Hochwasserrückhalteraum Ichenheim
Vorplanung weitgehend abgeschlossen

So soll das geplante Rückhaltebecken Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim aussehen.
  • So soll das geplante Rückhaltebecken Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim aussehen.
  • Foto: Regierungspräsidium Freiburg
  • hochgeladen von Christina Großheim

Neuried (st). Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg hat in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Neuried am Mittwochabend, 6. November, über die Planung des Hochwasserrückhalteraumes Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim informiert. Die Vorplanung für den Hochwasserdamm auf Gemarkung Ichenheim, der im Zuge des Projekts saniert werden soll, sei weitestgehend abgeschlossen

Der Rückhalteraum Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim ist ein wichtiger Bestandteil des Integrierten Rheinprogramms zum Hochwasserschutz am Oberrhein. Seine Planfeststellung soll Ende kommenden Jahres beantragt werden. Torben Ott, Leiter der RP-Projektgruppe Offenburg, stellte im Gemeinderat dar, wie der Rückhalteraum funktionieren soll und welche technischen Bauwerke dafür erforderlich seien: „Die Standorte für das Einlass- und das Auslassbauwerk stehen bereits fest. Derzeit werden für diese beiden Bauwerke beim Karlsruher Institut für Technologie modelltechnische Laborversuche durchgeführt.“

Abstrombereich auf Ichenheimer Gemarkung

Wie Ott berichtete, werde sich der eigentliche Hochwasserrückhalteraum auf den Gemarkungen Schwanau-Ottenheim und Meißenheim befinden. Jedoch liege ein Teil des Abstrombereichs auf Gemarkung Ichenheim, wo zunächst die Sanierung des Dammes anstehe. Ott erläuterte, dass der Ichenheimer Damm durch den Rückhalteraum zukünftig keinen höheren Wasserständen als bisher ausgesetzt sein werde. Allerdings werde sich seine Einsatzdauer bei bestimmten Hochwasserlagen verlängern. Zur Vorbereitung des Planfeststellungsantrages sei der Damm terrestrisch vermessen und geotechnisch erkundet worden.

Robert Jehle, verantwortlich für die Planung der Dämme, erläuterte, dass entlang des Hochwasserdamms in Ichenheim zukünftig ein Dammverteidigungsweg erforderlich sei. Zur Anlage dieses durchgehend befahrbaren Weges sowie beidseitiger Schutzstreifen würden rund 1,8 Hektar Flächen der Gemeinde Neuried und rund 0,2 Hektar von Privateigentümern benötigt. Dazu sei das RP derzeit im Gespräch mit der Gemeinde. Um einen frühzeitigen Austausch zu ermöglichen, seien alle betroffenen Privateigentümer angeschrieben worden. Der überwiegende Anteil der beanspruchten Flächen werde derzeit landwirtschaftlich genutzt.

„Wir werden weiterhin den engen Dialog mit den Gemeinden sowie den Bürgerinnen und Bürgern pflegen und frühzeitig über die weiteren Planungsschritte informieren“, betonte Torben Ott. Die gleiche Beteiligung wie in Ichenheim sei auch für die Gemeinden Meißenheim und Schwanau-Ottenheim geplant. Auch dort sollen die Planungen zur Dammsanierung in den Gemeinderäten vorgestellt werden.

Informationen zum integrierten Rheinprogramm

Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, mit dem umweltverträglicher Hochwasserschutz erreicht und die Auen am Rhein renaturiert werden sollen. Das IRP basiert auf einer 1982 geschlossenen Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich. Auf ehemaligen Überflutungsflächen sind zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Rückhalteräume erforderlich.

Der Rückhalteraum Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim (IMO) ist ein wesentlicher Bestandteil für den Hochwasserschutz am Oberrhein. Er trägt dazu bei, dass bei einem Hochwasserereignis der Schutz der Menschen und Infrastruktur nördlich von Iffezheim wieder so hergestellt wird, wie er vor dem Bau der Staustufen bestanden hat.

Der Rückhalteraum IMO erstreckt sich von Süd nach Nord auf den Gemarkungen Schwanau-Ottenheim, Meißenheim und Neuried-Ichenheim. Im Westen wird er von der Stauhaltung Straßburg und im Osten von den Rheinhauptdämmen IX und X (sogenannte Tulladämme) begrenzt. Die Flächen im Rückhaltraum waren bis zur Inbetriebnahme der Staustufe Straßburg 1970 natürliches Überschwemmungsgebiet des Rheins. Mit dem Rückhalteraum IMO können bei einer maximalen Überflutungsfläche von 390 Hektar insgesamt 5,8 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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