Berthold Eble erfüllte sich einen Herzenswunsch
Vom Keramikmaler zum Maskenkünstler

In Nordrach fertigt Berthold Eble zahlreiche Masken für Ortenauer Zünfte und weit darüber hinaus. An den Wänden in seiner Werkstatt sind sie zu sehen.
  • In Nordrach fertigt Berthold Eble zahlreiche Masken für Ortenauer Zünfte und weit darüber hinaus. An den Wänden in seiner Werkstatt sind sie zu sehen.
  • Foto: Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Nordrach. Die Luft ist sehr trocken in der Werkstatt, es riecht nach Holz und etwas nach Horn. "Für eine Maske habe ich gerade die Hörner zurechtgesägt", sagt Berthold Eble. Diese modernen Larven sind allerdings in der deutlichen Unterzahl an der Wand. Dort reihen sich viele bedeutende Masken Ortenauer Zünfte aneinander. Der Nordracher wollte immer Künstler werden. Das hat Eble geschafft. Er wurde sogar ein vielseitiger Künstler.
Die künstlerische Ader war bei Berthold Eble früh zu erkennen, er hat viel gemalt und geschnitzt. "Mein Wunsch war es schon immer, Künstler zu werden. Zum Studium hat allerdings das Geld gefehlt. Bei Burda wurde ich nicht angenommen. Zu Hause haben sie dann gesagt, ich solle zur Zeller Keramik gehen, dort könnte ich auch malen", sagt Eble.
Mit 15 Jahren begann er 1964 bei dem Zeller Traditionsunternehmen im Nachbarort seine Lehre zum Keramikmaler. Mit verschiedenen Designs verzierte er die Keramik, vor allem mit dem Muster Favorit. "Das war Akkordarbeit und immer das Gleiche. Die eigene künstlerische Kreativität blieb auf der Strecke", so Eble. Aus diesem Grund hat er zu Hause mit Öl- sowie Aquarell-Farben gemalt und natürlich geschnitzt. Festgehalten hat er alles, was ihm Spaß gemacht hat, und sich keine Einschränkungen auferlegt. Vor allem waren es Landschaften, Blumen und Porträts. Einmal hat Eble einen alten Ofen ab- und wieder aufgebaut. Für diesen hat er einige Kacheln selbst bemalt. "Bei der Schnitzerei hat es mich gereizt, mehr zu machen. Ich habe mir einige Messer gekauft und begonnen, Relief zu schnitzen. Mit der Zeit sind Kunst und Können in diesem Bereich gereift."

Die Zeller Narrenzunft gab ihm die Chance

"Die Zeller Narrenzunft hat ihre Masken im Allgäu herstellen lassen. Es ist nicht einfach, wenn der Schnitzer so weit weg ist. Masken müssen angepasst und ausgebessert werden. Die Bändele haben mich gefragt, ob ich es nicht probieren wolle", sagt der heute 67-Jährige. Damit begann er, sich einen Namen zu machen. Im zweiten Jahr der Nordracher Narrenzunft wurde er bei den Glashansele Mitglied und musste seine Maske noch kaufen. Für immer mehr Zünfte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht begann er, sein Können einzusetzten. Zünfte aus Haslach, Gengenbach, Hausach und Offenburg tragen unter anderem von ihm angefertigte Masken. Bald machte er auch für seine eigene Nordracher Zunft die Masken, allerdings läuft er schon seit einigen Jahren nicht mehr mit. Seine Arbeiten sind gefragt, von Zünften aus dem Frankfurter und Stuttgarter Raum oder aus Karlsruhe und Pforzheim. "Mich selbstständig zu machen, das war mir erst 1999 möglich", so Eble. Das habe auch Mut erfordert, kurz vor dem 50. Geburtstag: "Es wurde Zeit, die viele Arbeit drohte mir, über den Kopf zu wachsen."
Besonders viel Freude bereitet es ihm, wenn er für eine Zunft eine neue Maske entwerfen kann. Mit Knet modelliert er diese. Wenn alles stimmt, wird die erste Maske aus Holz gefertigt. Eble nimmt Lindenholz: "Es hat viele positive Eigenschaften." Das Holz lasse sich dank seiner kurzen Fasern gut bearbeiten, sei aber hart genug, dass es nicht sofort eine Beschädigung davontrage. Einige Masken werden bei der Bearbeitung sehr grob gehalten. Das Schnitzerhandwerk ist dann leicht zu erkennen. Andere werden so fein abgeschliffen, dass nur schwer zu sehen ist, dass es eine Holzmaske ist, zumal noch lackiert oder lasiert wird. Neue Hexenzünfte gebe es oft. Eine Abwechslung seien dann Arbeiten für die Kuhbacher Kühe oder die Kelten in Oberachern.
Die Masken sind aber längst nicht alles. Sieben Bilder gibt es in der Geschichte "Der Vogt auf Mühlstein" von Heinrich Hansjakob. "Vier Bilder habe ich als Relief geschnitzt. Der Hermeshof, der in der Geschichte vorkommt, liegt nicht weit von meiner Werkstatt entfernt", sagt Eble. Die Heilige Familie steht bei ihm ebenso im Garten, die 1,3 Meter großen Figuren sind im Stall. Wenn er auf dem Gengenbacher Weihnachtsmarkt ist, hat er sie dabei. Den Gengenbacher Nachtwächter hat er in Holz verewigt, wie viele andere Figuren auch. Seinen Anfängen ist er treu geblieben: Keramik stellt Berthold Eble selbst in seinen Öfen her und, wie könnte es anders sein, natürlich bemalt er diese. ^Daniel Hengst

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen