Fußnote, die Glosse im Guller
Gefahren der Briefwahl

Es werden immer mehr in Deutschland. Auch in unseren Redaktionsreihen gibt es eine solche Person. Tolerant bis in die Schreibfedern haben wir besagtes Redaktionsmitglied trotzdem lieb. Bundeswahlleiter Georg Thiel steht dem Verhalten dieses Personenkreises dagegen skeptisch gegenüber. Die Rede ist von Briefwählern. 

Hohes Risiko

Vor zwei Jahren gaben bei der Bundestagswahl 28,6 Prozent der Wähler ihre Votum per Briefwahl ab. Das waren laut tagesschau.de 4,3 Prozent mehr als noch vier Jahre zuvor. Naive Geister könnten nun denken: Ist doch wurst, wie sie es tun. Hauptsache die Leute wählen überhaupt. Tatsächlich sind Briefwähler laut Fachleuten einem höheren Risiko ausgesetzt als normale Urnengänger.

Annullierung

Wenn jemand ins Wahllokal spaziert, dort seine Unterlagen erhält, in der Kabine einsam und alleine sein Kreuzchen setzt und den Stimmzettel unmittelbar danach in den dafür vorgesehenen Behälter wirft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er genau so abstimmt, wie er es wirklich tun will. Außer der Wähler wurde zuvor hypnotisiert. Mir ist zwar weltweit kein einziger Fall von Wahlannullierung wegen Manipulation durch Massenhypnose bekannt. Vielleicht sollten wir auf dem Weg zur Stimmabgabe aber sicherheitshalber trotzdem niemandem tief in die Augen schauen.

Bundeswahlleiter Georg Thiel

Doch in dieser Hinsicht macht sich der Bundeswahlleiter keine Sorgen. Dagegen hält er es für denkbar, dass vermeintliche Vertrauenspersonen durch Verführung, Drohung oder Täuschung Einfluss auf Briefwähler nehmen. Ohne den Schutz eines öffentlichen Wahllokals sind den Manipulationsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden nämlich Tür und Tor geöffnet. Und je mehr Briefwähler es gibt, desto größer die Gefahr.

Wahlgeheimnis

Auch das Wahlgeheimnis ist gefährdet. So könnte der Mann, mit dem ich Tisch und Bett, aber nicht zwingend immer die selben politischen Ansichten teile, mir beim Ausfüllen heimlich über die Schulter linsen. Wer weiß, ob der Arme am Ende dabei sogar den Schock seines Lebens bekommt. Das betrifft übrigens keineswegs nur Briefwähler. So fülle ich die Kommunalwahlunterlagen wegen des zeitlichen Aufwands immer schon zu Hause aus. Ob sich der Bundeswahlleiter besser fühlen würde, wenn ich mich dazu im Klo einschließe?

Jede Stimme zählt

Doch Spaß beiseite – alle, die noch nicht per Brief gewählt haben, seien erinnert: Wir haben heute die Wahl. Ich nutze mein Stimmrecht.
Anne-Marie Glaser

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