Dritter Badentrail in Appenweier
Wo Huskys ihren "Traum von Freiheit" leben können

Schlittenhunde zeigen am Wochenende das, was ihnen am meisten Spaß macht.
Schlittenhunde zeigen am Wochenende das, was ihnen am meisten Spaß macht. (Foto: tf)

Appenweier (tf). Wer kennt Bikejöring? Nein, das ist kein neues Möbelstück, sondern eine Zughundesportart ohne Schnee – zu sehen am kommenden Wochenende beim dritten Badentrail in Appenweier. Das vom „Ortenauer Schlittenhunde Club Crazy Dogs“ veranstaltete Rennen zieht wieder über 100 Starter aus vier Disziplinen an. Nicht nur Bikejöring, bei dem der Schlittenhund vor das Mountainbike gespannt ist, auch Canicross – Läufer mit Hund vor dem Bauch gespannt – Scooter und Gespanne sind zu sehen, sondern auch die verschiedensten Schlittenhunde, allen voran die Huskys mit den berühmten blauen Augen.
„Huskys sind sehr menschenbezogene, treue und verschmuste Gefährten“, erklärt Gründungsmitglied Manfred Lauster. „Sie brauchen aber auch viel Auslauf und wollen gefordert werden.“ Das zeigt sich auf dem Hof des Vereinsheims in Appenweier deutlich, als die wartenden Huskys den Wagen und das Zuggeschirr sehen. Ein ohrenbetäubender Freudengesang setzt ein und die vorher entspannt dösenden Tiere springen in freudiger Erwartung auf. „Sie wissen, dass es gleich los geht“, erklärt der erste Vorsitzende Thomas Serrer.
Serrer und Lauster waren es, die vor über 20 Jahren den Verein „Ortenauer Schlittenhunde Club Crazy Dogs“ gründeten. Zwei kleine Clubs fusionierten zu einem gemeinsamen Verein und seither stellen die Mitglieder einiges auf die Beine. Aus dem leeren Grundstück mit Bauwagen ist mit viel Idealismus ein Kleinod mit Blockhaus und großem Auslauf für die Hunde geworden. Seit drei Jahren gibt es zudem den Badentrail, ein Sprintrennen für Schlittenhunde.
„Huskys sind besonders für sportorientierte Menschen geeignet“ sagt Karl-Heinz Rösch und streichelt dabei Huskydame Emy. Er selbst ist Neumitglied bei den "Crazy Dogs". Im Herbst, wenn er in den Ruhestand geht, soll auch bei dem passionierten Rennradfahrer ein Schlittenhund einziehen. „Damit bleibe ich fit und habe eine neue Herausforderung“. Und Catharina Welle, Besitzerin von zwei Samojeden, fügt hinzu: "Mit Schlittenhunden bleibt man aktiv und wird sogar zum Frühaufsteher.“ Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass die Hunde ab plus 15 Grad nicht mehr im Gespann laufen können, da es für sie zu heiß ist. „Da muss man schon mal morgens um fünf die erste Gassirunde drehen“ sagt sie lachend.
Draußen setzt sich das Gespann mit vier Hunden in Bewegung. Die lauffreudigen Huskys müssen ein wenig gebremst werden, so schnell wollen sie los. „Huskys am Gespann bilden ein Team“ erklärt Lauster. „Ganz vorne laufen die Leader, diese Hunde sind die Wegspezialisten. Ganz hinten sind die Wheeler. Diese Hunde machen quasi die meiste Zugarbeit. Und dazwischen sind die Teamdogs.“ Das Team ist nicht identisch mit dem Rudel und setzt sich auch nicht immer aus Hunden eines Besitzers zusammen. Denn sechs oder acht Huskys besitzen die wenigsten Clubmitglieder.
Auslauf und Beschäftigung sowie Platz sind Voraussetzungen für einen glücklichen Husky. Dreimal am Tag eine längere Runde ist nicht nur für vollzeitbeschäftigte Halter eine große Herausforderung. „Ohne Partner könnte ich das nicht stemmen“, betont Welle und Lauster ergänzt: „Schlittenhunde sind keine Modehunde für eine Wohnung mit Fußbodenheizung.“ Die Anschaffung eines Schlittenhundes sollte also gut überlegt sein. „Wir hier im Club beraten uns gegenseitig“, sagt Serrer. „Wir vermitteln aber keinesfalls Welpen, sondern sind ein Sportclub."
Als das Gespann nach einer Stunde wieder in den Hof einfährt, sind die Hunde zwar erledigt, aber immer noch aktiv. „Der Halter muss aufpassen, dass er seine Tiere nicht überfordert“, sagt Serrer. Wer etwas von dem Zauber der Schlittenhunde und dem „Traum der Freiheit“ miterleben möchte, sollte am Wochenende, 3. und 4. März, in Appenweier den Badentrail besuchen.

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