Klimaschutzvereinbarung unterzeichnet
Emissionen um 80 Prozent senken

Dr. Stefan Karrer, technischer Vorstand der Koehler-Gruppe (r.) erhält von Ministerialdirektor Michael Münter die Urkunde des Umweltministeriums Baden-Württemberg.
  • Dr. Stefan Karrer, technischer Vorstand der Koehler-Gruppe (r.) erhält von Ministerialdirektor Michael Münter die Urkunde des Umweltministeriums Baden-Württemberg.
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Oberkirch (st). Koehler Paper, ein Unternehmen der Koehler-Gruppe, kann auf eine über 210-jährige Firmengeschichte zurückblicken und zählt mit rund einer Milliarde Euro Umsatz zu den wenigen unabhängigen deutschen Familienunternehmen in der Papierindustrie. Entsprechend langfristig und nachhaltig sind auch die unternehmerischen Entscheidungen, die getroffen werden. Auf dem Weg zur Klimaneutralität setzt sich Koehler Paper das Ziel, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 80 Prozent, gegenüber dem Basisjahr 2020, zu reduzieren. Das entspricht rund 360.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Koehler Paper liefert nachhaltigen Beitrag 

Mit dem im Dezember 2015 von den Vereinten Nationen auf den Weg gebrachten Übereinkommen von Paris hat die Weltgemeinschaft die Weichen für einen zukunftsgerichteten Klimaschutz gestellt. Der Anstieg der durchschnittlichen globalen Temperatur soll auf deutlich unter zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gehalten werden. Darüber hinaussollen Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Als eine der europaweit führenden Wirtschaftsregionen steht Baden-Württemberg in einer besonderen Verantwortung. Dabei fällt der Wirtschaft eine Schlüsselrolle zu.

Um dieser Schlüsselrolle gerecht zu werden, wurde ein Klimabündnis zwischen dem Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg und Unternehmen des Landes geschaffen. Die Partner unterstützen sich dabei gegenseitig bei der Erreichung der politischen und unternehmerischen Klimaschutzziele. Koehler Paper ist diesem Bündnis jetzt beigetreten.

Nachhaltiges Handeln in den Genen eines Papierherstellers

Dr. Stefan Karrer, technischer Vorstand der Koehler-Gruppe, betont: „Mit allen Ressourcen sparsam und nachhaltig umzugehen, ist für Koehler seit der Gründung vor über 210 Jahren untrennbar mit der Zukunftssicherung des Unternehmens verbunden.“ Seit Jahrzehnten engagiert sich Koehler aktiv im Bereich Klimaschutz, setzt Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz um und monitort die eigenen CO2-Emissionen sowie den Anteil erneuerbaren Stroms und Wärme. „Unsere CO2-Emissionen konnten durch eine Steigerung der Energieeffizienz und damit durch eine Reduzierung des spezifischen Wärme- und Stromverbrauchs, seit 2003 bereits deutlich reduziert werden“, ergänzt Dr. Karrer die Aktivitäten mit dem Blick auf das nachhaltige Handeln der Koehler-Gruppe.

Geplante Reduktion der CO2-Emissionen

2020 entwickelte die Koehler-Gruppe für sich eine konzernweite Klimastrategie, die 2021 verabschiedet wurde. Konkret nennt Dr. Stefan Karrer folgendes Ziel: „Schon bis zum Jahr 2025 werden wir 90 Prozent der sogenannten Scope 2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 reduzieren. Dazu zählen beispielsweise die Emissionen, die bei der Erzeugung der für die Papierproduktion notwendigen Energie entstehen.“

Schon bis 2030 will Koehler außerdem 80 Prozent der Scope 1-Emissionen reduzieren und 100 Prozent des Strom- und Wärmeverbrauchs bilanziell aus erneuerbaren Energien sicherstellen. Zu den Scope 1-Emissionen zählen beispielsweise die CO2-Emissionen, die bei der Energieerzeugung aus Steinkohle freigesetzt werden.

Umfangreiche Maßnahmen zur CO2-Reduktion bereits angestoßen

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wurden bereits umfangreiche Maßnahmen angestoßen. Beispielsweise plant Koehler Paper sein Heizkraftwerk am Standort Oberkirch in den kommenden Jahren vollständig auf Biomasse umzustellen. Durch die Umstellung von Steinkohle als primären Brennstoff auf Biomasse werden mehr als 150.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart. Die Inbetriebnahme ist für 2024 geplant. Dafür investiert das Unternehmen rund 60 Millionen Euro.

Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung von grünem Strom in der Papierproduktion. Seit Beginn des Jahres nutzt die neue Produktionslinie 8 in Kehl zu 100 Prozent grünen Strom aus einer regionalen Quelle, dem Wasserkraftwerk Schluchsee. Darüber hinaus sorgt der Dampf aus dem Biomasseheizkraftwerk am Koehler Paper Standort Kehl schon seit der Inbetriebnahme der Produktionslinie 8 im Jahr 2019 für eine nahezu CO2-freie Trocknung der Papierbahn.

Das sind nur zwei Beispiele aus einem umfangreichen Maßnahmenkatalog. Um den Fortschritt der Maßnahmen zur CO2-Emissionsreduzierung zu verfolgen, wird eine Ausgangsbilanz erstellt. Die jährlichen Veränderungen werden genau ermittelt, bewertet und regelmäßig veröffentlicht.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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