Oberbürgermeisterin tritt nicht wieder an
Edith Schreiner verzichtet auf dritte Amtszeit

Edith Schreiners Amtszeit als Oberbürgermeisterin begann im Dezember 2002 und endet 16 Jahre später.
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  • Foto: Bode
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Offenburg (rek). Mit einer persönlichen Erklärung eröffnete Edith Schreiner am Montagabend die Gemeinderatssitzung. Darin verkündete sie, dass sie im Herbst nach dann 16 Jahren als Oberbürgermeisterin nicht für eine dritte Amtszeit zur kandidieren werde.

Ihr sei immer klar gewesen, dass das Amt als Oberbürgermeisterin "ein Auftrag auf Zeit ist", so ihre Begründung in ihrer kurzen Erklärung. Sie habe zwei Amtsperioden voller Energie das Amt geführt und dabei auch viele Ziele erreicht. "Halbe Sachen sind nicht meine Art", begründete sie, dass auch nicht für eine halbe Amtszeit von vier Jahren zur Verfügung stehe, so Schreiner, die im Dezember ihren 60. Geburtstag feierte.

"Ich bedauere ihre Entscheidung sehr", schreibt Albert Glatt, Fraktionschef der CDU aus seinem Urlaub als erste Reaktion. "Ich hätte mir gewünscht, dass sie noch einmal antritt. Die Power und der Durchsetzungswillen, den sie immer wieder gezeigt hat, hätten ohne Frage auch noch für eine weitere Amtszeit gereicht", so seine Einschätzung. Er respektiere die Entscheidung und dankt ihr "engagierte und erfolgreiche Arbeit" in 16 Jahren. "Ihre Beharrlichkeit und Fähigkeit zu bündeln und zu vermitteln hat die Offenburger einig und stark gemacht", so Glatt zu ihrer Position in der Tunnelfrage.

"Erste Gerüchte über einen Verzicht habe ich als Spekulation gewertet", reagierte SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Ficht am Rande der Sitzung. "Wir werden uns aktiv umschauen nach einem qualifizierten Kandidaten", betont Ficht. Auch Glatt betont: "Wir sind jetzt gefordert. Selbstverständlich wird die CDU Offenburg, Fraktion und Partei, sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten machen." Beide haben natürlich auch potentielle Kandidatinnen auf dem Schirm. "Zu gegebener Zeit werde ich gemeinsam mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Jens Herbert unseren Gremien und der Öffentlichkeit einen Kandidaten präsentieren, der Offenburg weiterbringen und eine gute Wahl für alle Offenburger sein wird", kündigt er an. Finanzbürgermeister Hans-Peter Kopp hatte bereits vor Wochen seine Kandidatur als möglicher Oberbürgermeister ausgeschlossen. "Das muss auch in die persönliche Lebensplanung passen", akzeptiert Ficht diese Entscheidung.

Während der Sitzung erklärte Klaus Binkert (CDU) als "jahresältester Stadtrat", dass Offenburg eine beliebte und engagierte Oberbürgermeisterin verliere. "Meine Amtszeit endet erst am 2. Dezember, solange bleibe ich noch da", entgegnete Schreiner.

Schreiner kam im April 2002 als Baubürgermeisterin nach Offenburg und setzte sich bei der Oberbürgermeister-Wahl im November unter anderem gegen langjährigen Finanzdezernenten Christoph Jopen durch. Im Oktober 2010 wurde sie für eine zweite Amtszeit gewählt. Vor ihrer Zeit in Offenburg war sie bis 1992 Mitarbeiterin im Innenministerium Baden-Württemberg und kehrte anschließend als Erste Landesbeamtin an das Landratsamt Tuttlingen zurück, wo die Juristin bereits seit 1986 gearbeitet hatte.

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