zu finden.“

Gleichzeitig sei sich OB Müller mit allen Beteiligten einig, dass „dieser Schwebezustand endlich ist“. Müller: Wir wollen und müssen im Laufe des Jahres eine Lösung erzielen. Regierungspräsidium, Insolvenzverwalter und Stadtverwaltung würden sich bis Ende März erneut zusammensetzen, die bis dahin gegebene Situation bewerten und dann neu entscheiden, wie es weitergeht. Der OB: „Die Stadtverwaltung arbeitet weiterhin mit Hochdruck an der Vorbereitung der Ausschreibung. Dr. Martin Herrenknecht hat mir wiederholt seine Bereitschaft für eine Interimslösung erklärt. Ich bin mir sicher, dass es uns gelingen kann, in der zur Verfügung stehenden Zeit eine Perspektive für eine Betreiberschaft aufzuzeigen, die tragfähig ist, die fliegerische Nutzung im bisherigen Umfang dauerhaft zu sichern.“

Neue Nachrichten ereilten derweil Müller und Insolvenzverwalter Nehrig aus London. Demnach will „Integeral“, die Beschäftigten Gehälter schuldig blieb, weiter ihr Nigeria-Projekt realisieren. Ein Nehrig-Mitarbeiter: „Die Engländer sitzen zusammen, sagen Geld zur Verfügung zu stellen und hoffen, dass aus Nigeria etwas kommt.“ OB und Insolvenzverwalter bleiben angesichts der bisherigen Erfahrungen skeptisch. Zwar sei das, so Müller, „die weitreichendste und deshalb bevorzugte Lösung, auch wenn wir darauf alle nicht mehr die großen Hoffnungen setzen“. Allerdings schließe sich dafür „durch die Arbeiten an einem neuen Konzept mehr und mehr die Tür“. Das, so Müller, habe er den Vertretern von Integeral „klar gesagt“.


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