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13.02.2013
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Wie ein Überraschungsbesuch mit einer bösen Überraschung endete

Mit Handicap: Ein „fataler Fehler“ auf dem Bahnhof


Beschwerlicher Übergang insbesondere für Behinderte: Unterführung im Lahrer Bahnhof. Foto: Axel Fleig

Lahr. Thorsten R. konnte es kaum fassen. Seit zwölf Jahren in Lahr wohnhaft, wollte ihm sein in Stockach lebender Vater einen Überraschungsbesuch abstatten. Das Problem: Der 70-Jährige ist wegen einer Gehbehinderung sehr gehandicapt, hat sich deshalb ein vierrädriges Electrocar angeschafft. Damit war er im Zug von Radolfszell gen Lahr unterwegs. Bis dahin ging alles gut, da die Bahn in jedem Zug mittlerweile eingebaute oder bewegliche Rampen zum Einfahren hat. Aber in  Lahr endete der Überraschungsbesuch mit einer bösen Überraschung.

„Sein fataler Fehler“, so Thorsten G. „war, dass er in Lahr am Bahnhof aus dem Zug stieg.“ „Nun stand er bei starkem Schneefall auf dem Bahnsteig und kam nicht mehr von diesem herunter, weil es in Lahr am Bahnhof keinen Übergang für Elektrische Rollstühle gibt“, schildert der 38-Jährige die Situation, der er auch nicht abhelfen konnte, als er mit einem Kumnpel zum Bahnhof gefahren war. Thorsten R.: „Da der Elektrocar ungefähr 80 bis 90 Kilogramm wiegt, konnten wir diesen nicht die Treppen durch die Unterführung tragen.

Mein Vater war gezwungen, weiter nach Orschweier zufahren, um da dann über die Brücke auf die andere Gleisseite zu gelangen. Dann musste er mit dem Gegenzug wieder zurück nach Lahr fahren, damit er nun endlich auf der richtigen Seite des Bahnhofes ankam.“ Angesichts dieser Erfahrungen denkt Thorsten R. auch an die Landesgartenschau 2018, wenn „wohl auch auch viele Ältere und Behinderte unsere schöne Stadt besuchen werden“.

Unter anderem daran denkt auch die Stadt Lahr, die auf Anfrage zu dem Vorfall darauf verwies, dass ihr „insbesondere im Hinblick auf die barrierefreie Zugänglichkeit äußerst unzureichende Zustand des Lahrer Bahnhofs bekannt“ sei. Die Stadt hat im Rahmen der im Jahr 2002 wieder aufgenommenen Planungen für das 3. und 4. Gleis „auf dieses gravierende Defizit hingewiesen und selbst Vorentwürfe für eine barrierefreie Gleisquerung fertigen lassen“. Fazit, so die Stadt gestern: „Daraufhin geführte Gespräche mit DB Station & Service sowie DB Netz hatten zum Ergebnis, dass die Stadt sämtliche Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro alleine zu tragen gehabt hätte.

Nach der Auswahl von Lahr als Gartenschaustadt 2018 hätten OB Müller und Bürgermeister Langensteiner-Schönborn Gespräche mit dem Konzernbevollmächtigten der DB für Baden-Württemberg geführt. Ergebnis, so die Stadt: Der barrierefreie Ausbau des Lahrer Bahnhofs werde gefördert und soll bis zur Eröffnung der Landesgartenschau fertig gestellt sein.


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