Eine Frage, Herr Greis
Winterreifen von O bis O

Jens Greis

Die Uhr ist umgestellt, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Höchste Zeit über einen Reifenwechsel nachzudenken. Christina Großheim sprach mit Jens Greis, Leiter des TÜV-Service-Centers Offenburg, über Winterreifen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Winterreifen aufziehen zu lassen?
Gute Frage, früher hieß es immer von O bis O, also von Oktober bis Ostern. Ein fester Zeitraum wurde in Deutschland nicht per Gesetz geregelt, so wie in anderen Ländern. Im Gesetzestext heißt es lediglich, dass bei entsprechenden Witterungsverhältnissen Winterreifen Pflicht sind. Ich halte die alte Regel aber nach wie vor für sinnvoll.

Woran erkenne ich, dass der ausgesuchte Reifentyp für den Winter geeignet ist?
Zum einen sollte der Reifen die Kennzeichnung "M+S", das steht für Matsch und Schnee, tragen. Seit Anfang 2018 müssen Neureifen außerdem noch das Schneeflocken-Symbol haben. Bis Ende 2017 bestimmten nur die Reifenhersteller mit ihrer Kennzeichung, was ein Winterreifen ist und was nicht. Dann kam eine Neuregelung: Der Gesetzgeber legte bestimmte Zugeigenschaften fest, die durch die Schneeflocke symbolisiert werden. Für Autofahrer bedeutet das: Neureifen müssen dieses Symbol haben, aber die älteren Modelle dürfen natürlich noch gefahren werden. Das gilt auch für die sogenannten Allwetterreifen: Tragen diese seit 2018 das Schneeflockensymbol, dann gelten sie als Winterreifen.

Wie lange kann ein Satz Winterreifen gefahren werden?
Der Gesetzgeber kennt nur die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Solange ein Reifen die hat, ist man sicher. Dann hat man aber nicht mehr unbedingt die Haftung, die man sich wünscht. Die Hersteller empfehlen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern. Eine Lebensdauer ist nicht festgelegt. Im Prinzip können sie Reifen fahren, die 30 Jahre alt sind, wenn sie die Mindestprofiltiefe haben und in Ordnung sind. Die Hersteller geben eine Lebensdauer von sieben bis acht Jahren an.

Müssen Reifen bei jedem Wechsel gewuchtet werden?

Grundsätzlich kann eine Unwucht nicht von alleine entstehen. Waren die eingelagerten Reifen in Ordnung, dann müssen sie nicht gewuchtet werden. Solch einen Fehler bekommen sie in der Regel während der Fahrt. Der Autofahrer spürt solch eine Unwucht in der Lenkung und am Fahrverhalten des Fahrzeugs. Jens Greis Foto: privat

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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