Neuer Oberkircher Pfarrer Markus Fischer
Offen sein und Profil zeigen

Der neue Oberkircher Pfarrer Markus Fischer will das Gespräch mit den Menschen in seinem Seelsorgebereich suchen.  | Foto: Michael Bode
  • Der neue Oberkircher Pfarrer Markus Fischer will das Gespräch mit den Menschen in seinem Seelsorgebereich suchen.
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Oberkirch. "Es ging alles außerordentlich schnell", sagt der neue Pfarrer der Oberkircher Seelsorgeeinheit, Markus Fischer, zu seiner Bewerbung auf die Stelle. "Und in meinem Fall kam auch noch beides zusammen", nämlich, dass er nach Oberkirch wollte und auch die Diözesanleitung ihn dort für die Zukunft sah. Im Januar hat er sich dann vor Ort vorgestellt, unter anderem auch dem Pfarrgemeinderat. "Innerhalb von vier Tagen war alles klar", so Fischer.
Der gebürtige Oberbayer, der die vergangenen neun Jahre in verschiedenen Positionen in Freiburg tätig war, ist eigentlich Mitglied des Dominikaner Ordens. 2011 hat er in Wien die Priesterweihe empfangen und wollte dann doch in den seelsorgerischen Bereich gehen. Nach seinem Wechsel nach Freiburg half er dort in die Diözese mit. "Nach fünf Jahren ist der Wechsel vom Orden zur Diözese vollzogen. Momentan bin ich von den Rechten und Pflichten des klösterlichen Lebens entbunden", erklärt er, denn für die Pfarrarbeit sei der Bischof zuständig, so Fischer weiter.
Dass sich der 36-jährige Pfarrer für diesen Beruf schließlich entschieden hat, ist sicherlich in den Erfahrungen aus seiner Kinder- und Jugendzeit begründet. "Ich bin in einer Kirchengemeinde aufgewachsen, in der zwei sehr aktive Pfarrer tätig waren, die mir auch Einblick in den Beruf des Priesters gewährten. Zudem war ich in der Jugendarbeit, als Messdiener und in der Musikgruppe aktiv." Für ihn gab es eigentlich nur zwei Überlegungen nach dem Abitur: Entweder das Studium der Meteorologie oder der Theologie. Das es am Ende die Theologie wurde, liegt für Fischer vor allem auch an der Vielseitigkeit des Berufs. "In der Seelsorge kann man in so viele unterschiedliche Lebensbereiche eintauchen und Menschen auf ihren Wegen begleiten. Es gibt einfach keine Routine", so Fischer.

Gewachsenes und Gutes in Zukunft tragen

Das hat nicht nur ihn überzeugt, sondern auch einen Teil seiner Mitschüler. "Insgesamt vier Schulkameraden aus meinem Abiturjahrgang sind in irgendeiner Form in den Kirchendienst eingetreten."
Markus Fischer ist jemand, der das Gespräch mit den Menschen sucht und gut zuhören kann, aber er weiß auch genau, was er will. "Man muss jeden Tag offen bleiben, aber man muss auch ein Profil zeigen, nur so ist man greifbar und nur so ist Dialog und Argumentation möglich." In seinem ersten Jahr in Oberkirch ist ihm vor allem das Ankommen wichtig. Dabei ist für ihn nicht nur der Austausch mit den Menschen in seinem Seelsorgebereich entscheidend, sondern auch "Gutes und Gewachsenes in die Zukunft zu tragen und Dinge auch weiterzuentwickeln. Dafür will ich mir Zeit nehmen."
Zwar beobachte er, dass der volkskirchliche Charakter massiv abnehme, gleichzeitig aber viele Menschen auf der Suche seien. "Die neue Generation sucht andere Formen der Religiösität", sagt Fischer. Deshalb wolle er in Oberkirch auch Formate entwickeln, um die Menschen wieder zu begeistern. Daneben sei bei seiner neuen Stelle vor allem die Organisation wichtig, sonst erdrücke einen die Masse an Aufgaben. Bei den zehn Gemeinden, die er betreue, könne er natürlich nicht jeden Wunsch erfüllen, so Fischer weiter.
Seine eigene Arbeitsweise orientiert sich an seinem Vorbild Bischof Óscar Romero aus El Salvador. "Sein Motto lautet, dass man nicht alles tun kann, aber man kann etwas tun und das richtig gut. Ich finde, das ist ein sinnvoller Ansatz." Das eigene Handeln müsse sich in der Praxis bewähren, ist sich Fischer sicher. "Denn was ich mir theoretisch vorstelle, lässt sich nicht immer praktisch umsetzen."
In seiner täglichen Arbeit spielen immer auch große kirchenpolitische Themen wie Zölibat, Missbrauchsskandal oder Frauenordination eine Rolle. "Dieses Spannungsfeld ist eine große Herausforderung und belastet die tägliche Arbeit manchmal auch, unabhängig davon, ob die Themen in der Gemeinde akut sind", erklärt Fischer.
Wenn der sympathische Oberbayer einmal Zeit für sich braucht, zieht es ihn in die Natur. Bei Bergsteigen und Wandern kann er besonders gut entspannen. Er greift aber auch gerne zur Gitarre, die er seit seiner Jugend spielt, und lässt sich im Kabarett gerne mit feinem Humor unterhalten. M. Kerber

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