Pilzresistente Rebsorten
Mehr Nachhaltigkeit bei Oberkircher Winzer

Eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Winzerkellers Hex vom Dasenstein liefert bis zu 100 KW und wird von von Sebastian Hill und Frank Männle inspiziert.
  • Eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Winzerkellers Hex vom Dasenstein liefert bis zu 100 KW und wird von von Sebastian Hill und Frank Männle inspiziert.
  • Foto: Oberkircher Winzer eG/Benedikt Spether
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Oberkirch (st). Die Oberkircher Winzer eG will eine Strategie aufstellen, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker im Betrieb umzusetzen Alle drei Säulen, die soziale, die ökologische und die ökonomische sollen Berücksichtigung finden. Frank Männle wird neben Qualitätsmanager auch Nachhaltigkeitsmanager und besucht hierzu bereits die ersten Fortbildungen.

„Baden steht schon lange für Nachhaltigkeit“, betont Frank Männle. Auch die Oberkircher Winzer haben sich längst einem umweltschonenden Weinbau verschrieben. Dazu zählen unter anderem die Nitratvermeidung und die Unterstützung der Artenvielfalt vor allem an Terrassenböschungen. Die Querterrassen in der Ortenau seien ein gutes Habitat für Flora und Fauna. „Das alles erbringen die Winzer bereits kostenlos und auch zum Wohl der einmaligen Kulturlandschaft, die auch für den Tourismus unverzichtbar ist“, unterstreicht der Geschäftsführender Vorstand Sebastian Hill die Vorleistungen. Männle soll als zertifizierter Nachhaltigkeitsmanager alle Prozesse im Haus durchleuchten, vom Rebstock bis zum Versand. „Wir wollen uns diesem Trend stellen, der ja auch von der EU-Kommission gestützt wird. Natürlich soll daraus auch ökonomischer Nutzen resultieren“, so Hill.

Über Nachhaltigkeit informieren

Das Team der Oberkircher Winzer eG hatte sich im Februar eigens in einer Klausurtagung dieser Thematik angenommen. So wird auf der Homepage künftig eine eigene Rubrik den Kunden Informationen und aktuelle Entwicklungen zur Nachhaltigkeit kommunizieren. Ein weiteres Beispiel für mehr Nachhaltigkeit im Weinberg sind die ersten Pflanzungen im größeren Stil mit sogenannten PiWis, neuen Pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Diese ermöglichen einen integrierten wie ökologischen Weinbau mit deutlich weniger Pflanzenschutzmitteln- und Energieaufwand.

Viel in Sachen Nachhaltigkeit wurde in der Oberkircher Winzer eG schon umgesetzt. So wurden bereits 2009 beim großen Umbau drei Blockheizkraftwerke und eine Kraft-Wärme-Anlage eingebaut. Das im täglichen Betrieb gebrauchte Warmwasser fällt bei der Eigen-Stromerzeugung an. Kürzlich wurde in eine Keg-Abfüllung investiert. Damit können professionell und automatisiert Mehrweg-Fässer für den Offenausschank in der Gastronomie gefüllt werden. „Wir sparen dadurch jetzt schon zirka zwei Lastwagen an Flaschen pro Jahr ein“, erläutert Kellermeister Martin Bäuerle. Angesichts steigender Preise für Glas ist das auch eine ökonomische Seite der Nachhaltigkeit. In Oberkirch wurde im Jahr 2011 bereits eine Photovoltaik (PV)-Anlage installiert. Sie liefert bis zu 100 KW. In Kappelrodeck wird derzeit eine neue PV-Anlage aufs Dach gebaut, ebenfalls mit einer Leistung von 100 KW. Eine weitere Maßnahme zu mehr Nachhaltigkeit für die Kunden ist die E-Bike-Ladestation beim Winzerkeller Hex vom Dasenstein. Außerdem wird im Verkauf beider Vinotheken komplett auf Folie verzichtet, außer der Kunde wünscht dies ausdrücklich.

Gutes Betriebsklima

„Nachhaltigkeit ist nicht nur Bio und Energie, sondern auch soziale Nachhaltigkeit wie nachhaltige Einkommen für unsere Winzer mit ihren familiären Strukturen. Wir wollen die kleinbäuerliche Landwirtschaft nachhaltig erhalten“, so Sebastian Hill. Zur sozialen Nachhaltigkeit zählt auch der Umgang mit den Mitarbeitern, den lang gedienten Kollegen und ein gutes Betriebsklima.

Kürzlich wurde das Thema Nachhaltigkeit bei der Winzerversammlung kommuniziert. „Wir werden das im Dialog mit den Winzern angehen“, bekräftigt Frank Männle. Man suche aber auch den Schulterschluss mit der Politik, um immer wieder darzustellen „was die Winzer hier jetzt schon leisten“.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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