Die Glosse im Guller
Sie müssen erst noch schnell die Welt retten
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Arme Politiker! Eine Krise jagt die andere. Und immer schauen alle nach Berlin und wollen, dass die Bundesregierung Abhilfe schafft. Als hätte unser Friedrich Merz nicht genug in fernen Ländern zu tun – beispielsweise den US-Präsidenten zu treffen. Scheinbar hat er einen guten Draht zu Trump. Nicht, dass wir Deutschen wirklich etwas davon hätten. Aber es gibt einem doch ein gewisses Gefühl der Wichtigkeit.
Solidarität
Überall ein gern gesehener Gast ist natürlich unser Außenminister. Die Drohnen und Raketen aus dem Iran sind kaum in der Luft, da macht sich Johann Wadephul schon auf den Weg, um seine Solidarität mit den attackierten Ländern zu demonstrieren. Wenn er dann noch einen dicken Geldbeutel dabeihat, ist ihm sogar ein dünner Beitrag in den Lokalnachrichten sicher. Selbst Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zeigt im Ausland Gesicht und war erst in der Ukraine. Dort war man so dankbar, neben dem aktuellen Iran-Krieg ein bisschen Aufmerksamkeit abzubekommen, dass sie sogar im Parlament sprechen durfte.
Rentenversicherung
Ja, wir können stolz auf unsere weltgewandten Politiker sein. Aber unter uns Pastorentöchtern: Mir persönlich wären andere Schlagzeilen lieber. "So macht Merz die Rentenversicherung zukunftsfähig" – das wäre mal eine Nachricht. Oder: "Benzinpreis auf niedrigstem Stand seit Jahren!" Okay, es muss nicht gleich ein Rekordtief sein. Viele wären schon zufrieden, sie könnten den Weg zur Arbeitsstelle finanzieren, ohne in den Dispo zu rutschen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung aber Ideen: Die Preise an Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich erhöht werden und ein Teil der Notreserven wird auf den Markt geworfen. Bleibt zu hoffen, dass noch genügend in Reserve bleibt, sollte das Öl wirklich knapp werden. Aber was sollen die armen Politiker gegen die Abzocke der Mineralölkonzerne schon tun? Noch schlimmer ist nur Vater Staat. Der kassiert sogar 58 Prozent vom Benzinpreis an Steuern und Abgaben.








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