Richtiger Zeitpunkt für Grippeimpfung
26 Millionen Dosen stehen zur Verfügung

In diesem Jahr sollten sich nicht nur Risikogruppen gegen Grippe impfen lassen.
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  • Foto: AOK-Mediendienst
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Ortenau (ds). Die Todesfälle können stark schwanken: Von mehreren hundert bis zu über 20.000 Menschen fallen in Deutschland jährlich der Grippe zum Opfer. Weil in diesem Jahr die Influenza auf Covid-19 trifft, wird jetzt nicht mehr nur Risikogruppen eine Grippeimpfung empfohlen, um eine möglicherweise schwer verlaufende Doppelinfektion zu vermeiden.

Risikogruppen

Wer sich in jedem Fall, wie in jedem Jahr, gegen Grippe impfen lassen sollte, erklärt das Gesundheitsamt im Landratsamt: Das sind einerseits Menschen, die über 60 Jahre alt sind, denn sie haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Erkrankung zu Komplikationen wie Lungenentzündungen führt, die lebensbedrohlich verlaufen können. Weiterhin gilt die Empfehlung für Schwangere ab dem vierten Monat, bei chronischen Grunderkrankungen bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel. Letztlich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Zuckererkrankungen oder andere Stoffwechselkrankheiten sowie Menschen mit angeborenen oder erworbenen Defekten des Immunsystems sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Oktober und November sind die besten Zeitpunkte für eine Impfung. Zehn bis 14 Tage dauert es, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. "Sollte eine Impfung zu diesen Zeitpunkten nicht möglich sein, kann sie auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die meist erst nach der Jahreswende beginnt", erklärt das Gesundheitsamt des Ortenaukreises.

Bei den in Deutschland zugelassenen Influenzaimpfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich meist um Totimpfstoffe. Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viren beziehungsweise Bestandteile der Viren. "Das Immunsystem erkennt diese und bildet Antikörper und Immunzellen gegen diese Bestandteile, so dass das Immunsystem dann schnell reagieren kann, wenn der tatsächliche Erreger den Körper angreift", erläutert das Gesundheitsamt.

Paul-Ehrlich-Institut

Insgesamt 26 Millionen Dosen Impfstoff stellt das Paul-Ehrlich-Institut mit Sitz im hessischen Langen in diesem Jahr zur Verfügung. "Davon sind bisher, wie im vergangenen Jahr, 19 Millionen Dosen frei gegeben, allerdings sind noch nicht alle in den Arztpraxen angekommen", so Pressesprecherin Susanne Stöcker auf Anfrage. Dass der Grippeimpfstoff im Corona-Jahr knapp werden oder sogar ausgehen könnte, glaubt sie nicht: "Nicht nur, dass das Bundesgesundheitsministerium weitere sechs Millionen Dosen beschafft hat, haben wir erfahrungsgemäß in jedem Jahr vier Millionen Impfstoffdosen übrig." Sollte der Impfstoff doch ausgehen, könne das Bundesgesundheitsministerium per Notfallverordnung Dosen aus dem europäischen Ausland beschaffen. Weitere Infos zum Grippeimpfstoff gibt es beim Paul-Ehrlich-Institut unter impfstoffe-influenza.

Eine Influenza-Erkrankung ist im Übrigen meldepflichtig. "Dadurch ist es möglich, stets einen Überblick über die aktuelle Infektionslage zu haben, und so kann man, falls notwendig, Gegenmaßnahmen einleiten, so wie das jetzt bei der SARS-CoV-2 Pandemie erfolgt", ergänzt das Gesundheitsamt im Landratsamt.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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