In den Höhenlagen des Schwarzwaldes
Eis, Schnee und Wind lassen Bäume brechen

Die Verbindung von gefrierendem Regen, nassem Schnee und Sturmböen sorgte für Schneebruch.
  • Die Verbindung von gefrierendem Regen, nassem Schnee und Sturmböen sorgte für Schneebruch.
  • Foto: Bernd Schindler/Nationalpark Schwarzwald
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Ortenau (rek). Wer in diesen Tagen sich auf die Höhen des Schwarzwalds begibt, sieht neben der weiterhin schneebedeckten Landschaft an vielen Hängen frische Abbruchstellen bei Bäumen. Dabei sind sowohl Laub- als auch Nadelbäume von einem Wetterphänomen betroffen. Sogenannter Schneebruch ist vor allem an den Hängen zwischen 700 und 1.000 Metern und entlang der Schwarzwaldhochstraße zu beobachten, erklärt Holger Schütz, Dezernent für den Ländlichen Raum und Leiter des Amts für Waldwirtschaft beim Landratsamt. Das beleibt nicht ohne Folgen: "Vor allem die geschädigten Nadelbäume müssen rechtzeitig aufgearbeitet und abgefahren werden, um die seit Sommer herrschende Borkenkäfersituation nicht noch weiter zu verschlimmern", so Schütz.

Erst Eisregen, dann Schnee und zuletzt Sturm

"Es regnete am 5. Januar trotz Lufttemperaturen unter dem Gefrierpunkt", schildert der Fachbereich 5 unter Leitung von Jörg Ziegler beim Nationalpark Schwarzwald die entstehende Situation. In der Folge sei der Regen an den Ästen gefroren und habe sie mit einer bis zu zwei Zentimeter dicken Eisschicht umhüllt. "Wiegeversuche an Ästen von gebrochenen Birken haben gezeigt, dass die Eislast ungefähr das Achtfache des Eigengewichts des Astes betrug", so der Nationalpark. In den Folgetagen seien ergiebige Schneefälle auf die ohnehin schon anhängende Eislast hinzugekommen. Darauf folgende Stürme der Windstärken acht bis neun mit den beiden anderen Faktoren hätten in allen Teilen des Schwarzwalds zu "massiven Brüchen" geführt.

Auch Schütz erklärt, dass es durch dieses Wetterphänomen neben Wipfelbrüchen auch zu Stammbrüchen und zu entwurzelten Bäumen gekommen sei. "Eine genaue Bezifferung der Schäden ist noch nicht möglich, da aufgrund der Schneelage weiterhin Waldwege nicht befahrbar seien", betont Schütz. Erst nach der Schneeschmelze könne eine Bestandsaufnahme erfolgen und das Schadholz aufgearbeitet werden.

"Im Nationalpark gehen wir mit den gebrochenen Bäumen je nach Zone unterschiedlich um", so das Team um Jörg Ziegler. "In der Kernzone verfolgen wir das Prinzip 'Natur Natur sein lassen'. Dort greifen wir nicht ein und können beobachten, wie die Natur mit solchen Ereignissen umgeht", nennt er das Vorgehen. In der Managementzone würden die Flächen aufgearbeitet, auch um der Ausbreitung des Borkenkäfers Vorschub zu leisten.

Bisher geht das Landratsamt nicht von großflächigen Schäden aus. "Nur, wenn nach der Aufarbeitung größere Fehlstellen festzustellen sind und die Anzahl der natürlich vorkommenden jungen Bäume nicht ausreicht, um daraus wieder einen stabilen Wald entstehen zu lassen, muss nachgepflanzt werden", betont Schütz für das Landratsamt.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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