Mehr als nur fürs Leben lernen
In der Lenderschule Sasbach können junge Menschen mitgestalten

Vielfältig sind die Projekte und Veranstaltungen der Heimschule Lender.
  • Vielfältig sind die Projekte und Veranstaltungen der Heimschule Lender.
  • Foto: Roland Spether
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Sasbach (sp). „Initium sapientiae, timor domini” – „Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor Gott”. Unter diesem Leitwort steht seit über 140 Jahren der pädagogische Anspruch der Heimschule Lender in Sasbach, die im Jahr 1875 von Prälat Franz Xaver Lender gegründet wurde.

Schulgründer mit gesellschaftlichem Anspruch

Die nach ihm benannte Heimschule sollte dazu beitragen, unter den erschwerten Bedingungen des badischen Kulturkampfes den Priesternachwuchs der Erzdiözese Freiburg zu fördern und Laien heranzubilden, die bereit waren, Staat und Gesellschaft in christlicher Verantwortung aktiv mitzugestalten.

Franz-Xaver Lender wurde am 20. November 1830 in Konstanz geboren. Sein engagiertes, ja bisweilen hitzköpfiges Auftreten war bereits in jungen Jahren erkennbar. So verwunderte es nicht, dass er sich in der Revolution von 1848 auf die Seite der Republikaner begab und sich für Recht und Freiheit einsetzte.

Nach dem Scheitern der Revolution musste Lender in die Schweiz fliehen und wurde steckbrieflich gesucht. Nach einer Amnestie kehrte er nach Baden zurück, schrieb sich in der theologischen Fakultät in Freiburg ein und begann seine Studien.

Viele Gymnasien in einem Haus

Am 10. August 1853 durfte er seine Priesterweihe empfangen, bevor er nach Kaplansjahren in Gengenbach und Offenburg 1862 die Pfarrstelle in Schwarzach antrat. Hier gründete er ein Waisenhaus.

Am 17. April 1872 wurde Lender Pfarrer in Sasbach, wo er als Seelsorger und zum Wohle der Menschen insbesondere seine sozial-karitative, politische und pädagogische Verantwortung sah und diese auch auf vielfältigste Weise verwirklichte. So gründete er einen Spar- und Vorschussverein, der zur späteren Volksbank führte. 1875 folgte die Gründung der Heimschule Lender. Er starb am 29. Juli 1913.

Heute hat seine Schule in Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg ungefähr 1.700 Schüler, Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter in Verwaltung und im Technischen Bereich. Es gibt ein Gymnasium, ein Berufliches Gymnasium mit Wirtschaftsgymnasium und ein sozialwissenschaftliches Gymnasium sowie ein Tagesheim.

Schüler können und sollen sich einbringen

Das Gymnasium hat ein naturwissenschaftliches, sprachliches und musikalische Profil, die Schüler haben viele Möglichkeiten, ganz nach ihren persönlichen Fähigkeiten Schwerpunkte zu setzen und sich auch außerhalb des Unterrichts in vielfältigen Arbeitsgemeinschaften einzubringen.

Schulseelsorge, Lender TV, Partnerschaften mit Schulen in acht Ländern, Eine-Welt-Laden „El Mundo“, Sternwarte, Bibliothek und Schulsanitäter gehören mit zum Profil einer etwas anderen Schule. Aus der Schule gingen viele bedeutende Persönlichkeiten hervor, herausragend ist der spätere Kardinal Augustin Bea, der einer der Konzilsväter des Zweiten Vatikanischen Konzils war und einen wesentlichen Beitrag für den Dialog der Kirche mit den Weltreligionen und für die Ökumene leistete.

Besondere Lenderschüler, die kirchlich, politisch und gesellschaftlich Großes leisteten, sind Erzbischof Oskar Saier, der Präsident des Europäischen Rechnungshofes, Bernhard Friedmann, der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Hermann Neuberger sowie der Fernsehjournalist Franz Alt. Nicht zu vergessen die vielen Priester, Ärzte und Wissenschaftler, die das Lender-Gen in sich tragen.

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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