MOTORSPORT: Truck-Racer-Legende Gerd Körber beendete seine Karriere
Die endgültig letzte Zielflagge senkte sich am Nürburgring

Zum letzten Mal auf dem Siegerpodest: Gerd Körber aus Rheinau.
  • Zum letzten Mal auf dem Siegerpodest: Gerd Körber aus Rheinau.
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Rheinau. Eine Woche ist nach dem Nürburgring-Rennen vergangen und Gerd Körber hat sich entschieden: „Jetzt ist definitiv Schluss. Der Motorsport, meine Familie und meine treuen Fans haben mich zum letzten Mal hinter dem Lenkrad eines Race-Truck erleben dürfen. Letztes Jahr hatte ich meinen Rückzug aus der Europameisterschaft verkündet und nun ist auch der aktive Motorsport für mich beendet. Aufhören, wenn es am schönsten ist und nicht, wenn du plötzlich dem Fahrerfeld hinterher fährst. So ganz geht man aber nie. Motorsport war und ist ein Teil meines Lebens“.
Team Schwabentruck um Teamchef Georg „Schorsch“ Glöckler hatte den zweiten IVECO-Truck für Körber vorbereitet. Den Platz als Stammfahrerin in der Europameisterschaft übernahm in diesem Jahr Steffi Halm. „Zuerst war ich etwas skeptisch, da der Truck bereits fünf Jahre alt ist. Es war mir zwar klar, dass ich an diesem Wochenende keine Bäume ausreißen werde, aber so um Platz zehn wollte ich ins Ziel kommen. Als ich aber zum ersten Mal im Truck saß, fühlte ich mich sofort wohl“. Im Zeittraining gab es dann eine herbe Enttäuschung. Es reichte nicht in die Top-Ten und die Super-Pole. Im ersten Rennen war der Frust schnell beiseite geräumt. Am Start machte er drei Plätze gut. Im Verlauf des Rennens fanden sich Thomas Robineau (F), Andre Kursim (D), Ryan Smith (GB) und Körber zu einem harten Vierkampf. Da war er wieder, der „alte“ Körber; drängeln, „anklopfen“ und ausbremsen. Von Rente, Samstags- oder Sonntagsfahrer keine Spur. Am Ende brachte ihn sein Kampfgeist auf den achten Platz und die Pole-Position im folgenden Rennen. Der Start zu Rennen zwei war ein Hochgenuss für die IVECO-Vorstände. Mit Gerd Körber, Andre Kursim und Steffi Halm kamen gleich drei IVECO im Formationsflug auf die erste Kurve zugeschossen. Ob das wohl gut gehen würde? „War alles so geplant“, beruhigte Körber, der Zweiter wurde, nach dem Rennen die Gemüter.
Am Sonntag um 16 Uhr begann das Unvermeidliche. Zum letzten Mal Balaclava und Helm auf, Gurte festzerren und Handschuhe an. Um 16.05 Uhr – die letzte Einführungsrunde. Gegen 16.10 Uhr ging es dann auf die Start-Ziel-Gerade – Gänge hochschalten, Vollgas geben und die Startampel sprang ein letztes Mal auf grün. Start zu den letzten 13 Runden oder der 47,177 Kilometer langen Abschieds­tour. Er konnte sich direkt hinter dem Führenden Anthony Janiec (F) einreihen. Kurze Zeit später ver­spürte er einen Schlag. In der dritten Runde endete dann eine großartige und beeindruckende Motor­sportkarriere. Gerd Körber musste seinen Race-Truck mit Lenkungsproblemen vorzeitig abstellen. „Schade, sehr schade. Ich hätte mich gerne mit meinen Donuts von meinen Fans verabschiedet. Aber es sollte leider nicht sein.“

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