• 22. Dezember 2017, 17:59 Uhr
  • 23× gelesen
  • 0

Das Schülerforschungslabor begann mit seiner Arbeit in einer Ohlsbacher Garage
Eine Erfolgsgeschichte aus dem "Kinzigtal-Valley"

Auch die Erfolgsgeschichte der jungen Ortenauer Forscher begann in einer Garage – hier das erste eingerichtete Labor im Jahr 2014.
Auch die Erfolgsgeschichte der jungen Ortenauer Forscher begann in einer Garage – hier das erste eingerichtete Labor im Jahr 2014. (Foto: FRO)

Ohlsbach (djä). Der Begriff "Silicon Valley" ist verbunden mit der Vorstellung von US-High-Tech-Industrie, von Forschung und Laboratorien, von märchenhaft klingenden Erfolgsgeschichten. Legendär sind auch die Berichte, wie in einer einfachen Garage eine zündende Idee entwickelt und erfolgreich in die Welt getragen wurde. Das Kinzigtal ist zwar nicht Silicon Valley. Aber es gibt auch hier sehr aktive und engagierte Menschen mit der Vision, dass zukunftsfähige Entwicklung im Ortenaukreis stattfinden kann – und sogar muss. Statt in die Klagen über den Mangel an Nachwuchskräften in vielen technischen Berufen oder in der Forschung und Entwicklung neuer Technologien einzustimmen, fördern sie lieber junge und motivierte Jugendliche. Das tun sie notfalls auch in einer Garage.

In der Region sind viele wirtschaftlich sehr erfolgreiche Betriebe ansässig. Sie sind auf innovative und kreative Mitarbeiter angewiesen, die hier leben und arbeiten. Woher sollen die kommen, wenn nicht aus dieser Region? Ein Beispiel aus Ohlsbach zeigt einen Weg auf, wie dem Problem begegnet werden kann. Es begann damit, dass einige Schüler des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums in Gengenbach (MSG) unter der Betreuung ihres Lehrers Dr. Stephan Elge sich in einer "Bio-Lab-Gruppe" der Forschung widmeten. Dafür war finanzielle Unterstützung nötig, die sie beim Geschäftsführer der Ohlsbacher M&H Group, Hans-Peter Möschle, fanden. Die Jugendlichen waren bald erfolgreich: 2014 erzielten sie den ersten Platz beim Wettbewerb "Jugend forscht". Mit dem Erfolg kam die Idee, ein überregionales Schülerforschungszentrum für die gesamte Ortenau zu schaffen. Dazu wurde ein Trägerverein gegründet: die "Forscher/ innen für die Region Ortenau"(FRO). Seit drei Jahren verfolgt der Verein das Ziel, für die hier heimischen Jugendlichen die bestmöglichen Förderangebote zu bieten. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – das umfassende Angebot umfasst diese vier "MINT"-Bereiche. Es reicht von der Grundschule bis zum beruflichen Einstieg und ermöglicht dem talentierten Nachwuchs, außerhalb der Schulzeiten an eigenen Ideen zu arbeiten.

Ein außerschulisches Labor für biologische und chemische Projekte wurde aufgebaut. Damit war der zur Verfügung gestellte Besprechungsraum der Unterstützer allerdings überfordert. Schnell kam die Idee auf, eine als Lager genutzt Garage zum Labor auszubauen. Die "Kinzigtal-Valley"-Idee war geboren. Spender sorgten mit Laborgeräten für die Ausstattung der in viel Eigenarbeit ausgebauten Garage. Die Lösung leistete gute Dienste und überzeugte weitere Unterstützer, erfüllte jedoch nicht die Auflagen, um das ganze Spektrum molekularbiologischer Projekte zu bedienen.

In einer Industriehalle von M&H fand schließlich das neue "Life Sciences Labor" sein Zuhause. 2016 war es bezugsbereit und erhielt die Zulassung als gentechnisches Labor der Stufe eins. Dank der neuen Möglichkeiten konnte im gleichen Jahr der zweite Platz beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" in Biologie erreicht werden. Geleitet wird das Labor von Dr. Stephan Elge und Daniel Heid, der selber schon in Ohlsbach geforscht hatte. Seither konnte FRO sein Angebot weiter ausbauen. Das Labor wächst mit jedem Projekt und bietet mit seiner Ausstattung mittlerweile auch motivierten Gründern eine Basis. Ab 2019 soll dann das Schülerforschungszentrum "Xenoplex" am Bildungscampus Gengenbach die naturwissenschaftliche Förderung in der Ortenau weiterbringen. Das Garagenprojekt ist dann erwachsen geworden.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt