Für die tierische Notdurft
Wenn Hund mal groß muss, ist das Herrchen gefordert

Eine Hundetoilette bestehend aus Abfalleimer und Tüten-Spender.
  • Eine Hundetoilette bestehend aus Abfalleimer und Tüten-Spender.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Ortenau (set). Eine alltägliche Situation für jeden Hundehalter: Beim Gassi gehen stellt sich der Hund aufs freie Feld und verrichtet sein Geschäft. Kein Problem: Der Hundehalter zückt eine kleine Plastiktüte, hebt die Hinterlassenschaft seines Tieres auf und wirft sie in den nächsten Abfalleimer. Soweit das Ideal. Dass es auch anders geht, beweisen Beschwerden von Bürgern verschiedener Kommunen in der Ortenau.

Hundehalter in der Verantwortung

"Es gibt ungefähr fünf bis zehn konkrete Beschwerden von Bürgern pro Jahr, die bei der Gemeindeverwaltung eingehen", sagt Jürgen Zeilfelder, Hauptamtsleiter der Gemeinde Sasbachwalden. In der Stadt kein anderes Bild: "Bürger melden sich immer wieder einmal bei der Stadtverwaltung und weisen daraufhin hin", sagt Ulrich Reich, Pressesprecher der Stadt Oberkirch.

Die Verwaltungen in Achern und Oberkirch verweisen in diesem Zusammenhang auf die städtische Polizeiverordnung: "Danach ist der Hundehalter unter anderem dafür verantwortlich, dass das Tier seine Notdurft nicht auf Gehwegen, in Grün- und Erholungsanlagen, Weinbergen oder in fremden Vorgärten verrichtet", klärt Ulrich Reich auf.

Gefährlich für kleine Kinder

An diese Vorschrift hält sich nicht jeder: "Hinterlassenschaften von Vierbeinern finden sich auf Promenaden- und Waldwegen", sagt Stephanie Sartor vom Ordnungsamt der Stadt Oppenau. Martin Reichert, Hauptamtsleiter der Gemeinde Kappelrodeck, führt die Liste fort: "In Grünanlagen, in landwirtschaftlich genutzten Grundstücken – Reben plus Obstbau – oder an Spazierwegen."

In Einzelfällen seien derartige Hinterlassenschaften auch auf Spiel- und Sportplätzen, auf Friedhöfen oder bei Kindergärten zu finden. Besonders letztgenannter Ort ist problematisch: "Gerade für Kleinkinder stellt Hundekot eine Infektionsgefahr dar", erklärt Ulrich Reich.

Keine Hundetoiletten in Kappelrodeck, dafür kostenfreie Plastiktüten

Damit die natürlichen Hinterlassenschaften eines Vierbeiners nicht liegen gelassen werden, bieten die Kommunen kostenfreie Hundetüten an: "Wir geben pro Jahr mehr als 15.000 Plastiktüten aus", sagt Martin Reichert. Sogenannte Hundetoiletten habe die Gemeinde nicht: "Die ganz wenigen Unverbesserlichen sind auch nicht mit noch mehr Komfort zu einem verantwortungsbewussten Handeln zu bewegen", konstatiert er.

Dennoch, wie die Gemeinde verfährt auch die Stadt Achern: "Hundehalter können Plastiktüten in allen Ortsverwaltungen, im Rathaus Illenau sowie im Rathaus Am Markt abholen", teilt die Stadt per Pressemitteilung mit. Dabei stellt die Stadt auch Hundetoiletten zur Verfügung. Diese bestehen aus einem Abfalleimer und einem Tüten-Spender: Ungefähr drei Dutzend solcher Toiletten finden sich laut eigener Aussage im Stadtgebiet und allen Stadtteilen Acherns.

Tüten allein lösen das Problem nicht

Das gleiche Bild in Oppenau: Kostenfreie Plastiktüten biete die Stadt nicht an, "dafür stehen den Hundehaltern mehrere Hundetoiletten an verschiedenen Standorten zur Verfügung", sagt Stephanie Sartor.  Oberkirch besitzt knapp 50 Hundetoiletten. Rekordverdächtig ist die Anzahl der benutzten Tüten: "Im Jahr werden rund 300.000 Tüten abgegeben", sagt Ulrich Reich. 

Die Tüten lösen aber nicht alle Probleme: Zwar werde der Hundekot mit Tüte eingesammelt, diese werden "dann aber einfach in die Landschaft geworfen, wenn gerade kein Mülleimer zur Verfügung steht", berichtet Barbara Kimmig von der Stadt Renchen. Dennoch: "Viele Hundehalter sind umsichtig, nehmen Rücksicht und entsorgen die tierische Notdurft ihrer Vierbeiner ganz selbstverständlich ordnungsgemäß", sagt sie.

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