27. März 2017, 11:10 Uhr | 0 | 33 Leser

Seit 30 Jahren bietet Familie Schütt Kleinkunst im Bauernhaus in Freistett
Wie aus einem Liederabend eine Kulturbühne wurde

Seit 30 Jahren bietet Martin Schütt in seinem alten Bauernhaus in Rheinau-Freistett eine besondere Kleinkunstbühne.
Seit 30 Jahren bietet Martin Schütt in seinem alten Bauernhaus in Rheinau-Freistett eine besondere Kleinkunstbühne. (Foto: Michael Bode)

Rheinau-Freistett (gro). Räume für Kunst und Kultur gibt es in der Ortenau an den überraschendsten Orten. Einer davon ist der Ku-Stall in Rheinau-Freistett. Seit 30 Jahren bieten Martin und Despina Schütt in ihrem altem Bauernhaus in der Kronenstraße 33 Kleinkunst nicht nur mit alemannischem Zungenschlag. Martin Schütt erinnert sich im Interview mit Christina Großheim an die Anfänge der Kleinkunstinstitution in der nördlichen Ortenau.

Wie ist die Idee zu "Sagen und Liedle im Bauernhaus", dem Ursprung, entstanden?
1987 traf ich zufällig Willi Keller vom SWR und wir fanden, dass in einem alten Bauernhaus aus dem Jahr 1786 sicherlich schon so viel "Sagenhaftes" erlebt worden ist und so viel gesungen wurde, dass man dies einem Publikum der Region in heimischer Mundart darbieten sollte.

Wann war klar, dass es weitere Veranstaltungen geben wird?
Es ging weiter mit den "Stall-Owede" im Oktober. Die Nachfrage war schließlich so groß, dass wir insgesamt über 20 Veranstaltungen durchführten.
Was hat für Sie von Anfang an den Charme der Kleinkunstveranstaltungen an diesem Ort ausgemacht?
Es ist die Heimeligkeit in dem alten Gemäuer, gewürzt mit traditioneller Musik, die absolute Nähe zum Publikum, die es hier gibt, die familiäre Atmosphäre und die Verbindung mit Schmackhaftem aus Küche und Keller, zubereitet von meiner Frau Despina.

Wie haben die Künstler am Anfang auf den Veranstaltungsort reagiert?
Sie waren von Anfang an von der urigen Räumlichkeit begeistert. Das Wohlfühlambiente sprach sich schnell über die Region hinaus herum. Die ersten Mitstreiter des Servicepersonals kamen zu Beginn aus dem Freundeskreis, heute mit unserem umfänglichen Programmen können wir stets auf zuverlässige Hilfen zählen.

Können Sie drei Veranstaltungs-Höhepunkte aus den vergangenen 30 Jahren nennen?
Veranstaltungs-Höhepunkte waren von Anfang an die Gastspiele mit meinen elsässischen Liedermacherfreunden Roland Engel, Jean-Pierre Albrecht und René Egles. Absolute Highlights in der Geschichte unserer Kleinkunstbühne waren die Abende mit Dieter Hildebrandt, Reinhold Beckmann & Band und Christoph Sieber.

Gibt es etwas, das Sie aus der Anfangszeit gerne in die Gegenwart transportieren würden?
Ich würde mir weniger Bürokratie wünschen, mehr Stehvermögen unsererseits und vielleicht die Chance "hiwwe und driwwe", also Baden und Elsass, noch mehr kulturell miteinander zu verbinden.

Wie haben Sie es geschafft, dass Ihre Frau ihr Atelier für die Bühne opferte?
Das war nicht gerade leicht für sie. Ihre Galerie war die Grundlage zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland gewesen. Ich denke, dass wir damals und heute vom "Neuland" Kleinkunstbühne begeistert waren und es immer noch sind.

Weitere Informationen zum aktuellen Programm finden sich im Internet unter www.kultur-im-stall.de.