Annette Müller verbindet Theater mit modernen Medien
Inszenierungen abseits der klassischen Bühne

Annette Müller lebt ihren Traum vom modernen Theater ganz bewusst.
  • Annette Müller lebt ihren Traum vom modernen Theater ganz bewusst.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). Annette Müller liebt das Theater. Stücke zu inszenieren, im Team zu erschaffen und sich mit wichtigen Themen der Zeit kritisch auseinanderzusetzen, erfüllt sie. "Ich bin ein Workaholic", gibt die Theaterpädagogin, Regisseurin und Autorin zu.

Geboren wurde sie 1963 in Münster. Nach dem Abitur studierte sie Lehramt für Grund- und Hauptschule an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. "Nach meinem Abschluss bin ich erst einmal auf Reisen gegangen", erzählt Annette Müller. Ihre Referendarszeit führte sie in die Ortenau, seitdem lebt sie in Offenburg und unterrichtete an verschiedenen Grundschulen in der Region. "Als mein Mann sein Studium beendet hatte, wurde mir auf einmal klar, dass ich jetzt alle Freiheiten habe", so Müller. Sie kann sich noch gut daran erinnern, wie sie mit ihren drei Kindern im Auto saß, als ihr diese Tatsache bewusst wurde: "Ich liebte es, mit den Kindern an der Schule Theater zu spielen und entschied mich, mir damit ein zweites Standbein aufzubauen." Der Grund: Sie arbeitet gerne in Projekten und ist kein Typ, der aus dem Schulbuch arbeite. "Mich interessieren neue Sachen, zu viele Wiederholungen langweilen mich", stellt Annette Müller fest.

Erste Schritte im Theater

Also machte sie nebenberuflich eine theaterpädagogische Ausbildung in Freiburg und begann, selbst Theater zu spielen. Nach ihrem ersten Vorsprechen im Offenburger Theater im Gewölbe bekam sie die Hauptrolle im neuen Stück "Lysistra". "Ich habe gemerkt, das ist etwas, das ich kann", sagt sie.

Seit 2001 arbeitete sie neben ihrem Lehrerberuf als freiberufliche Theaterpädagogin. "2007 kam der Durchbruch, als ich das Stipendium der Kulturstiftung Offenburg erhielt", erinnert sie sich. Sie inszenierte an der Eichendorff-Schule "Romeo und Julia". "Ich hatte 100 Schüler auf der Bühne", so Annette Müller. Danach stand für sie fest, dass sie keine normale Lehrerin mehr sein, sondern Theater machen wollte.

Keine Angst davor, Neues zu beginnen

Ihr Wunsch ging in Erfüllung, als sie eine Stelle als Theaterpädagogin beim Schulamt in Offenburg erhielt. In der ganzen Ortenau ging sie in Schulen und inszenierte dort mit den Schülern Stücke. "Nach fünf Jahren wurde mir klar, so geht das nicht mehr", beschreibt Annette Müller die Situation. Sie hatte nur eine halbe Stelle, engagierte sich aber natürlich voll: "Einmal hatte ich in fünf Tagen zehn Aufführungen."

Deshalb orientierte sie sich neu und übernahm eine Theaterstelle an der Volkshochschule, denn kurz zuvor hatte sie gemeinsam mit Paul Barone die "Junge Theaterakademie Offenburg" gegründet. "Seitdem mache ich Theaterprojekte mit Menschen der unterschiedlichsten Altersstufen", erklärt die Regisseurin. Hatte sie sich zu Beginn auf die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern konzentriert, arbeitet sie nun generationsübergreifend. "Die verschiedenen Altersgruppen geben sich so viel", schwärmt sie. "Die Jungen bringen die Frische und die Euphorie mit, die Älteren die Erfahrungen und die Ruhe."

Erste Bürgerbühne

Annette Müller und ihr Team schufen die erste Bürgerbühne in Offenburg während des Freiheitsfestes im Jahr 2016. In einem mit Glas verkleideten Bauwagen agierten die Schauspieler von "Story Offenburg", die Zuschauer hörten über Kopfhörer mit.
"Seit diesem Stück weiß ich, ich will weg von der klassischen Theaterbühne", stellt sie fest. "Ich suche neue Formate, die auch die Zuschauer miteinbeziehen." So setzte sie das interaktive Hörspiel "Wahlfrisur" im Salmen um. "Wir wollten wissen, was sich die Menschen von der Demokratie wünschen", sagt sie. "Wir haben hinterher noch lange zusammengesessen und diskutiert." Haltung einnehmen, Verantwortung übernehmen, das ist ihr wichtig.

Die digitale Arbeitswelt und wie sie sich verändert, war das Thema des Stückes "Work Replace 4.0", das im Sommer Premiere hatte. "Die Technik wird immer komplizierter", seufzt Annette Müller. "Das ist für ein kleines Team wie uns kaum noch zu schaffen. Wir werden das Stück noch einmal vom 16. bis 19. Januar beim Kunstverein Offenburg aufführen." Ein neues Stück ist ebenfalls schon in Arbeit: Unter dem Arbeitstitel "Think Funk Tank" setzt sie sich mit den sozialen Netzwerken auseinander.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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