Initiative Vonovia Offenburg
Steigende Mieten und keine Ansprechpartner

Betroffene, die in einer Wohnung des Unternehmens Vonovia wohnen, haben sich zu einer Mieterinitiative zusammengeschlossen. Nun gehen sie mit ihren Problemen an die Öffenlichkeit: Rechtsanwältin Christine Hass und Stadtrat Stefan Böhm (stehend, von links) sowie die Mitglieder der Mieter-Initiative: Margarete Nimz, Manuela Schäfer, Klaus Herm und Bernd Klein (von links).
Betroffene, die in einer Wohnung des Unternehmens Vonovia wohnen, haben sich zu einer Mieterinitiative zusammengeschlossen. Nun gehen sie mit ihren Problemen an die Öffenlichkeit: Rechtsanwältin Christine Hass und Stadtrat Stefan Böhm (stehend, von links) sowie die Mitglieder der Mieter-Initiative: Margarete Nimz, Manuela Schäfer, Klaus Herm und Bernd Klein (von links). (Foto: gro)

Offenburg (gro). Die Vonovia SE gilt als der größte Immobilienkonzern in Deutschland. Auch in Offenburg hat das Unternehmen 450 Wohnungen unter seiner Regie: Der Großteil sind Mietwohnungen, der Rest Eigentumswohnungen, für welche die Verwaltung übernommen wurde. Auch die ehemaligen Eisenbahnerwohnungen in der Okenstraße gehören zum Bestand in Offenburg, genauso wie Wohnungen in Albersbösch, Uffhofen oder in der Oststadt.

Ein Teil der Mieter hat sich bereits im vergangenen Jahr auf Anregung des Grünen-Stadtrates Stefan Böhm zu einer Mieterinitiative zusammengeschlossen, da es nach ihrer Meinung eine Reihe von Missständen in den Häusern gebe. "Es gab mindestens zwei Gespräche mit dem Regionalbeauftragten der Vinova, die aber zu keiner Veränderung führten", erklärt Stefan Böhm in einem Pressegespräch, warum sich die Mieterinitiative Vonovia Offenburg dazu entschlossen habe, an den Konzernvorstand einen offenen Brief zu schreiben. Dieser sei in den Häusern ausgelegt worden, mit der Bitte an die Bewohner, die Initiative zu unterstützen. Der Rücklauf davon liege bei rund zehn Prozent. "Viele Mieter sprechen nur wenig Deutsch, wir sind nicht sicher, ob wir sie erreicht haben", so Böhm.

Obwohl die Initiative den Brief bislang noch nicht abgeschickte habe, gebe es schon eine schriftliche Reaktion des Unternehmens. "Wir würden uns wünschen, dass alle Anfragen so schnell beantwortet würden", stellen die betroffenen Mieter fest, die vermuten, dass einer der ausgelegten Briefe weitergeleitet worden sei. Die Hauptkritikpunkte nach ihrer Meinung sind: Dass die energetischen Sanierungen dazu genutzt würden, die Mieten stark anzuheben. Eine weitere Forderung ist, dass die Nebenkostenabrechnung durchschaubar und begründet sein solle. Bauliche Mängel, vor allen Dingen solche, die durch die Renovierung entstanden sein sollen, sollen schnell behoben werden.

Die Wasserkostenabrechnungen werden, da sie nach Wohnfläche berechnet würden, als ungerecht empfunden. Deshalb wird der Einbau von Wasseruhren gefordert. Beklagt wird, dass die Objektbetreuer nur schwer zu erreichen und nicht als Hausmeister tätig seien. Ferner wird in dem Brief dazu aufgefordert, dass für die Einhaltung der Hausordnung gesorgt werden solle. Außerdem solle Vonovia für die Mieter über schnelle Kontakte und Ansprechpartner gut erreichbar sein.
In seinem Antwortschreiben verweist das Unternehmen in Bezug auf die Mieterhöhungen auf die geltenden Gesetze zur Umlage von Sanierungskosten.

"Das ist schon richtig", erklärt Christine Hass, Rechtsanwältin, die beratend für den Deutschen Mieterbund tätig ist. "Aber die Möglichkeit elf Prozent der energetischen Sanierungskosten auf die Wohnungen umzulegen, bedeutet hier Mietsteigerungen zwischen 40 und 50 Prozent." Es werde angeboten, etwaige Härtefälle zu prüfen und eine Lösung für diese Mieter zu finden. In Bezug auf die Nebenkostenabrechnungen wird auf eine Sprechstunde, die im April stattfand, verwiesen. Es wurden außerdem technische Mietersprechstunden angesetzt, der erste von vier Terminen habe bereits stattgefunden.

"In zwei Wochen werden wir den Brief abschicken", kündigt Stefan Böhm an. Bis dahin hätten weitere Betroffene noch die Möglichkeit, ihre Unterstützung für die Initiative zuzusagen, indem sie entweder einen Brief an den Deutschen Mieterbund Offenburg/Lahr, Grabenallee 22 in Offenburg oder eine E-Mail an die Adresse mieter-vonovia-og@web.de schicken.

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