2. August 2017, 09:45 Uhr | 2 | 166 Leser

OB Schreiner und Bürgermeister Jehle in Gesprächen über neuen A5-Anschluss
"Weitere Verschiebung in Richtung Süden schwierig"

Blick von der Brücke am sogenannten Bumerang auf die Haftanstalt, wo sich die Bundesstraßen 33 und 3 kreuzen
Blick von der Brücke am sogenannten Bumerang auf die Haftanstalt, wo sich die Bundesstraßen 33 und 3 kreuzen (Foto: rek)

Offenburg/Hohberg (rek). "Der Anschluss zwischen der Bundesstraße 33 und der Autobahn ist dringend notwendig, spätestens, wenn der Verkehr zweispurig aus dem Kinzigtal kommt", weiß auch Hohbergs Bürgermeister Klaus Jehle um die Unaufschiebbarkeit des neuen Anschlusses im Süden Offenburgs an die A5 durch das interkommunale Gewerbegebiet Hoch drei. Den gleichen Standpunkt hat Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Sie kündigte für die erste Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause im September das Vorliegen einer tragfähigen Lösung für beide Kommunen an. Aber auch Durbach, Schutterwald und Ortenberg sprechen in dem Zweckverband zumindest ein Wörtchen mit. Bis dahin sind die beiden Rathauschefs aus Offenburg und Hohberg in Gesprächen.

"Eine weitere Verschiebung der Trasse Richtung Hohberg ist schwierig für die Gemeinde und ihre Bürger", betont Jehle eine zentrale Gesprächsgrundlage und nennt gleich eine weitere Prämisse: "Den Königswaldsee zu tangieren ist tabu. Er ist unser – das können Sie fett drucken – Naherholungsgebiet." Weitere gegebene Hindernisse sind die Justizvollzugsanstalt, das Gelände des Flugplatzes, Vereinsheime sowie zahlreiche inzwischen angesiedelte Gewerbebetriebe.
Aber auch Offenburgs Bürgerschaft aus dem Stadtteil Hildboltsweier stellt Ansprüche und will endlich die sich nördlich schlängelnde sogenannte Variante 4 vom Tisch haben. Sie drängt auf eine südlicher verlaufende Trasse.

Ihnen macht Jehle klar, dass Hohberg durch den Ausbau der Rheintalbahn und den damit verbundenen Tunnelausgang sowie eine nötige Querspange zwischen alter und neuer Bahntrasse bereits deutliche Einschränkungen sowie zusätzliche Belastungen für Offenburg trage. Dennoch betont Jehle: "Wir prüfen gemeinsam alles, was möglich scheint" und will dafür eben auch die Zeit der Sommerpause nutzen. Ziel sei es, eine tragfähige Lösung zu finden und einseitige Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Ob Offenburg und die Umlandgemeinden tatsächlich mit einer Konsenslösung in die Planungen mit dem Regierungspräsidium einsteigen müssen, wie OB Schreiner ihren Kenntnisstand wiedergibt, könnte vom Tisch sein. Karl Bäuerle, der im "Arbeitskreis Südzubringer" aktiv ist, erklärte, dass die Planung des Autobahnzubringers nach Auskunft des Regierungspräsidiums auch dann ohne Zeitverlust möglich sei, wenn es keine Konsensvariante gibt. Dies, so Schreiner, sei für sie neu, wollte aber für eine Beurteilung dazu eine schriftliche Auskunft des Regierungsbehörde einholen. Die Forderung des Arbeitskreises wurde gestern nochmals in einem offenen Brief an das Stadtoberhaupt bekräftigt: "Lassen Sie (Anm. d. Red.: gemeint ist Edith Schreiner) in der nächsten Sitzung des Gemeinderats im September darüber abstimmen, ob Sie in der Verwaltungsgemeinschaft dafür eintreten sollen, die V4 aus dem Verfahren zu nehmen und auch keine andere Variante zu befürworten, die zwischen Uffhofen, Hildboltsweier und dem Gefängnis verläuft und den Bestand des Flugplatzes und mehrerer Vereine gefährdet."

Somit stehen die Anliegen Hohbergs und der südlichen Stadtteile Offenburgs in Konkurrenz. Laut Schreiner sei das Projekt des südlichen Autobahnzubringers im vordringlichen Bedarf und stehe damit zeitnah nach einer vorliegenden Planung vor der Finanzierung.