Olympia auf Offenburger Marktplatz
Große Enttäuschung für Johannes Vetter

Speerwerfer Johannes Vetter per Live-Übertragung aus Tokio auf dem Offenburger Marktplatz, wo ihn rund 200 Sportbegeisterte lautstark bei seinen drei Versuchen unterstützten. | Foto: Foto: rek
3Bilder
  • Speerwerfer Johannes Vetter per Live-Übertragung aus Tokio auf dem Offenburger Marktplatz, wo ihn rund 200 Sportbegeisterte lautstark bei seinen drei Versuchen unterstützten.
  • Foto: Foto: rek
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Offenburg (rek). Sommer in Tokio – strömender Regen in Offenburg. Das heimische Wetter tat der anfänglichen Stimmung auf dem Offenburger Marktplatz aber keinen Abbruch. Bei der öffentlichen Veranstaltung rund um die Großbildleinwand verfolgten rund 200 begeisterte Johannes-Vetter-Fans unter dem Pagodendach den olympischen Wettkampf des amtierenden Speerwurf-Weltmeisters aus Offenburg aus der Olympia-Stadt Tokio. Doch die Unterstützung half nichts. Vetter wurde neunter, der Traum von einer Medaille platzte.

Langgezogenes "Zieh" hilft nicht

Moderator Mario Vogt hatte das Publikum vor dem ersten Speerwurf noch eingestimmt. Entsprechend riefen die Offenburger das langgezogene "Zieh" über die Mikrofone des in Einspielungen live aus Offenburg übertragenden ZDF bis nach Tokio. 82,52 Meter war das für Vetters Verhältnisse ausbaufähige Ergebnis des ersten Wurfes. Beim zweiten und dritten Wurf, über die Vetter selbst später sagte, dass es schon beim Hinschauen weh täte, rutschte er auf dem für seinen Stil ungeeigneten Boden aus. Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll reagierte enttäuscht über die Verhältnisse: "Wenn der Fuß rutscht, gibt es keine Chance, die Energie auf den Speer zu übertragen. Seit zwei Jahren hat Johannes alle Wettkämpfe mit Würfen über 90 Meter dominiert." Sie, aber auch Dieter Roth von der LG Offenburg machten Vetter Mut: "Der Junge ist erst 28 Jahre alt. In drei Jahren in Paris ist er im besten Alter". Auch Roth formulierte deutliche Kritik: "Die Bahn ist ein Skandal." Beim Live-Interview des ZDF mit Obergföll vom Marktplatz kämpfte die frühere Athletin aufgrund ihrer Enttäuschung sichtlich mit den Tränen – auch für ihren Mann Boris, den Speerwurf-Bundestrainer.

Ermutigende Stimmen

Als Vetter nach seinem Ausscheiden aus dem Tokioter Stadion auszog, brandete nochmals Mut machender Applaus auf. Den Mut fasste Offenburgs Bürgermeister Hans-Peter Kopp in Worte: "Er hat trotzdem einen Preis verdient aufgrund seiner beständigen Leistungen in den vergangenen Jahren." Oberbürgermeister Marco Steffens ergänzte: "Das ist bitter für so Ausnahmetalent, Er wird damit aber gut umgehen und den Blick nach vorne richten. Menschlich hat Johannes Vetter ohnehin eine Goldmedaille verdient." Anfang der Woche wird Vetter in Offenburg zurückerwartet.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.