Siegfried Huber
Amtszeit als Bürgermeister von Oberharmersbach endet

Siegfried Huber war 16 Jahre lang Bürgermeister von Oberharmersbach, verzichtete jetzt aber auf eine erneute Kandidatur. Heute endet seine Amtszeit offiziell. | Foto: Michael Bode
  • Siegfried Huber war 16 Jahre lang Bürgermeister von Oberharmersbach, verzichtete jetzt aber auf eine erneute Kandidatur. Heute endet seine Amtszeit offiziell.
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Oberharmersbach. Die Verabschiedung war bereits am Freitag, offiziell endet die Amtszeit von Siegfried Huber als Bürgermeister von Oberharmersbach allerdings erst am 31. Dezember 2017.

Die Zahl 40 spielt im Leben von Siegfried Huber eine besondere Rolle. In der Wahlnacht am 28. Oktober 2001, in der er erstmals zum Bürgermeister von Oberharmersbach gekürt wurde, feierte er seinen 40. Geburtstag. An seinem offiziell letzten Tag als Rathauschef begeht er sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Denn genau so lange war er für die Gemeinde tätig, davon 16 Jahre als Bürgermeister. Und wieder beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt.

"Ich treffe keine Hoppla-Hopp-Entscheidungen", sagt Siegfried Huber. Den Entschluss, nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren, besprach er ausgiebig mit Ehefrau Agnes und den beiden inzwischen erwachsenen Töchtern Nicole und Madleen. "Es war eine sehr positive und erfüllende Zeit", betont der scheidende Bürgermeister. Auch wenn er bekanntlich den politischen Stil eines kleinen Teils des Gemeinderats zuletzt als Belastung für das Gremium empfand, war Siegfried Huber mit Herzblut Bürgermeister. "Es ist jetzt einfach die richtige Zeit für eine Veränderung", sind er und seine Familie sich sicher.

Siegfried Huber ist ein waschechter Oberharmersbacher. "Nur bei der Geburt war ich in Zell", erzählt er lachend. Es gab auch noch nie einen Moment des Nachdenkens, seinen Heimatort zu verlassen. "Ich bin hier gut verwurzelt", berichtet Siegfried Huber. "Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, an einem anderen Ort zu kandidieren.

Bürgermeister wollte ich nur in Oberharmersbach werden." Aufgewachsen ist der heute 56-Jährige mit drei Geschwistern auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, zu dem auch zehn Hektar Wald gehörten. Zudem vermieteten seine Eltern Fremdenzimmer. Ein ebenso tragisches wie einschneidendes Ereignis war für Siegfried Huber und die ganze Familie, als 1967 der Hof komplett abbrannte.

Das ganze Hab und Gut ging in Flammen auf

Gerade einmal sechs Jahre war er damals alt, aber noch immer hat der Oberharmersbacher die schrecklichen Bilder vor Augen. "Ich werde niemals vergessen, wie man versuchte, die Tiere aus dem Stall zu holen. Einige waren verletzt, andere haben es nicht geschafft", berichtet er. Mehr war nicht zu retten. Hilflos musste die Familie zusehen, wie ihr ganzes Hab und Gut von den Flammen vernichtet wurde: "Alles war verloren, alle persönlichen Dinge vernichtet. Das war das Schlimmste." Schuld an dem Brand war ein Kurzschluss in dem alten Gebäude. Ein Jahr lang lebten die Hubers im Elternhaus der Mutter in der Nachbarschaft, bis ihr eigenes Heim wieder aufgebaut war. Viel später hat dann der jüngste Bruder den Betrieb im Nebenerwerb übernommen.

Siegfried Huber selbst bewarb sich nach der Hauptschule im Rathaus als Auszubildender. Allerdings machte ein anderer das Rennen. Dieser orientierte sich nach zwei Monaten jedoch anders und Huber kam doch noch zum Zug. Später wurde er dann Sachgebietsleiter im Hauptamt – eine Aufgabe, die ihm richtig Spaß machte. Im Gegensatz zu mancher großen Verwaltung waren die Zuständigkeiten des Hauptamts in Oberharmersbach noch vielfältiger. Am 1. Januar 2002 wechselte er dann auf den Chefsessel im Rathaus.

Selbst wenn er diesen nun abgibt, bleibt er der Gemeinde als "aktiv gestaltende Person erhalten", wie Siegfried Huber betont. So behält er sein politisches Amt als Mitglied des Regionalverbandes und bleibt Aufsichtsratsvorsitzender der FVS eG – Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald eG mit Sitz in Mühlenbach sowie der Bürger-Energie Oberharmersbach eG. Neu hat er die Aufgabe als Mitglied der Abgeordnetenversammlung eines großen Stuttgarter Unternehmens übernommen. Dass er unter Langeweile leiden wird, davor hat Siegfried Huber also keine Angst.

Im Gegenteil freut er sich auf mehr Freiraum: "Wenn man ehrgeizig ist und sein Amt gut erfüllen möchte, dann bleibt wenig Freizeit und manches ist gar nicht möglich." Als Bürgermeister war er nahezu jeden Abend unterwegs und hatte meist ebenfalls an den Wochenenden Termine. Jetzt will Siegfried Huber die neue Freiheit mit seiner Ehefrau nutzen. Beide unternehmen gerne Fahrradtouren und möchten mehr reisen. Und wie Siegfried Huber betont: "Ich freue mich, auf mehr Zeit für uns."
Anne-Marie Glaser

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