„Ich schaue zum Fenster raus und versuche zu verinnerlichen, was draußen vor sich geht.“ - Albi Maier
„Man muss den Schwarzwald mit den Augen sehen und im Herzen fühlen. Der Schwarzwald ist die Wiedererweckung eines Gefühls.
Das ist sein Geheimnis.“ - Ulrich Beer
Schwarzwaldhöfe sind ein, wenn nicht das zentrale Motiv, dem sich Maier in seinen künstlerischen Arbeiten widmet. Dahinter steht keine romantisierende Koketterie, sondern eine offensichtlich tief gehende Verbundenheit mit der Region, in der Maier geboren wurde, in der er aufgewachsen ist und in der er lebt. Und wie der Landstrich, so ist ihm dessen Kultur nahe, die nicht zuletzt einen Teil seines Brotberufs ausmacht: Albi Maier ist Uhrenschildermaler und beherrscht dieses Handwerk mit jener feinpinseligen Präzision, die es braucht, um zarte Rosen oder geschwungene Ranken auf die Lackschilder mit ihren Zifferblättern zu bannen. Sein Können macht er sich auch für seine freien Malereien zunutze - insbesondere für seine Miniaturen.
Der heute 74-jährige bleibt dort nicht stehen. Vielmehr widmet er sich dem Gegenstand seines Interesses auch in anderen Formaten. Er geht seine Malerei sogar analytisch an, indem er neben dem Bild eines Hofes die Farben einzeln vorstellt, mit denen er sein Werk aufgebaut hat.
Auf separaten, monochromen Tafeln werden dann etwa ein grünliches Weiß oder ein warmer Creme-Ton gleichsam unter die Lupe genommen. Wie sorgsam, wenn nicht gar skrupulös Albi Maier bei alledem vorgeht, belegen die Übermalungen, mit denen er ein ums andere Mal seine Schwarzwaldhof-Schilderungen auslöscht.
Ähnlich wie seine völlig ungegenständlichen, rein aus dem Malfluss abgeleiteten Arbeiten belegen sie das Ethos, mit dem der Künstler, der nie eine einschlägige Hochschule besuchte, an sein Metier herangeht. Denn: Die Malerei ernst nehmen, heißt, sie in Frage stellen - vor allem dann, wenn man sie besonders gut beherrscht. Wobei Ernsthaftigkeit offenbar einen Grundzug ausmacht im Wesen Maiers: Neben den Bildern umfasst die Ausstellung etliche, teilweise reich verzierte schwarze Hauben, wie sie traditionellen Tracht verheirateter Frauen im Schwarzwald gehörten. Jetzt unterstreichen sie Maiers Respekt von einer gewachsenen und eigentlich vergangenen Volkskultur.
Ausstellungsdauer: 27.09.2026 - 11.10.2026
Öffnungszeiten: Montag von 9:00 - 17:00 Uhr, Dienstag bis Sonntag von 9:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:00 Uhr



