Dr. Christoph Jopen für die SPD-Fraktion
Das kann der Kreis gegen Fachkräftemangel tun

Dr. Christoph Jopen, stellvertretender Vorsitzender der SPD Kreistagsfraktion
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  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Ortenau (ag/rek). Wie kann der Kreis dem Fachkräftemangel entgegenwirken? Das wollten wir von den Kreistagsfraktionen wissen. Zugegeben, es war ein regelrechter Überfall und wir konnten nur zwei Tage Zeit für die Stellungnahmen einräumen.

Im Namen der SPD antwortete innerhalb der Frist der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Christoph Jopen: "Der Fachkräftemangel in Deutschland zweifellos ist eine der entscheidenden Herausforderungen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft. Darum ist seine Beseitigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich an viele Beteiligte richtet. Bund, Land, die Unternehmen, die Gewerkschaften und auch die kommunalen Partner sind gleichermaßen gefragt. Den Ortenaukreis sieht die SPD-Fraktion gleich vier Mal gefordert.

1. Der Kreis ist Träger der beruflichen Schulbildung und bietet damit das größte Netzwerk für die Qualifizierung junger Menschen. Die SPD-Fraktion legt auf die kontinuierliche Fortentwicklung des beruflichen Schulwesens größten Wert. Dies muss in ganz enger Abstimmung mit der Wirtschaft geschehen. Hier wird investiert, hier muss weiter investiert werden.

2. Der Ortenaukreis ist Träger der Kommunalen Arbeitsförderung, die mit ihren umfassenden Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen entscheidenden Anteil daran hat, dass auch in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen diejenigen gefunden werden, die trotz ihrer Defizite nach entsprechender Schulung auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Der Fachkräftemangel ist gerade für diese Personengruppe eine neue Chance. Die Wirtschaft sucht Kräfte und verzeiht deshalb auch einzelne Schwächen.

3. Mit seinen eigenen Unternehmen und der dort geleisteten Ausbildung kann und muss der Kreis in bestimmten Branchen deutliche Akzente setzen. Hier sind die Krankenhäuser mit ihren vielen Berufsbildern an erster Stelle zu nennen. Angesichts der hohen Fluktuation ist es sogar angezeigt, über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden.

4. Der Ortenaukreis ist maßgeblicher Partner bei der Integration von geflüchteten Menschen. Sofern diese eine Bleibechance haben, können sie in besonderer Weise zumindest langfristig als Fachkräftereserve mobilisiert werden. Die meisten dieser Menschen sind nach Deutschland gekommen, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Häufig sind sie deshalb bereit, auch in weniger attraktiven Berufsfeldern zu arbeiten. Die 'Ernte' wird der Arbeitsmarkt aber erst nach Jahren realisieren können, weil sprachliche Ausbildung, Integration in unsere gesellschaftlichen Strukturen und fachliche Qualifizierung mehrjährige Anstrengungen erfordern. Der Ortenaukreis kann hier in ganz frühem Stadium die richtigen Weichen stellen."

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