Missbrauchs- und Kinderpornografie-Komplex
Haus in Nordrach gestürmt

Die sonst so friedliche Gemeinde Nordrach ist in das Blickfeld der bundesweiten Berichterstattung gerückt.
  • Die sonst so friedliche Gemeinde Nordrach ist in das Blickfeld der bundesweiten Berichterstattung gerückt.
  • Foto: Glaser
  • hochgeladen von Christina Großheim

Nordrach (ag). Ermittlungen der nordrhein-westfälischen Polizei im sogenannten Missbrauchs- und Kinderpornografie-Komplex Bergisch Gladbach reichen nun auch bis in die Schwarzwaldgemeinde Nordrach. Am Dienstag wurde dort ein Mann durch ein Sondereinsatzkommando festgenommen. Er steht unter dem Verdacht, eine "zentrale Persönlichkeit" in dem Missbrauchskomplex zu sein. Mutmaßlich hat er als Administrator eines der Foren, in dem sich Pädophile ausgetauscht hätten, die Chatverläufe koordiniert und zusammengehalten. Eine Spezialeinheit hat den Tatverdächtigen in seiner Wohnung überrascht, so dass ihm wohl keine Zeit geblieben ist, Beweismittel zu vernichten. Er sitzt derzeit aufgrund eines Beschlusses des Offenburger Amtsgerichts in der Untersuchungshaft.

Der Verhaftete mit Wohnsitz in der Gemeinde wird laut dem Nordracher Bürgermeister Carsten Erhardt als ein unauffälliger und unscheinbarer Einzelgänger beschrieben. "Ich selbst habe ihn nie persönlich kennengelernt", erklärte Carsten Erhardt im Gespräch mit der Guller-Redaktion.

Tief erschüttert

"Ich bin bis ins tiefste Mark erschüttert", so der Bürgermeister. Der ganze Ort sei in einer Art Schockstarre. Er verurteile vehement und aufs Schärfste die Ausbeutung und den Missbrauch von Menschen, insbesondere von schutzbedürftigen Kindern: "Als Vater von zwei Kleinkindern widert mich allein der Gedanke an diese abscheulichen Vorwürfe extrem an. Tiefes Mitgefühl habe ich mit den Opfern und deren Familien, die lebenslang unter diesen Taten leiden müssen. Ich hoffe inständig, dass die Opfer eines Tages wieder ein normales Leben führen können."

Ins Rollen kam das Ganze im Oktober aufgrund Durchsuchungen bei einem 43-Jährigen in Bergisch Gladbach. Der Hauptverdächtige im bundesweiten Missbrauchs- und Kinderpornografie-Komplex soll seine 2017 geborene Tochter immer wieder sexuell missbraucht, Taten fotografiert und gefilmt sowie die Aufnahmen Chatpartnern weitergeleitet haben. Bei der Durchsuchung wurden laut Polizei riesige Mengen an kinderpornografischen Materials gefunden. Inzwischen gibt es 72 identifizierte Tatverdächtige deutschlandweit. Weiter konnten laut Polizei 44 Opfer identifiziert werden. Zehn Personen sollen sich derzeit in U-Haft befinden und es wurden sieben Anklagen gegen acht Personen erhoben.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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