Schwarzwaldmilch liefert Abwärme
Milch wärmt ganze Stadtteile

V. l.: Klaus Preiser (Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS" GmbH & Co. KG), Andreas Schneider (Geschäftsführer Schwarzwaldmilch GmbH Freiburg), Christine Buchheit (Umweltbürgermeisterin Stadt Freiburg), Heinz-Werner Hölscher (Vorstand "badenova" AG & Co. KG), Michael Klein (Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS" GmbH & Co. KG)
  • V. l.: Klaus Preiser (Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS" GmbH & Co. KG), Andreas Schneider (Geschäftsführer Schwarzwaldmilch GmbH Freiburg), Christine Buchheit (Umweltbürgermeisterin Stadt Freiburg), Heinz-Werner Hölscher (Vorstand "badenova" AG & Co. KG), Michael Klein (Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS" GmbH & Co. KG)
  • Foto: Schwarzwaldmilch
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Freiburg (st). Mit dem ersten Spatenstich für eine neue Heizzentrale am Firmensitz der Schwarzwaldmilch in Freiburg Haslach haben "badenova" und die Schwarzwaldmilch jetzt den Startschuss für Freiburgs Wärmeversorgung der Zukunft gegeben. Nach Fertigstellung der Heizzentrale wird industrielle Abwärme aus der Produktion der Schwarzwaldmilch die Freiburger Stadtteile Haslach und Vauban versorgen – über den "WÄRMEverbund" Freiburg-Süd, den die "badenova" Tochter "badenovaWÄRMEPLUS" mit einem Investitionsaufwand von 36 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren errichten will. Davon umfasst die Investition in die Heizzentrale der Schwarzwaldmilch 12,6 Millionen Euro.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die geplante neue Heizzentrale auf dem Gelände der Schwarzwaldmilch GmbH Freiburg. Anlässlich des ersten Spatenstiches haben Vertreter von Schwarzwaldmilch, "badenova" und der Stadt Freiburg gemeinsam einen Einblick in die Pläne und das Zusammenspiel zwischen Heizzentrale und Wärmenetz gegeben. Der Neubau ist für die Schwarzwaldmilch ein wichtiger Schritt im Sinne der Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Freiburger Standorts. Mit diesem Projekt setzen sich die zahlreichen Investitionen in das Werk fort, die in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden. „Wir arbeiten tagtäglich dafür, unserer großen Verantwortung für die regionalen Milcherzeuger gerecht zu werden. Das bedeutet, den bestmöglichen Auszahlungspreis zu erwirtschaften und gleichzeitig die Balance zu den investiven Tätigkeiten zu halten, die für eine zukunftsfähige Molkerei notwendig sind“, erläutert
Schwarzwaldmilch Geschäftsführer Andreas Schneider. Der Neubau der Heizzentrale zahlt darüber hinaus auf die ambitionierte Verantwortungsstrategie der Schwarzwaldmilch ein, da im Zuge dessen zentrale Energieträger optimiert werden und – Kern des Projekts – die Abwärme aus dem Produktionsprozess für die Öffentlichkeit nutzbar wird.

Mit der neuen Heizzentrale wird die Möglichkeit geschaffen, bis zu 3,75 MW industrieller Abwärme in das Wärmeverbundnetz einzuspeisen sowie eine eigenständige Prozesskälte- sowie Prozessdampfversorgung aufzubauen. Dazu werden Anlagen zur Auskopplung industrieller Abwärme in die bestehende Eiswasseranlage der Schwarzwaldmilch (= Kälteerzeugung) sowie den Abwasserkreislauf des Unternehmens integriert. Der technisch anspruchsvolle Prozess sieht vor, über zusätzliche Wärmepumpen die Rückkühlwärme des Kälteprozesses und die dem Abwasser entzogene Wärme auf ein für die Wärmeversorgung der Stadtteile Haslach und Vauban nutzbares Temperaturniveau von bis zu 85 Grad Celsius anzuheben.

Andreas Schneider betont die Schlüsselrolle seines Unternehmens in diesem Projekt: „Im Sinne unseres ganzheitlichen Verständnisses von Nachhaltigkeit zeigen wir damit, dass ein innovativ betriebener Produktionsstandort inmitten der Stadt ein wichtiger Treiber für den Klimaschutz und für die innerstädtische Energiewende sein kann.“

Für die Stadt Freiburg und ihre ehrgeizigen Klima- und Umweltziele handelt es sich beim "WÄRMEverbund" Freiburg-Süd um ein Schlüsselprojekt. Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit spricht deshalb auch von einem Leuchtturm der Wärmewende. „Der Spatenstich zum Bau der Heizzentrale Haslach ist ein wichtiger Beitrag zur Freiburger Wärmewende. Ziel der Wärmewende ist, künftig statt fossiler Rohstoffe wie Gas und Öl erneuerbare Quellen, z.B. Grundwasserwärme, Abwärme oder Solarthermie zu nutzen, um Freiburg zur Klimaneutralität zu führen. Dies wird mit der Nutzung der Abwärme der Schwarzwaldmilch ideal umgesetzt. Wir begrüßen es sehr, dass sich mit der Schwarzwaldmilch eine große regionale Lebensmittelerzeugerin an der lokalen Energie- und Wärmewende beteiligt und gemeinsam mit der "badenovaWÄRMEPLUS" zur klimaneutralen Wärmeversorgung von 5.300 Haushalten beiträgt“, so Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit.
Die bei der Schwarzwaldmilch gewonnene Wärme wird dann in das von "badenovaWÄRMEPLUS" betriebene Staudinger-Wärmenetz eingespeist. Die zu erwartenden Mengen übersteigen den aktuellen Bedarf, so dass das Versorgungsgebiet deutlich ausgeweitet werden kann. Es soll in mehreren Schritten zum „Wärmenetz 4.0“ erweitert und mit Nachbarnetzen verknüpft werden. Die Erweiterung erfolgt u.a. unter der Dreisam und der B31 hindurch in Richtung Stühlinger in das Metzgergrün Areal, wo über 1.000 Wohneinheiten angeschlossen werden. Der Verbund mit dem bestehenden Nahwärmenetz im Stadtteil Vauban sowie der Anschluss weiterer Abnehmer entlang der dadurch entstehenden Trasse erschließen weiteres Potenzial.

„Für die technologische und unternehmerische Herausforderung der Wärmewende sind wir als badenova mit unserer Tochtergesellschaft WÄRMEPLUS der kompetente und leistungsstarke Lösungspartner für Kommunen und Industrie“, so badenova Vorstand Heinz-Werner Hölscher. „Der heutige Spatenstich ist ein wichtiger Schritt für das Wärmenetz 4.0 und die Umsetzung der Wärmewende in Freiburg. Dieses ist eines von zahlreichen Wärmeprojekten, die wir in unserem Netzgebiet vorantreiben“

"WÄRMEPLUS" Geschäftsführer Klaus Preiser blickt über den betriebswirtschaftlichen und technischen Tellerrand, indem er zusammenfasst: „Bis 2025 ist über dieses Wärmenetz 4.0 ein Absatz von rund 41.000 MWh möglich. Verglichen mit dem Status Quo der Wärmeversorgung in Freiburg-Süd wird damit eine CO2-Einsparung von 74 Prozent bei gleichzeitigem Rückgang des Primärenergieeinsatzes um 35 Prozent realisiert, was in der Summe zu einer dauerhaften Reduktion des CO2-Ausstoßes von jährlich 5.000 Tonnen führt.“

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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