Waldbrandgefahr
Größten Fehler sind Panik und Selbstüberschätzung

Feuerwehren aus Offenburg und der näheren Umgebung üben in Ohlsbach für den Fall der Fälle.
  • Feuerwehren aus Offenburg und der näheren Umgebung üben in Ohlsbach für den Fall der Fälle.
  • Foto: Ortenaut Tobias Schneider
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Ortenau (set). Ein Notruf geht bei der Feuerwehr in Offenburg ein: "Waldbrand Brandeck Lindle, Ohlsbach, großflächiger Brand". Sofort machen sich die Rettungskräfte auf den Weg zur vermeintlichen Feuerstelle. Der Einsatz ist eine Übung, wie Ortenaut Tobias Schneider in seinem Beitrag auf www.stadtanzeiger-ortenau.de schreibt.

Simulation ist wichtig

Die Simulation ist wichtig, denn "durch die aktuellen Temperaturen über 30 bis teilweise fast 40 Grad Celsius steigt die Waldbrandgefahr in den Wäldern der Ortenau wieder massiv an", bewertet Tobias Schneider die aktuelle Waldbrandgefahr.

Die Guller-Redaktion fragte in diesem Zusammenhang bei Wolfgang Schreiber, Pressesprecher der Feuerwehr Offenburg, nach. Um die Gefährdung einschätzen zu können, ziehen primär "die zuständigen Behörden wissenschaftlich recherchierte Statistiken wie zum Beispiel den Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zur Lagebeurteilung hinzu", erklärt er.

An jeder Ecke eine Zündquelle

"Dieser ist auch für jeden Bürger online abrufbar und verändert sich in den Sommermonaten ständig." Gerade in sehr trockenen Zeiten ist in der Natur "quasi an jeder Ecke eine Zündquelle", erläutert der Pressesprecher.

Dabei spielt laut Wolfgang Schreiber auch ein anderes, schon weit zurückliegendes Ereignis eine Rolle: "Obwohl in den vergangenen Wochen ausreichend Niederschlag gefallen ist, leidet unsere Vegetation, und hierbei insbesondere der Boden, noch unter der Trockenperiode des vergangenen Jahres."

Bei Brand Ruhe bewahren

Bei einem Brand rät der Feuerwehrmann zur Besonnenheit: Die größten Fehler seien Panik, Selbstüberschätzung und Unüberlegtheit. Ein großes Feuer sei sowohl für die Betroffenen als auch Zeugen immer eine Ausnahmesituation.

Doch "um die Gefahrensituation erfolgreich in den Griff zu bekommen, müssen sich die Hilfskräfte auf den Einsatz konzentrieren können und nicht noch mit Aufgaben belastet werden, die unüberlegt handelnde Beteiligte oder sich überschätzende Ersthelfer verursacht haben", erklärt der Feuerwehrmann.

Europaweiter Notruf 112

Wenn jemand einen Brand bemerkt, soll er "den europaweiten Notruf 112 wählen, die betroffene Örtlichkeit möglichst genau mitteilen und dann das Gefahrengebiet unverzüglich verlassen", rät Wolfgang Schreiber.

Einen besonderen Appell richtet der Pressesprecher in diesem Zusammenhang an Raucher und Grillliebhaber: "Die meisten Schadenfeuer entstehen durch Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit, also fahrlässiges Handeln."

Waldbrand ist eine Herausforderung

Offenes Feuer in der Natur sei in den Sommermonaten eine ganz gefährliche Variable. So seien die Verhaltensratschläge aktuell wie eh und je, "das heißt offenes Grill- oder Lagerfeuer, wo es denn erlaubt ist, immer komplett ablöschen und Fahrzeuge nicht auf oder an Wiesen parken", erklärt er.

Gerade ein Waldbrand stelle die Feuerwehrmänner vor ein großes Problem: Die Schwierigkeit bei einem Feuer in einem Waldstück ist "die Wasserversorgung, weil in der Regel Hydranten fehlen oder nicht jeder abgelegene Hof einen Löschteich zur Verfügung hat", erklärt Ortenaut Tobias Schneider in seinem Beitrag auf www.stadtanzeiger-ortenau.de.

Bei der Übung habe man über 2.000 Liter Wasser pro Minute über viele hundert Meter Länge und viele Höhenmeter nach oben zur Brandstelle gefördert. Das ganze Unterfangen habe allen Beteiligten Höchstleistung abverlangt. Schlussendlich sei die Feuerwehrübung in Ohlsbach aber erfolgreich gewesen.

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