Bürgermeister Christian Huber seit 100 Tagen im Amt
"Ich konnte leicht auf den fahrenden Zug aufspringen"

Christian Huber vor dem neuen Rathaus in Willstätt

Willstätt (rek). "Ja", lautet Christian Hubers spontane Antwort auf die entsprechende Frage, "ich würde es jederzeit wieder machen." Seit 101 Tagen ist Willstätts Bürgermeister im Amt, nachdem er Anfang Februar die Wahl zum neuen Rathauschef gewonnen und am 18. März sein Amt angetreten hat. "Es war Mitte März kein Wurf ins kalte Wasser, da ich schon nach der Wahl einige Termine mitbesucht habe", so Huber. "So konnte ich auf einen fahrenden Zug leicht aufspringen", beschreibt Willstätts Bürgermeister seinen Start vom Wirtschaftsjuristen zum Bürgermeister.

Zentrale Personalentscheidungen mussten bereits in diesen ersten Woche getroffen werden. Neben seinem persönlichen Sekretariat mussten die Leitungen des Bau- und des Ordnungsamts neu besetzt werden. "Das sind Sachen, die man nach außen nicht so sieht", so der 39-Jährige.

Erste Weichen gestellt

Aber auch für die Entwicklung Willstätts und der Ortsteile seien schon Weichen gestellt, Beschlüsse gefasst oder Projekte bereits in der Umsetzung. Der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Legelshurst ist genehmigt. Eine Entscheidung mit Nachhaltigkeitswirkung sei ihm bei der Frage der Kinderbetreuung an der Grundschule Willstätt wichtig gewesen. Daher gebe es keine Containerlösung, sondern vorhandene Räume würden umgebaut. Die Caritas hatte nach dem Vorliegen der Anmeldezahlen für die Betreuung gemeldet, dass es durch die zusätzlichen 20 Kinder eine Lösung geben müsse. Weitere Vorhaben seien die Kindergärten in Eckartsweier und Legelshurst, ein Waldkindergarten für Willstätt werde entwickelt. Bei der Planung für die Ortsmitte Legelshurst wolle er zwei Schritte zurückgehen und Ideen neu überdenken. Auch mittel- und langfristige Vorhaben waren bereits Themen in den ersten Wochen.

Für den Gesamtflächennutzungsplan müssten zukünftige Projekte für Wohnen, Gewerbe oder auch Straßen jetzt betrachtet werden. So gebe es im Regionalverband etwa Überlegungen für einen Radschnellweg, der Straßburg mit Offenburg verbinde. Andere lokale Lücken im Radwegenetz gelte es ebenfalls zu schließen. Oder der Gemeindehaushalt: Bei der Planung könne man manches aus der freien Wirtschaft abschauen. Hier wolle er mehr Flexibilität und Transparenz erreichen. Ob er denn ein Bürgermeister-Seminar der Hochschule Kehl besucht habe? "Nein, ich will keine Verwaltung imitieren. Wenn ich Fragen habe, wende ich mich an meine Fachleute im Haus. Das geht schneller", merkt Huber an.

Jugend einbinden

Über einen Gesamtjugendgemeinderat möchte Huber die nächste Generation einbinden. "Bisher ist es ein langer Weg für Ideen der Jugend, bis sie bei mir auf dem Tisch landen", schätzt Huber die Situation ein. Ziel sei es, dass Beschlüsse des Jugendgemeinderats eine "Bindungswirkung" erhalten und der Gemeinderat darüber entscheidet.

"Viel besser als erwartet" wertet Huber seine ersten Wochen als Bürgermeister. "Ich empfinde es oft nicht Arbeit, was sich hier gestalten lässt." Am Ende dieser laufenden Woche mit rund 30 Terminen werde er am Freitag zufrieden feststellen, "was wir alles angestoßen haben". Ab dem 1. Juli, wenn das Sekretariat des Bürgermeisterbüros dann besetzt sei, "werden wir den Takt nochmals erhöhen können", blickt er voraus. Dazu gehöre auch aus seinem Wahlprogramm die Bürgernähe. Seine Tür sei offen, wenn es zeitlich passe. Ab Herbst wolle er aber in den Ortsteilen wieder verstärkt Bürgergespräche suchen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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