TV-Produzent Werner Kimmig denkt nicht ans Aufhören

Werner Kimmig lässt alle Preisträger auf dem Bambi unterschreiben – um es dann zu versteigern. Privat sammelt er Bambis. Sein ältestes stammt aus dem Jahr 1956 und wurde für „Sissi“ verliehen.
  • Werner Kimmig lässt alle Preisträger auf dem Bambi unterschreiben – um es dann zu versteigern. Privat sammelt er Bambis. Sein ältestes stammt aus dem Jahr 1956 und wurde für „Sissi“ verliehen.
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Vor 40 Jahren gründete er seine Firma, selbst feierte Werner Kimmig vor wenigen Wochen seinen 65. Geburtstag. Eigentlich könnte sich der erfolgreiche Fernseh-Produzent aus Oberkirch
getrost zur Ruhe setzen, zumal er die Geschäftsleitung längst an die
nachfolgende Generation abgegeben hat. Doch der 13. Oktober, der Tag, an
dem er offiziell das Rentenalter erreicht haben wird, wird für Werner
Kimmig ein Tag wie jeder andere sein. Denn weniger arbeiten will er
vorerst nicht, sondern anderen mehr Verantwortung geben.

„Ich kann mir sogar vorstellen, etwas ganz Neues zu machen“, sagt Kimmig
schmunzelnd. Doch: „Ich gehe in diesen Laden hier rein, so lange es mir
Spaß macht und ich von den Kunden keine rote Karte bekomme.“ Er genießt
es, sich die schönen Dinge seines Berufs auszusuchen und weniger
Angenehmes mittlerweile anderen überlassen zu können. Die Eröffnung des
Cannstatter Wasens Ende September oder die Verleihung des Deutschen
Fernsehpreises in Köln am vergangenen Mittwoch hat sich Werner Kimmig
natürlich nicht entgehen lassen. Auch die Bambi-Verleihung in Berlin am
14. November wird keinesfalls ohne ihn stattfinden. Und „wie ein
Schneekönig“ freut er sich auf die Produktion des 80. Geburtstags von
Udo Jürgens im kommenden Jahr. „Udo Jürgens hat mich praktisch mein
ganzes Leben lang begleitet. Zum ersten Mal bin ich ihm als Lehrbub bei
Burda begegnet“, erinnert er sich noch ganz genau.

Ohne Burda wäre Kimmig nie dahin gekommen, wo er heute ist – das wird er nicht müde
zu betonen. Denn dort begann nach einem Studium am
Werbewissenschaftlichen Institut in München 1970 seine Karriere in der
Medienbranche, als Werbeleiter der „Freizeit Revue“. Drei Jahre später
machte sich der damals 25-Jährige selbstständig mit einer Management-
und PR-Agentur. Die ersten Künstler, die er unter Vertag nahm, waren
Paola und Costa Cordalis.

Das Jahr 1979 sollte schließlich ein ganz entscheidendes werden. „Paola hat sich damals mit ihrem Mann Kurt Felix in Oberkirch verabredet. Er kam direkt vom SWR, wo er sein Konzept
der ‚Versteckten Kamera‘ vorstellte. Selbst produzieren wollte es der
SWR nicht, also suchte Kurt Felix einen Produzenten“, erzählt Kimmig.
Kein anderer hätte ihm jemals die Möglichkeit dazu gegeben, ist Werner
Kimmig überzeugt, schließlich wusste er bis dato nicht einmal, wie eine
Kamera überhaupt aussieht. So entwickelte sich aus diesem Treffen nicht
nur eine äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit, sondern eine lebenslange Freundschaft.

Bis 1990 konzentrierte sich Kimmig auf die Produktion von „Verstehen Sie Spaß?“, weitere Erfolge ließen aber nicht lange auf sich warten. Es folgten die Echo-Verleihung, der Deutsche
Fernsehpreis, die Bambi-Verleihung und „Immer wieder sonntags“ – um nur
die größeren Produktionen zu nennen.

Zahlreiche Auszeichnungen, goldene Schallplatten und Urkunden schmücken Büros und Gänge im
Oberkircher Hauptsitz der Kimmig Entertainment GmbH. Selbstverständlich
sei er stolz auf all das Erreichte. Doch viel wichtiger ist ihm – daran
lässt er keinen Zweifel– sein Engagement für den Förderverein
krebskranker Kinder Freiburg, für das er vor zehn Jahren mit dem
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. „Ich bin mit viel zeitlichem,
aber auch finanziellem Aufwand mit Leib und Seele dabei“, sagt Kimmig.
Als Vorsitzender des Kuratoriums versucht er, möglichst vielen Menschen
das Thema nahe zu bringen und Spenden zu sammeln. Seit der Gründung des
Vereins 1980 – Kimmig ist seit 1986 einer der wichtigsten Mitstreiter –
kamen so über 40 Millionen Euro zusammen. „Vor zehn Jahren sind von zehn
Kindern noch vier Kinder gestorben, heute sind es noch zwei. Das sind
immer noch zwei zu viel“, sagt Werner Kimmig.

Welche Pläne hat der umtriebige Werner Kimmig für die Zukunft? „Ich will alt werden und
gesund bleiben. Das wünsche ich mir auch für meine Familie. Und mit 80
will ich hier noch am Haus vorbei gehen können, spontan nach oben gehen
und einen Kaffee trinken, der mich nichts kostet.“

Autor: Daniela Räubig-Santo

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