Wie wichtig ist 11. 11. für Ortenauer Narren?
Fasent beginnt erst am Dreikönigstag

St.-Martins-Tag oder doch schon Fastnachtsbeginn?
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Ortenau (djä). Kann eine Zahl närrisch sein? Wenn es um die Fastnacht geht, wird wohl kein Narr daran zweifeln, dass dies auf die Elf zutrifft. Wie steht es aber mit dem Schnapszahlendatum 11. 11.? Ändert sich ab diesem Zeitpunkt etwas für die hiesigen Narrenverbände, die Zünfte oder den einzelnen Narren? Die Nachfrage bei drei großen Narrenverbänden in der Region ergibt ein klares Bild. "Das ist Tradition im rheinischen Karneval. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht beginnt am 6. Januar", sagt Vorstand Klaus-Peter Klein vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.). "Häs und Maske vor dem Dreikönigstag sind bei uns ein No-Go", stellt Silvia Boschert, Präsidentin des Ortenauer Narrenbundes, klar. Und Volker Gegg, Vorstand der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, erklärt: "Viele Zünfte beginnen mit internen Treffen zu diesem Datum. Die öffentlichen fastnächtlichen Aktivitäten starten aber bis auf ein paar Ausnahmen erst im Januar." In der Ortenau wird also noch gewartet mit Rathaussturm, Narrenbaumaufstellen und der Entmachtung der Obrigkeit.

Stattdessen berufen viele Zünfte an diesem Tag ihre Jahreshauptversammlung ein. Dort weht dann der närrische Geist in geschlossener Runde, wenn die vergangene Fastnacht rekapituliert und das Programm für die kommende vorgestellt wird. Neue Mitglieder werden mit den zunfteigenen Ritualen aufgenommen, verdiente Mitstreiter geehrt. "In manchen der uns angeschlossenen Zünfte wird der 11. 11. mit einem Familienabend gefeiert", weiß Klein. Für Silvia Boschert ist der 11. 11. ein Stichtag. "Jetzt muss alles für die kommende Fasent am Laufen sein", sagt sie. Denn die Arbeit an Veranstaltungen und Programmen läuft oft das ganze Jahr über. "Etwas zu tun, gibt es immer. Wenn große Treffen bevorstehen, haben wir mehr als ein Jahr Vorlauf", erklärt Gegg.

Die traditionelle Zurückhaltung der Schwäbisch-Alemannischen wurzelt in der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Nach der besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit werden in der Region dann am Dreikönigstag mit großer Zeremonie die "Häser abgestaubt" oder mit anderen lokalen Bräuchen die Narren losgelassen. Die heiße Phase wird in der eigentlichen Fastnachtswoche vom Schmutzigen Donnerstag bis Fastnachtsdienstag erreicht. 2018 liegen von Dreikönig bis Aschermittwoch am 14. Februar nur knapp fünf Wochen. Das bedeutet eine kurze Fastnachtszeit. Diese variiert nämlich in ihrer Länge, weil sie von der Lage des Osterfestes abhängt. Ostersonntag ist immer der Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond. 46 Tage zurückgerechnet liegt Aschermittwoch.

Was halten die Vertreter der Narrenverbände von langen oder kurzen Fastnachtszeiten? Während die einen es genießen, viele Termine und Besuche bei befreundeten Narrenzünften in eine lange närrische Zeit unterbringen zu können, bevorzugen die anderen eine konzentrierte und kurze Dauer. "Wenn die Termine dichtgedrängt sein müssen, kommt man leicht in Zugzwang", meint Boschert. "Kurz und knackig ist mir die Fastnacht am liebsten. Im Verband werden die Termine nicht weniger dadurch", stellt Gegg fest. "Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn sie lang ist, haben wir viele Termine an Wochenenden. Das ist gut für die Aktiven. Mir ist mittlerweile eine kurze Fastnacht lieber, die sich nicht über zwei Monate erstreckt", sagt Klein. "Eine längere Fasent kann wegen der Reisekosten höhere Ausgaben für die Zünfte bedeuten", weiß Gunther Seckinger, Narrenvogt der Vogtei Ortenau des V.O.N. Ob nun kurz oder lang – für die Narren gilt: "Abbem Aschermittwoch gehts schon widder dagege."

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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