• 16. Mai 2018, 14:25 Uhr
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Themenabend beim TV Steinach
Aktivvortrag zur Spiraldynamik bot wertvolle Alltagstipps

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Als Wiederholungstäter in Sachen „Spiraldynamik“ fungierte der Steinacher Turnverein bei seinem jüngsten Themenabend am Montag in der Steinacher Turnhalle. Nach der durchweg positiven Resonanz zum ersten Vortrag mit Schwerpunkt „Schulter/Hand“ im Mai 2016, hatten die Verantwortlichen Bewegungspädagogin Kerstin Schreiber aus Oberkirch nun erneut eingeladen. Diesmal widmete sich die lebensfrohe Referentin in ihrem Aktivvortrag dem „beweglichen Brustkorb“.

Zu Beginn vermittelte sie den rund 50 Anwesenden anschaulich, sowie mit viel Witz und Charme, die Grundprinzipien der Spiraldynamik – einem anatomisch begründeten Bewegungs- und Therapiekonzept. „Unsere Alltagsbewegungen sind voller Macken“ stellte sie fest und ergänzte, dass man sich meist zu wenig Zeit dafür nimmt Bewegungen auszuführen. Haltung solle „einfach, verschleißfrei und mit kleinstem Kraftaufwand“ geschehen, so das Credo der einst selbst von Knie-, Beckenboden- und Schulterproblemen geplagten Bewegungspädagogin. Wie sehr sich kleinste Veränderungen dabei auf den Bewegungsablauf auswirken zeigte sich bei einem ganz normalen Aufstehtversuch. Durch Einleiten der Bewegung mit dem Kopf gelang dies deutlich müheloser, gar beschwingt.

„Es fängt bei den Füßen an, auch wenn Sie Brustkorb gebucht haben“, spaßte Schreiber als die Themenabendbesucher etwas verwundert dreinblickten – wurde doch ein intensives Augenmerk auf die Aktivierung von Fuß und Verse gewidmet. Doch nach den folgenden Wahrnehmungsübungen bedurfte es keiner weiteren Erklärung dazu – die sichere Basis war geschaffen. Auch die Brustwirbelsäule sollte nun mobilisiert werden, was den Anwesenden zu Beginn deutlich schwerer fiel. Und das obwohl sich genau dieser Bereich der Wirbelsäule mit über 90 Gelenken theoretisch enorm verdrehen lässt, in der Praxis wird er allerdings oft äußerst stiefmütterlich behandelt. Anschaulicher wurde der Aufbau der Brustwirbelsäule durch Kerstin Schreibers „kleinen Freund“ – ein virtuelles Skelett welches sie per App bis zum kleinsten Gelenk auseinandernehmen konnte. Erläutert wurde die vielschichtige Dehnbarkeit, welche der bewegliche Brustkorb aufweist. Er ist der Sitz von Herz und Lunge, den zwei lebenswichtigen Organen, welche in einer Leichtbauweise umhüllt werden. Beispielsweise durch chronische körperliche Überlastung, schlechte Haltung und Übergewicht resultieren häufig Probleme bei Brustkorb und Atmung wie Verspannungen in Schulter und Nacken, Rundrücken, Atemenge und Herzprobleme. Die Schuld wird häufig bei den Muskeln gesucht und nicht bei den Knochen. Hier setzt die Spiraldynamikerin auf die natürliche Auf- und Ausrichtung des Körpers und gab aktive Hilfe zur Selbsthilfe mit diversen Übungen und Alltagstipps.

Als Alltagsstrategie zur Aufrichtung gab es beispielsweise den Tipp des „Hustendreh“. Anstatt beim Husten oder Niesen in sich zu versinken solle man seine Länge erhalten und sich seitlich nach hinten drehen und öffnen. Der Sinn dahinter wurde klar als die Referentin Inkontinenz ins Spiel brachte. Beim meist typischen Zusammensinken wird die Blase gequetscht, öffnet man sich jedoch, so gewinnt diese an Raum was zu einem angenehmen Effekt führt, der die Lebensqualität bedeutend steigern kann.

TVS-Vorsitzende Ursula Hildbrand dankte Schreiber für ihren mitreißenden, aufschlussreichen Vortrag und versprach erneut das Feedback der Teilnehmer auszuwerten um vielleicht einen weiteren Aktivvortrag der Oberkircherin anbieten zu können.

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