Horst Sahrbacher, Chef der Agentur für Arbeit
"In der Gruppe der Generation 50 plus steckt ein großes Potenzial"

Horst Sahrbacher im Gespräch
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Ortenau. Der Fachkräftemangel ist in aller Munde und zieht sich auch in der Ortenau durch viele Berufssparten. In einem Gespräch mit Maria Neumann  äußerte sich Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, zu der Frage, ob "Fachkräfte eine Frage des Alters?" seien. Dabei stellte Horst Sahrbacher Maßnahmen vor die die Agentur unterstützende bietet.

Haben auch ältere Arbeitnehmer eine Chance um in Weiter- beziehungsweise Fortbildungsmaßnahmen zu kommen?
In jedem Fall, in vielen Branchen beklagen Arbeitgeber einen hohen Fachkräftebedarf. Dabei steckt in der Gruppe der Generation 50 plus ein großes Potenzial. Durch berufliche Weiterbildung lassen sich zusätzlich vielleicht notwendige Qualifikationen schnell erwerben. Damit verbessern ältere Arbeitnehmer ihre Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt und Arbeitgeber gewinnen durch Qualifizierung zusätzlich Fachkräfte.

Sind Firmen heute eher bereit, solch qualifizierte ältere Fachkräfte einzustellen?
Ja, die niedrigen Arbeitslosenzahlen bestätigen dies – der Fachkräftebedarf hat viele Arbeitgeber zum Umdenken bewogen. Mittlerweile ist die Einstellung von älteren Fachkräften in den Unternehmen längst keine „Notlösung“ mehr. Viele Unternehmen wissen die Lebens- und Berufserfahrung, Zuverlässigkeit und hohe Sozialkompetenz älterer Arbeitnehmer zu schätzen. Arbeitgeber führen oft an, dass diese Mitarbeiter hochmotiviert sind und sich gut ins Team integrieren.

Die Digitalisierung ist in allen Bereichen auf dem Vormarsch. Sehen Sie darin ein Problem für ältere Arbeitnehmer?
Die Arbeitswelt ist im Wandel und die Digitalisierung hält in immer mehr Arbeitsbereichen Einzug. Lebenslange Weiterbildung ist deshalb das Gebot der Stunde. Die Anforderungen nehmen für Arbeitnehmer zu, Arbeitsplätze verändern sich. Neue Technologien und Entwicklungen, die für Jüngere zum Alltag gehören, können für die ältere Generation eine Herausforderung darstellen. Deshalb sollten ältere Arbeitnehmer ihr umfangreiches Fachwissen durch Fortbildung ausbauen und an die aktuellen Anforderungen anpassen. Qualifizierung hilft nicht nur die beruflichen Kenntnisse aktuell zu halten. Mit zusätzlichen Fähigkeiten und Kenntnissen können Arbeitnehmer auch neue berufliche Wege gehen. Das lohnt sich auch mit 55 Jahren aufwärts. Erfahrene Mitarbeiter sind angesichts des Fachkräftebedarfs enorm wichtig für die deutsche Wirtschaft.

Welche Maßnahmen bietet die Agentur für Arbeit an?
Die Agentur für Arbeit kann Unternehmen und ältere Arbeitnehmer bei der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in vielfältiger Weise unterstützen. Wir versuchen gezielt, arbeitslose Menschen, die bisher keine Berufsausbildung absolviert haben, dazu zu motivieren, eine solche Berufsausbildung nachzuholen. Aber wir möchten nicht nur arbeitslos gemeldete Personen qualifizieren, sondern auch diejenigen, die bereits beschäftigt sind, jedoch keinen Berufsabschluss haben. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur wirbt bei Unternehmen für die Bereitschaft, ungelernten Arbeitnehmern durch Qualifizierung, eine Chance zu geben. Wir setzen dabei auf individuelle Lösungen wie zum Beispiel berufliche Qualifizierung Arbeitsloser, um sie für die Anforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes fit zu machen. Wir leisten Eingliederungszuschüsse bei Einstellung von Mitarbeitern, die eine erweiterte Einarbeitung benötigen. Und wir unterstützen zudem Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter qualifizieren. Auch in den kommenden Jahren wird der Fachkräftebedarf weiterhin unverändert hoch sein. Durch Weiterbildung, Umschulung oder Ausbildung eröffnen sich für Arbeitgeber wie auch für Arbeitnehmer Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Autor:

Isabel Obleser aus Gengenbach

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