Darknet
Täter hinterlassen auch im Darknet Spuren

Ein Computernutzer loggt sich ins Darknet ein.

Ortenau (set). Ein Mann betritt in einer Bar ein Hinterzimmer. In dem Raum sitzen an mehreren Tischen bei schummrigem Licht andere Personen. Sie flüstern und haben die Köpfe zusammengesteckt. Der Mann geht zielstrebig zu einem Tisch, setzt sich, holt ein Paket aus seiner Manteltasche und gibt es einem ebenfalls an dem Tisch sitzenden anderen Mann. So ungefähr kann man sich das sogenannte Darknet vorstellen, nur eben digital.

Täter wollen Strafverfolgung umgehen

Es ist ein "Teil des Internets, dessen Möglichkeiten auch von Straftätern genutzt wird", erklärt Kriminalhauptkommissar Huber, Leiter der zuständigen Fachinspektion. Diese Gruppe nutze das Darknet, um negativen Konsequenzen zu entgehen – und sich einer Strafverfolgung zu entziehen.

Dabei sei das Darknet lediglich ein kleiner Teil des Deep Webs. Um zu verstehen, was beide Begriffe bedeuten, bedarf es einer kurzen Erklärung zum Aufbau des weltweiten Netzes. In diesem Zusammenhang wird oft das Bild eines Eisbergs benutzt. Zuvorderst komme die Spitze: das Clearweb – "der sichtbare Teil des Internets, der mit bekannten Browsern aufgerufen und durchsucht werden kann", sagt Huber.

Mit Suchmaschinen nicht zu finden: das Deep Web

Der wesentlich größere Teil liege unter Wasser: das Deep Web. Es enthalte größtenteils zugangsgeschützte Bereiche, wie zum Beispiel Datenbanken, die nicht durch Suchmaschinen auffindbar seien. "Es sind deshalb auch keine besonderen Browser nötig, um auf Informationen des Deep Webs zugreifen zu können." Man müsse lediglich wissen, wo die Informationen zu finden sind.

Zuletzt folge der kleinste Teil des Deep Webs: das Darknet, "das nur verschlüsselten Zugriff erlaubt", erläutert Huber. Um hineinzukommen, "benötigt man einen speziellen Browser, zum Beispiel den Tor Browser, der für die geforderte Verschlüsselung und Anonymisierung sorgt. So sei ausgeschlossen: Aus Versehen könne man nicht in den finstersten Teil des Internets gelangen. Im Darknet selbst stehen dem Nutzer laut Huber Suchmaschinen wie Grams oder Torch zur Verfügung, um das Darknet gezielt zu durchsuchen.

Straftäter und andere

Neben Straftätern würde auch eine andere Gruppe das Darknet nutzen. An diesem Ort treffen sich laut Huber auch Journalisten oder Oppositionelle aus diktaturgeführten Ländern. Auch Whistleblower würden das dunkle Hinterzimmer nutzen, um brisante Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Sie würden sich so vor negativen Konsequenzen und Verfolgung schützen. Im Darknet selbst fänden sich Foren und Plattformen für Waren, die sonst entweder illegal oder strengen gesetzlichen Regelungen unterworfen seien. Ein Internetnutzer mache sich nicht strafbar, wenn er sich nur im Darknet bewegt.

Surfen im Darknet kann gefährlich werden

Doch das Surfen könne schnell gefährlich werden: "Beim Aufrufen von Seiten können Vorschaubilder von diesen Seiten auf dem benutzten Rechner gespeichert werden", erklärt Huber. "Finden sich auf einem Rechner Vorschaubilder von Kaufangeboten von Betäubungsmittel aus dem Darknet, kann das zu einem Tatverdacht führen."

Im Hinblick auf die Straftaten sei das nur der Anfang: Im dunklen Teil des Internets findet sich "alles quer durch das Strafgesetzbuch", sagt Huber und dann zählt er auf: "Kinderpornographie, Handel mit (Falsch-)Identitäten, mit Bankkonten, die auf falsche Personalien eröffnet wurden, mit Kreditkartendaten, die wegen einer Sicherheitslücke ausspioniert wurden oder Handel mit Waffen."

"Dennoch werden auch dort Spuren hinterlassen"

Angesprochen auf die Verfolgung dieser Straftaten antwortet er zwar, dass er hierzu keine genauen Angaben machen könnte. Eine Sache stellt er jedoch klar: Sinn und Zweck des Darknets sei zwar die Wahrung der Anonymität. "Dennoch werden auch dort Spuren hinterlassen."

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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