Erinnerung, Musik und jüdische Geschichte - Herbstprogramm der Ehemaligen Synagoge Kippenheim

Mit mehreren Veranstaltungen erinnert der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim im Herbst 2026 an jüdisches Leben, persönliche Schicksale und das kulturelle Erbe der jüdischen Bevölkerung in der Ortenau. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Am Sonntag, 13. September, finden zum Tag des offenen Denkmals um 15 und 16 Uhr Führungen durch die Ehemalige Synagoge Kippenheim statt. Das gut erhaltene ehemalige jüdische Gotteshaus besitzt einen besonderen architektur- und kulturgeschichtlichen Wert. Es erzählt vom wechselvollen Schicksal der jüdischen Bevölkerung – von der Emanzipation im 19. Jahrhundert bis zu Vertreibung und Ermordung während der NS-Zeit.

Die Finissage der Ausstellung „… und immer noch …“ von Angelika Nain findet am Sonntag, 27. September, um 19 Uhr in der Ehemaligen Synagoge Kippenheim statt. Zum Abschluss wird in Anwesenheit der Künstlerin der Dokumentarfilm „Die treibende Kraft“ gezeigt, der ihr Leben, Werk und gesellschaftliches Engagement beleuchtet.

Eine weitere Gelegenheit, jüdische Geschichte vor Ort kennenzulernen, bietet die Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim am Donnerstag, 8. Oktober, um 15 Uhr. Bärbel Heer erläutert die Geschichte und Bedeutung der mehr als 2.500 Grabstätten und geht auf die Symbole und Inschriften der Grabsteine ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Friedhof an der Straße zwischen Schmieheim und Wallburg. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Am Donnerstag, 22. Oktober, um 19 Uhr, erinnert der Förderverein am Jahrestag der Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs an Kurt Salomon Maier, Unter dem Titel „Kurt Salomon Maier – Stationen eines Juden aus Kippenheim“ stehen eine Lesung aus seiner Autobiografie und die Präsentation eines Animations-Kurzfilms auf dem Programm. Den Abend gestalten Andrea Welz und Bärbel Heer, musikalisch begleitet von Susanne Ramm-Weber.

Den Abschluss des Herbst-/Winterprogramms bildet am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr ein Konzert des Offenburger Ensembles unter der Leitung von Gerhard Möhringer-Gross. Auf dem Programm stehen Werke jüdischer Komponisten. Eine besondere Verbindung zu Kippenheim besteht durch Albert Weill, den Vater des berühmten Komponisten Kurt Weill, und Pia Gilbert, geborene Wertheimer – beide stammten aus Kippenheim.

Mit der Veranstaltungsreihe verbindet der Förderverein Erinnerungskultur, historische Bildungsarbeit und Musik. Zugleich wird die Geschichte jüdischen Lebens in der Region dort lebendig gehalten, wo sie stattgefunden hat.

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