Georg Braun aus Bottenau sammelt alte Traktoren und mehr
Ein Faible für Dinge aus der Vergangenheit

Wenn Georg Braun seine Schätze in der Scheune des Dilgerhofs zeigt, strahlt er.
  • Wenn Georg Braun seine Schätze in der Scheune des Dilgerhofs zeigt, strahlt er.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Isabel Obleser

(gro). Es ist eine Sammlung der besonderen Art: Georg Braun, Landwirt und Winzer aus Oberkirch-Bottenau, hat mit viel Liebe landwirtschaftliche, aber auch feuerwehrtechnische Geräte aus der guten alten Zeit zusammengetragen. "Ich habe nur Dinge in die Sammlung aufgenommen, mit denen ich noch selbst gearbeitet habe, als ich jung war", erzählt der 67-Jährige. Die wundervollen alten Schlepper, Pumpen und anderen Stücke hat er mit viel Liebe zum Detail wieder restauriert. Woher kommt die Leidenschaft für die Raritäten?
"Ich will diese Dinge für die Nachwelt erhalten, damit auch spätere Generationen sehen können, wie auf einem Hof gearbeitet wurde", sagt Georg Braun. Tradition ist ihm wichtig, sie liegt ihm im Blut. Kein Wunder, schließlich ist der Dilgerhof seit dem frühen 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Braun. "Unser Hof hat früher zum Kloster Allerheiligen gehört", plaudert Braun über die Geschichte. In der Zeit der Säkularisation durch Napoleon kaufte die Familie Braun das landwirtschaftliche Gut: "Unsere Familie ist seit 1805 auf dem Hof." Der Name Dilger kam über eine Heirat in zweiter Ehe zwischenzeitlich hinzu. "Er wurde danach einfach beibehalten, damit die ganzen Brauns in Bottenau unterschieden werden können", erklärt Georg Braun den Pragmatismus seiner Vorfahren.
Wenn Braun seine Schätze zeigt, dann strahlt er: Das älteste Stück ist eine Hanfbreche mit Hanfhechel und -kamm. "So etwas fand sich früher auf jedem Bauernhof", so Braun. Der Hanf wurde zu Tuch verarbeitet und war in der Region weit verbreitet. Ein weiteres originelles ist eine alte Feuerwehrleiter. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein Rammbock, durch ein, zwei Handgriffe verwandelt sie sich in eine Leiter. "Das gab es früher in jeder Wehr", berichtet Braun, der selbst jahrelang Mitglied in der Bottenauer Feuerwehr war. Das erklärt auch die stattliche Sammlung alter Feuerwehrhelme und Spritzen. Georg Braun zeigt einen Gürtel, in dem ein großer Nagel steckt. "Wissen Sie woher der Notnagel stammt?", fragt er mit einem verschmitzten Lächeln und verrät bereitwillig: "Wenn er den Nagel in die Wand schlug, konnte sich ein Feuerwehrmann abseilen, wenn ihm der Rückweg über die Treppe versperrt war."

Jedes Stück hat seine eigene Geschichte

Georg Braun weiß zu jedem seiner Stücke eine Geschichte zu erzählen, er haucht den alten Gegenständen neues Leben ein, wie einer Drehmaschine. "Damit haben früher Wagner gearbeitet", stellt er klar. Wie alle seine Stücke ist sie voll funktionstüchtig, es durfte auch schon einmal ein gelernter Wagner daran arbeiten. Natürlich nennt er auch alte Schlepper sein eigen. Besonders stolz ist er auf einen "Holder Auto Rekord" aus dem Jahr 1936: "Den gibt es kaum noch, nach dem habe ich lange gesucht." Im Prinzip handelt es sich um eine fahrende Spritze.
Erst vor drei Jahren, als er begann auf dem Hof etwas kürzer zu treten, baute er seine Sammlung auf. "Ich habe in ganz Deutschland nach geeigneten Stücke gesucht", erzählt er. Dabei war ihm immer wichtig, Originale zu kaufen: "Lieber bezahle ich etwas mehr, aber dafür bekomme ich auch das Richtige." Wichtig war, dass die Stücke noch funktionierten. "Ich putze, lackiere und bringe sie wieder in Schuss", so Braun. Nicht immer ein leichtes Unterfangen. "Sie waren zum Teil in einem derben Zustand", verrät der stolze Besitzer. Ganz komplett ist seine Sammlung noch nicht. "Ein paar Stücke fehlen mir noch", verrät Braun.
Die Vielfalt der Geräte spiegelt die Vielfalt der Landwirtschaft, die die Familie Braun noch heute betreibt, wider: "Ich wollte Landwirt werden, das war schon immer meine Vorstellung", sagt Georg Braun und ist sichtlich froh, dass sein Sohn den Hof wie selbstverständlich übernommen hat. Auf dem Dilgerhof wird Weinbau betrieben, aber auch Feriengäste sind willkommen. Und eine Edelobstbrennerei gehört dazu. "Außerdem liefern wir Kirschen für die berühmte Praline aus Italien", so Braun.
Georg Braun ist Mitglied bei den Renchtäler Schlepperfreunden. So kommen seine "Schätzchen" in die Welt: Mit einem alten Traktor von 1950 ist er schon nach St. Wendel im Saarland gefahren und er hat an der Großglockner-Weltmeisterschaft für Schlepper teilgenommen.
Christina Großheim

Autor:

Isabel Obleser aus Gengenbach

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